Dr. Claudia Schilling
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich freue mich über das große Bekenntnis zur Situation und zur Zukunft der Kinder- und Jugendfarmen hier in Bremen. Es ist deutlich geworden, dass die Kinder- und Jugendfarmen in Bremen seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil unserer Stadt sind und einen wichtigen Beitrag für Kinder, Jugendliche und ihre Familien leisten. Sie sind weit mehr, und auch das ist hier schon mehrfach gesagt worden, als nur Orte der Freizeitgestaltung. Sie sind Lern- und Erlebnisräume, in denen junge Menschen Natur hautnah erleben, Verantwortung übernehmen und soziale Kompetenzen entwickeln. Im direkten Kontakt mit Tieren und Pflanzen können Kinder und Jugendliche ökologische Zusammenhänge erfahren und ein Bewusstsein für Umwelt und Klima entwickeln, damit sind die Kinder- und Jugendfarmen auch zentrale Orte der Umwelt- und Klimabildung in Bremen. Die pädagogischen Konzepte der Farmen sind vielfältig und innovativ, sie reichen von tiergestützter Pädagogik über handwerkliches und kreatives Gestalten bis hin zu Erlebnis- und Wildnispädagogik. Die Farmen fördern Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung und Partizipation. Aktuell gibt es fünf Kinder- und Jugendfarmen in Bremen, und ich bin auch ganz froh, dass die Kinder- und Jugendfarm in Osterholz-Tenever jetzt einen neuen Träger gefunden hat. Ich habe das gestern einmal besucht, es war ganz beeindruckend, wie auch hier die Programme weiterentwickelt werden. Die Kinder- und Jugendfarmen sind verteilt über verschiedene Stadtteile und werden getragen von engagierten Vereinen, Stiftungen und freien Trägern und sprechen eine ganz breite Zielgruppe an – von Kleinkindern bis zu Jugendlichen, Familien, Kitagruppen und Schulklassen bis hin zu jungen Menschen mit Beeinträchtigungen. Die Angebote sind niedrigschwellig und erreichen auch diejenigen, die von anderen Bildungsangeboten vielleicht weniger profitieren. Die Kinder- und Jugendfarmen sind beliebt. Allein im Bereich der Umweltund Klimabildung wurden im vergangenen Jahr mehrere Tausend Kinder erreicht. Sie sind zudem wichtige Kooperationspartner für Schulen, Kitas und zahlreiche soziale Einrichtungen. Wir haben es auch schon gehört, dass die Kinder- und Jugendfarmen trotz der großen Bedeutung vor Herausforderungen stehen. Die finanzielle Lage ist angespannt, das wissen wir, und wir wissen auch, dass in den letzten Jahren teilweise Angebote und Öffnungszeiten reduziert werden mussten. Wir sehen es auch, dass die Vielfalt der Angebote und die Sicherung der Finanzierung ressortübergreifende Aufgaben sind, denen wir uns als Senat mit Nachdruck widmen, und wir sind auch in engen Gesprächen, kollegial mit dem Bildungssenator, und wir haben dies auch im aktuellen Koalitionsvertrag fixiert. Im Bereich der Umwelt- und Klimabildung sind die Fördermittel bis Ende 2026 gesichert, und in der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird ab 2027 eine neue Finanzierungssystematik umgesetzt. Die zukünftige Förderlandschaft wird derzeit in beteiligungsorientierten Prozessen in den Sozialzentren erarbeitet, und auch das wird noch einmal für weitere Transparenz sorgen. Wir setzen uns damit – Sie sehen es – für eine dauerhafte und tragfähige Finanzierung der Kinder- und Jugendfarmen ein, aber, ich habe das schon gesagt, das werden wir nur gemeinsam schaffen, und daran arbeiten wir auch ressortübergreifend. Meine sehr geehrten Damen und Herren, die Kinder- und Jugendfarmen sind einzigartige Orte für junge Menschen in unserer Stadt. Sie sind Orte des Lernens, der Begegnung und des Miteinanders, sie sind Orte, an denen Zukunft gestaltet wird für unsere Kinder, für unsere Stadt, für unsere Gesellschaft. – Vielen Dank! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)
