Kristina Vogt
Wettbewerben versucht. Wir haben allerdings festgestellt, auch schon bei Wettbewerben vor zwei oder drei Jahren, dass es sehr, sehr schwierig war, für Einzelhandelsflächen anschließend zum Beispiel Gastronomiebetriebe zu gewinnen. Wir hatten tatsächlich Wettbewerbe, die sich ausschließlich an Gastronomie gewandt hat, ich glaube, damals noch aus dem Aktionsprogramm Innenstadt oder dem Aktionsfonds, also einem der ersten beiden Landesinstrumente, und haben festgestellt, dass wir zwar leerstehende Immobilien hatten, aber der Aufwand, diese in gastronomische Immobilien umzuwandeln mit allem, was gebraucht wird – Küche, Tresen, Kühlmöglichkeiten – von den Investitionen her sehr hoch ist. Deswegen ist das eigentlich nur mäßig erfolgreich gewesen. Ich glaube, eine Transformation ist geglückt, bei allen anderen war es dann eher so, dass sich die Gastronomie, also die Bewerbenden dann eher für Immobilien interessiert haben, in denen schon gastronomische Betriebe waren, weil der Investitionsaufwand deutlich geringer ist. Nichtsdestotrotz ist das immer Bestandteil, weil wir auch wissen, dass nur der vernünftige Mix die Innenstadt am Laufen halten wird. Es ist zwar immer noch so, dass insbesondere das Bremer Umland und auch die Besucher:innen der Innenstadt aus den entfernteren Stadtteilen bei Befragungen als erstes Ziel immer „Shoppen“ angeben, das wird aber deutlich weniger und verlagert sich mehr hin zu einem Gesamterlebnis mit Kultur, auch mit Gastronomie. Umgekehrt wissen wir, dass die Einzelhändler:innen nur dann langfristig Erfolg haben werden, wenn Menschen sich aufhalten. Das gilt sowohl für konsumfreie wie auch Angebote für Konsumenten, und da zählt natürlich ganz klar die Gastronomie zu. Ohne Kneipen weniger Einzelhandel, würde ich mal sagen, oder ohne Restaurants oder Cafés.
