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Claudia Bernhard

19.05.2026 Sitzungen 21/37

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Es steht doch außer Frage, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in so einem Krankenhaus ein zentraler Faktor sind und deren Verfasstheit für unsere Gesundheitsversorgung natürlich völlig wesentlich ist. Die GeNo hat wirklich viele Veränderungen zu schultern, an allen gemeinen Dingen, was die Umstrukturierung anbelangt, der Fachkräftemangel ist von entscheidender Bedeutung, und natürlich ist man dann darauf angewiesen, Mitarbeiter:innen in so einem Konzern zu halten und eine starke Bindung zu schaffen. Ich meine, das ist doch allen und insbesondere natürlich auch der Gesundheit Nord täglich bekannt. Dazu gehören eine Unternehmenskultur mit Wertschätzung, mit Anerkennung, die Karriereentwicklung, die Weiterbildungsmöglichkeiten, dabei insbesondere auch eine offene, transparente Kommunikation – –. Das sind alles entscheidende Faktoren, die wiederum die Basis sind für eine gute Patientenversorgung. In dem Zusammenhang hat die GeNo schon eine ganze Menge gemacht. Da gibt es tatsächlich Qualifizierungsprogramme, Karriereplanung, betriebliches Gesundheitsmanagement, Angebot von Kitas, verschiedene Teilzeitmodelle und so weiter und so weiter, um in diesen Restrukturierungsprozess überhaupt mit einer gewissen Transparenz damit umzugehen. Zur Begleitung dieses Prozesses, der, glaube ich, der größte Transformationsprozess ist, den die GeNo im Vergleich zu den letzten Jahren überhaupt zu schultern hat – –. Das ist ein Transformationsmanagement, was jetzt etabliert wurde, in den Workshops, wo alle Beschäftigten in der Hierarchieebene entsprechend beteiligt sind. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, denn nur, wenn Sie Beteiligung schaffen, Partizipation schaffen, Offenheit schaffen, wenn nicht darüber hinweg gebügelt wird, was die Einzelnen wollen, haben sie überhaupt eine Chance, tatsächlich eine gute Zusammenarbeit hinzukriegen. Hier wurde schon von den sechs Betriebsräten gesprochen. Das ist letztendlich überhaupt keine Frage, dass man sich mit denen auch auseinandersetzen muss, aber Zufriedenheit und Partizipation bedeutet auch Anerkennung von Kritik, und bedeutet auch eine konstruktive Fehlerkultur. Die Talentdialoge wurden hier angesprochen. Das ist, ich möchte das durchaus einräumen, nicht etwas, was alles abdeckt, das ist vollkommen klar. Ich möchte einer Idee der Befragung von Mitarbeitern gar keine Absage gegenüberstellen. Natürlich ist es wichtig, was dort alle denken, machen und fühlen. Sonst funktioniert es überhaupt nicht. Das heißt aber, dass man sich sehr genau überlegen muss: Wie funktioniert denn überhaupt so eine Befragung? Mal eben so geht das nicht. Wir sprechen bei der GeNo von einem Konzern mit rund 8 000 Mitarbeitern. Wir haben aktuell vier Häuser, die wir einbeziehen müssen, mit unterschiedlichsten Tätigkeiten, verschiedenen Standorten, mit sehr unterschiedlichen Traditionen. Das muss man alles mit reflektieren. Welche Erkenntnis und Zielsetzung man mit der Befragung verfolgt, muss man sich auch genau überlegen. Das heißt also, eine realistische Umsetzung heißt, dass man darauf Hirnschmalz verwenden muss im Zuge dessen, was man momentan schon macht. Da können Sie nicht alles über einen Kamm scheren, und Sie können nicht einfach Zettel verteilen, wieder einsammeln, und dann finden irgendwie – –, na ja, da werden wir jetzt schon der Weisheit letzter Schluss finden. Das ist letztendlich bei einem Unternehmen dieser Größenordnung mit den verschiedenen differenzierten Ansprüchen nicht einfach zu beantworten. Ich denke, die GeNo ist auf einem sehr guten Weg mit dem, was sie angefangen hat. Es ist Luft nach oben, das bestreite ich überhaupt nicht. Es ist tatsächlich so, dass es nicht ganz einfach ist, mit allem praktisch am Ball zu bleiben. Die Herausforderungen sind enorm, was Transparenz und Einbeziehung anbelangt. Es ist aber trotzdem so, dass das Zeit bindet, Geld bindet und eine Frage des operativen Geschäfts ist. Ich gehe davon aus, dass das auch ernstgenommen und wahrgenommen wird. Ich kenne kaum kommunale Kliniken, die uns in der Transparenz überlegen wären, das muss man sagen. Wir haben praktisch hier eine sehr enge Begleitung. By the way: Wir leben in Bremen. Ich gehe nicht einfach über den Marktplatz und treffe nicht mindestens jemanden, der bei der GeNo arbeitet, mit jemandem bei der GeNo verwandt ist oder gerade dort behandelt wurde. Die Chance, hier durch die Stadt zu laufen, ohne dass uns da mindestens einer aus dieser Zielgruppe über den Weg läuft, ist gering. Das heißt also, wenn da irgendetwas total in die Grütze geht – und das sage ich jetzt ganz offen –, dann landet das auch relativ schnell bei der Führung und letztendlich auch bei uns und in meinem Haus. Wir haben ein Beschwerdemanagement mit allem Drum und Dran, und da kann ich sehr gut beurteilen – übrigens auch von anderen Kliniken –, was da gerade läuft und was nicht läuft. Wir sind gehalten, dran zu sein, weil (Glocke) wir ganz genau wissen, dass eine Gesundheit Nord in der Größenordnung nur gute und qualitative Arbeit leisten kann, wenn wir ein offenes Ohr haben. Unterhalb dessen geht es nicht. Da sind wir sehr eng beieinander, und ich bin dankbar für jeden weiteren Wink, wie wir das verbessern können. Das möchte ich gar nicht in Abrede stellen, aber mit den aktuellen Schritten sind wir jedenfalls gut ausgestattet, und ich hoffe, dass das auch so bleibt. – Vielen Dank! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)

Alle Reden von Claudia Bernhard Protokoll (PDF) ↗