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Hans-Peter Behrens

GRÜNE 21.07.2021 Sitzungen 17/10

Herr Minister, die Bioökonomie bietet ja große Chancen für die baden-württembergischen Firmen, sich zukunftssicher aufzustellen. Haben Sie das Gefühl, dass das Thema bei diesen Firmen schon angekommen ist? Muss man sie motivieren – außer mit Projektzuschüssen, sage ich jetzt mal? Und was für Kommunikationswege könnte man eingehen, um hier das Thema weiter voranzubringen? Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk: Ich glaube, einerseits muss schon auch der politische Druck vorhanden sein, damit man sich auf andere Wege einlässt. Das, was jeder Mensch jeden Tag macht, ist ja eingefahren, das läuft. Und wenn man etwas anderes machen will, braucht man einen Grund dazu. Der Grund kann ein wirtschaftlicher sein, das kann ein Kostengrund sein, indem einfach Alternativen günstiger sind und günstiger werden. Der Grund kann aber auch sein, dass allgemeine Zielsetzungen, Zielvorgaben entstehen, die man einfach erfüllen muss, für die man noch keine geeigneten Lösungen hat und deshalb erst einmal in die angewandte Forschung gehen muss. periode – 10. Sitzung – Mittwoch, 21. Juli 2021 Deshalb ist es notwendig, dass die Politik insgesamt – nicht auf Landesebene, aber auf nationaler und europäischer Ebene – ein paar Rahmenbedingungen vorgibt, die in der Frage der Umstellung und eines neuen Denkens den Zwang, den Druck erhöhen. Wir sollten aber nicht in den Fehler verfallen, etwas vorschreiben zu wollen. Vielmehr sollten wir Ziele vorgeben, sodass auch die Unternehmungen die Freiheit haben, diese Zielsetzungen selbst zu erfüllen und letztlich geeignete Wege zu finden. Wir erleben, dass es dort, wo es keinen unmittelbaren Zwang gibt, aber trotzdem eine Bereitschaft besteht, unwahrscheinlich viele bioökonomische Ansatzpunkte gibt, wobei es bislang einfach an – in Anführungszeichen – „Geldgebern“ fehlt, um da einen Anschub zu machen. Wir haben es in der letzten Ausschreibungsrunde erlebt – im vergangenen Jahr – und werden es vermutlich auch jetzt wieder erleben, wenn wir in die nächste Ausschreibungsrunde gehen, dass es unwahrscheinlich viele Unternehmungen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen und die an der Schwelle von der Forschung zur Anwendung stehen. Da geht es nicht mehr um Grundlagenforschung. Da geht es darum, die Schritte von der Grundlagenforschung zur Anwendung hin zur Serienproduktion zu machen. Genau das sind die entscheidenden Punkte. Ich glaube, da können wir einen Anstoß geben und ein bisschen nachhelfen. Das kann man durch Förderung bewerkstelligen. Da sind viele, die sich auf den Weg gemacht haben, die gerade wirklich an der Schwelle stehen und einfach einen Anschub brauchen. Und diesen Anschub sollten wir auch geben. Ich glaube, für die Transformation der Grundstoffwirtschaft in Baden-Württemberg kann man schon einiges tun.

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