Klaus Hoher
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin der CDU sehr dankbar für diese Aktuelle Debatte. Ich finde es klasse, dass lperiode – 9. Sitzung – Mittwoch, 14. Juli 2021 der Wald mal so in den Fokus gestellt wird, wie er es eigentlich auch wert ist. (Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU) Wir sind bei Tagesordnungspunkt 1 – toll, super Geschichte, der Wald lebt! Ich habe in der Debatte allerdings nicht so hundertprozentig verstanden, worauf Sie hinauswollen. (Zuruf des Abg. Manuel Hagel CDU – Vereinzelt Heiterkeit) Aber wir sind da, wir sind bereit. Wir werden mal kurz einen Faktencheck machen: 40 % der bewirtschafteten Fläche in Baden-Württemberg sind Wald. Daher ist es natürlich absolut wichtig für Tagesordnungspunkt 1. Wald ist ein super CO - Speicher. Das ist natürlich sehr gut für die Umwelt. Darüber freuen wir uns unglaublich. Wald ist ein super Erholungsgebiet. Deswegen freuen wir uns auch, dass wir den Wald in Baden-Württemberg so haben. Für die Artenvielfalt ist der Wald natürlich auch super. Deswegen ist es die richtige Debatte unter Tagesordnungspunkt 1 heute, und wir freuen uns, dass wir dazu beitragen dürfen. Wir haben festgestellt, dass das Thema Wald in den letzten Monaten eine noch viel höhere Tragweite bekommen hat. Denn was haben die Leute während der Coronazeit gemacht? Wir haben festgestellt: Der Wald wird um 100 % mehr durch die Leute bespielt. Das führt aber auch zu Problemen. Wenn sich jetzt doppelt so viele Leute im Wald aufhalten wie vor Corona, haben wir vielleicht doppelt so viel Müll, vielleicht doppelt so viel Unruhe. Ganz viele Tiere befinden sich dort in Schutzgebieten; sie sind in Rückzugsbereichen und wollen ihre Ruhe haben – und dann kommen Mountainbikefahrer quer durch den Wald gefahren. Wir versuchen schon seit Jahren, die Regierung ein bisschen voranzutreiben bezüglich der Zwei-Meter-Regelung. (Zurufe) Viele verstehen nicht, dass man Trails, Parcours im Wald anlegt, damit dort mehr Ruhe eintritt. Die Freien Demokraten haben vor Kurzem eine Anfrage gestellt und die Antwort bekommen, dass natürlich leider wieder nicht viel passiert ist. Solche Sachen sollten wir mal vorantreiben. (Beifall bei der FDP/DVP) Ich fand es toll, dass wir hier eine Bestandsaufnahme machen. Es ist auch klasse. – Die Zahlen können gegoogelt werden. – Wir wissen, dass 46 % des Waldes im Augenblick in Gefahr sind. Es gab drei Trockenjahre; wir wissen um die Folgeschäden. Ich wollte von den Regierungsfraktionen gern mal hören: Was tun wir dagegen? Wie helfen wir den Landwirten, den Waldbauern beim Waldumbau? Vielleicht einfach doch, indem ein paar fremde Arten mehr gepflanzt werden. Bei der SPD hörte ich jetzt gerade eine gewisse Angst; die haben gemeint, wir roden den Wald und forsten lauter Fremdkulturen auf. Weit gefehlt! Aber man sollte vielleicht die starren Angaben, die jetzt wieder im Koalitionsvertrag stehen – nur 25 % Fremdhölzer –, doch aufbrechen und sagen: Douglasien pflanzen. Man streitet ja darüber, ob die Douglasie vielleicht schon ganz früh in Baden-Württemberg heimisch war. (Klaus Hoher) Da gibt es viele Punkte, über die man einfach reden und eine offene Diskussion führen sollte – über diese ganzen Machenschaften im Wald. Wir haben im Augenblick das Problem, dass die Holzpreise explodieren. Wir merken, dass dieser tolle Rohstoff, den wir in Baden-Württemberg haben, auch von anderen Ländern angefordert und gewünscht wird. Daher entwickelt sich der Preis für uns Freie Demokraten eigentlich in die richtige Richtung, er geht jetzt hoch. Es ist leider noch nicht viel davon bei den Waldbauern angekommen, das meiste verschwindet noch im Handel. Wir müssen schauen, dass das Geld dort ankommt, wo es hingehört, damit tatsächlich auch eine Aufforstung durch die und mit den Waldbauern erfolgen kann, damit da Geld reinkommt. Wir Freien Demokraten sind natürlich glücklich und zufrieden, wenn der Markt reagiert und etwas passiert. Jetzt müssen wir nur aufpassen, dass der Einschlag nicht künstlich reduziert wird. Man hat den Einschlag schon einmal um 15 % reduziert. Das sollte man vielleicht wieder auf 100 % hochfahren. Denn es liegt doch nicht so viel Holz herum, wie viele denken. Die Situation am Holzmarkt ist noch angespannt. Ich werde es damit jetzt erst einmal für die erste Runde belassen. Denn ich bin sehr daran interessiert, zu hören, was der Herr Minister dazu sagt. Vielleicht kann ich in der zweiten Runde dann noch mit zwei, drei Sätzen darauf eingehen. Die Bestandsaufnahme haben wir gut gemacht. Herr Burger ist rhetorisch sehr frisch, neu aufgestellt. (Heiterkeit) Das freut mich sehr. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP/DVP und Abgeordneten der CDU)
