Muhterem Aras
Für die Landesregierung erteile ich das Wort Herrn Minister Hermann. Minister für Verkehr Winfried Hermann: Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Herzlichen Dank für die Anfrage, die ich für die Landesregierung wie folgt beantworte: Das Land ist ja nicht Betreiber des Fernverkehrs auf der Gäubahn, sondern das ist die Deutsche Bahn. Wir sind mit den Angeboten der Deutschen Bahn, vor allem mit der Pünktlichkeit auf der Strecke, nicht zufrieden, und deswegen sind wir auch schon sehr lange mit der Bahn in der Diskussion: Was kann man besser machen? Wie kann man es besser machen? Jetzt ist auch vorgesehen, dass die sehr unpünktlichen und technisch fehleranfälligen Züge von Bombardier ein Softwareupdate bekommen, damit sie künftig zuverlässiger fahren und betrieben werden können. Trotzdem ist selbst die Deutsche Bahn nicht ganz sicher, ob das mit den Zügen von Bombardier gelingt. Deswegen wird es ab Dezember 2022 einen Austausch der Flotte geben. Dann werden Fahrzeuge des Herstellers Stadler eingesetzt. Die Fahrzeuge heißen KISS. Wie wir alle wissen, haben die Schweizer ein erotisches Verhältnis zur Eisenbahn: Die einen Züge heißen FLIRT, die anderen, die Doppelstockzüge, heißen KISS. Auch die Mitnahme von Fahrrädern ist ein Stück weit ein Drama auf dieser Linie. Wir haben dort nur Sondersituationen. Dort fahren Fernverkehrszüge. Wir haben mit der Bahn einen Vertrag, wonach in diesen Fernverkehrszügen auch Reisende mit Nahverkehrstickets fahren dürfen. Das ist eine Besonderheit. Dafür müssen wir auch extra etwas bezahlen. Das funktioniert im Prinzip gut. Jetzt hat die Deutsche Bahn die Regel, dass man im Fernverkehr Fahrräder nur mitnehmen darf, wenn man vorher reserviert. Wir haben im Nahverkehr die Regel, dass jeder sein Fahrrad umsonst mitnehmen darf. In einem Vertrag haben wir mühsam ausgehandelt, dass die Bahn die Mitnahme von Fahrrädern auch ohne vorherige Reservierung zulässt. Wir, das Land, reservieren einen Teil der Fahrradstellplätze, damit die Fahrräder mitgenommen werden dürfen. Trotzdem funktioniert das nicht richtig, weil die Anzahl der Fahrradmitnahmemöglichkeiten in diesen Doppelstockzügen im Hinblick auf den Bedarf im Sommer in der Regel immer zu gering ist. Deswegen haben wir jetzt alles Mögliche versucht. Die Züge sind regelmäßig verspätet, weil im Sommer zu viele Leute ihr Fahrrad mitnehmen möchten. Wir haben sogar Fahrradmanager eingestellt, die schauen, dass sich die Leute gut verteilen und nicht so viel Zeit verloren geht. Wir wollen ja alle, dass die Züge pünktlich fahren. Aber selbst dieses Verfahren ist für die Deutsche Bahn ärgerlich. Im Grunde genommen will sie das nicht so richtig weitermachen. Ich kann nur sagen: Es ist von der Anlage her schwierig, das Problem wirklich gut zu lösen. Eine Möglichkeit besteht z. B. darin, Fahrradsonderzüge fahren zu lassen. periode – 8. Sitzung – Donnerstag, 1. Juli 2021
