Dr. Andre Baumann
Danke schön, lieber Herr Präsident. – Sehr geehrter Herr Dörflinger, ganz herzlichen Dank für Ihre Frage zum Modellprojekt nach bayeri- (Staatssekretär Dr. Andre Baumann) schem Vorbild des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz sowie des Umweltministeriums. Sie beziehen sich auf das Modellprojekt, das beide Ministerien im Wildtierbericht 2018 angekündigt haben. In diesem heißt es – ich zitiere mit Ihrer Erlaubnis, Herr Präsident –: Beim Biber kommen das MLR und das UM überein, dass in der in besonderer Weise von der Biberproblematik betroffenen Donauregion, Grenzregion zu Bayern ein gemeinsames Modellprojekt zum Bibermanagement nach bayerischem Vorbild und unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen im Land zeitnah umgesetzt wird. Sie haben, Herr Dörflinger, dieses Modellprojekt genannt. Natürlich weiß ich, dass die Kommunen darauf warten; darauf warten wir im Umweltministerium auch. Ziel dieses Projekts soll es sein, dass die Möglichkeiten und Grenzen der Beteiligung von Jägerinnen und Jägern beim Bibermanagement ausgelotet werden und die sogenannte letale Entnahme von Bibern mithilfe der Jägerinnen und Jäger getestet wird. Letale Entnahme heißt, die Biber werden geschossen bzw. getötet. Die Erfahrungen aus diesem Modellprojekt sollen in ein landesweites Bibermanagement integriert werden. Die Erarbeitung des Managementplans ist in den Endzügen. Das landesweite Bibermanagement wird in wenigen Wochen vorgestellt. Das oberste Ziel des Modellprojekts ist, dass man zukünftig noch schneller auf Konfliktfälle reagiert und möglichst zeitnah nachhaltige und langfristige Lösungen findet. Wir haben das Modellprojekt in Absprache und Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium vorbereitet. Wir haben einen ausgeklügelten Projektplan. Es ist alles abgestimmt. Die vier Landkreise und der Stadtkreis sind einverstanden, dass wir loslegen können. Es sind alle Vorfragen geklärt. Wir haben eine Ausschreibung für Büros gemacht. Das sind Fachleute, die das Projekt auch personell tragen. Nur ist der Arbeitsmarkt angespannt, und die Büros, die das machen könnten, sind so ausgelastet, dass wir lange suchen mussten. Wir sind jetzt in der Abstimmung mit einer Person, die geeignet ist, die fähig ist, das Ganze voranzubringen. So gern wir das Modellprojekt nach bayerischem Vorbild schon gestartet hätten und so gern ich hier grünes Licht hätte vermelden wollen: Der Arbeitsmarkt ist angespannt. Ich freue mich für die Gutachterbüros, für die Biologinnen und Biologen in diesem Land – ich bin selbst einer von ihnen. Wir sind jetzt in guten Gesprächen, und ich hoffe, dass wir das Modellprojekt bald starten können. Denn ich glaube, wir sind uns alle einig, dass es wenig Sinn macht, das Modellprojekt zu starten, obwohl der Mitarbeiter, der das Ganze vorantreiben soll, noch nicht im Amt ist. Deswegen gehe ich davon aus, dass das Modellprojekt demnächst starten wird.
