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Jan-Peter Röderer

SPD 14.07.2021 Sitzungen 17/9

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Da war ja alles dabei: veraltete Klischees, Gedichte und dann auch noch ein großes Lob von der AfD an Sie, Herr Minister. (Lachen bei der AfD) Sie stehen auch oft in der Kritik. Aber das ist dann vielleicht zu viel des Guten. Deswegen möchte ich stattdessen lieber noch einmal ein paar Punkte betonen. Wichtiger denn je ist jetzt eine qualifizierte Beratung der Waldbesitzer, und zwar insbesondere dazu, welche Baumarten auf ihren Flächen auch im Klimawandel eine Zukunft haben – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich. Aber auch die Art des Waldumbaus und der Wiederbewaldung auf den sehr stark betroffenen Flächen ist wichtig, wenn wir unsere Fichtenmonokulturen nicht durch ebenso naturferne Douglasien oder Ähnliches ersetzen wollen. Zudem müssen wir endlich innerhalb des Staatswalds und gemeinsam mit willigen Kommunen den Waldanteil erhöhen und dabei den Teil im Auge haben, der aus der Nutzung geht. Außerdem muss die Förderung der Wiederbewaldung und der Waldverjüngung auf den Aufbau naturnaher Laubmischwälder beschränkt werden und ungelenkte wie gelenkte Sukzession stärker gefördert werden als Pflanzungen. Die Fichte wie auch die Kiefer im Tiefland sollten in Neubeständen nur noch als eingestreute Baumarten geduldet werden. Die noch vorhandenen Reihenbestände müssen schneller als bisher über gelenkte Sukzession und Pflanzungen in naturnahe Laubmischwälder umgewandelt werden, und zwar bevor uns der Borkenkäfer oder Dürren diese Arbeit abnehmen. Auch die Vorgaben für die Jagd – das wurde schon angesprochen –, also die Abschusspläne sind insbesondere bei Rehund Rotwild so anzupassen und umzusetzen, dass der Waldumbau nicht durch Wildschäden konterkariert wird. Nur so kann der Wald im Land eine gute Zukunft für die Natur als Lebensraum, für die Waldbesitzer und für die Wirtschaft haben, weil er nachhaltig und langfristig genutzt werden kann und als Kultur- und Erholungsraum für alle Menschen dient. Nur wenn der Wald gesund und dauerhaft lebensfähig ist, kann er auch seine Funktion als Wasser- und CO - Speicher, als Klimaregulierer und als Erholungs- und Wirtschaftsraum erfüllen. Einen Punkt möchte ich ebenfalls aufgreifen: Für eine Funktion ist der Wald in jedem Fall ungeeignet; nämlich als Verlperiode – 9. Sitzung – Mittwoch, 14. Juli 2021 hinderungsvorwand für die Windkraft. Herr Minister, da zieht auch das Argument nicht, dass hier die Bundesvorgaben blockieren würden. Denn andere bekommen es auch hin. (Beifall bei der SPD) Die drei Stellen im Nachtragshaushalt für die Wiederaufnahme der Vermarktung geeigneter Flächen sind angesichts der vorhin schon angesprochenen Blockadehaltung des Ministeriums wohl auch nicht ausreichend, um den Knoten zu lösen. Wenn Sie es wider Erwarten doch schaffen, die versprochene Zahl von Windrädern zu bauen, Herr Minister, dann bin ich gespannt auf eine bessere Erklärung dafür, warum in den vergangenen fünf Jahren nicht einmal ein Bruchteil dessen realisiert werden konnte. Zwölf Windräder im Jahr 2020 – wenn wir in dieser Geschwindigkeit weitermachen, brauchen wir 83 Jahre für 1 000. Vielen Dank. (Beifall bei der SPD)

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