bremische-buergerschaft.de ↗

Selin Arpaz

SPD 17.03.2026 Sitzungen 21/34

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, liebe Gäste! Wir reden hier heute über unsere fünf Kinder- und Jugendfarmen, sehr bedeutsame und einzigartige Orte in unserer Stadt. Das haben meine Vorredner:innen bereits deutlich gemacht. Erlauben Sie mir aber, etwas grundlegender zu beginnen! Die Landschaft beziehungsweise das Themenfeld der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist seit Beginn der Legislaturperiode bereits schon öfter Thema in diesem Hause gewesen, zu Recht auch. Es gibt nämlich sehr viel Bewegung in diesem Bereich, denn, wie wir es uns vorgenommen haben, nach dem Koalitionsvertrag wollen wir die offene Kinder- und Jugendarbeit neu und vor allem besser aufstellen. Schließlich ist es uns wichtig, diesen Teil der jugendbezogenen Infrastruktur fit für die Zukunft zu machen, sie zeitgerecht aufzustellen und sie zu stärken. Blicken wir nämlich auf die Vergangenheit, dann können wir auf Bereiche schauen, bei denen wir gemerkt haben, dass das jetzige System an seine Grenzen stößt und ein Update braucht. Das größte nennenswerte Projekt, das wir derweil auf den Weg gebracht haben, ist die neue Finanzierungssystematik der offenen Kinder- und Jugendarbeit, diese war schon öfter Thema hier im Haus. Ein bis hierhin einmaliger Prozess, den es so noch nicht gegeben hat, an dessen Entwicklung von verschiedensten Seiten mitgewirkt wurde, von Trägern der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) zur Verwaltung bis hin zu den Beiräten sowie der Koalition, aber auch der Opposition – Grüße gehen hinaus an Frau Tek! –, das zeigt, auf welcher breiten Beteiligung und Zustimmung dieser Prozess fußt. Mit dieser neuen, auf Beteiligungsprozesse orientierten Systematik wollen wir die Einrichtungslandschaft stärken mit aktuellen Jugendeinwohner:innenzahlen. Mit einem gerechten Blick auf die Stadtteile, die vor größeren Herausforderungen stehen, mit fachlichen Standards, mit noch mehr Beteiligung von jungen Menschen und zu guter Letzt einem etwas höheren finanziellen Spielraum soll Veränderung kommen, die notwendig ist. Dazu dann aber gern morgen bei der Haushaltsdebatte mehr, Frau Görgü-Philipp ist bereits schon auf einige Punkte eingegangen! Das zeigt, finde ich, wir haben ein Interesse an konkreten Verbesserungen zu diesem Bereich, so, wie wir es bereits mehrfach betont haben, denn über die Wichtigkeit unserer Einrichtungen und das, was die Personen tagtäglich vor Ort leisten, darüber müssen wir hier nicht streiten. Es wurde auch bereits in der Debatte ziemlich klar, dass wir uns da alle ziemlich einig sind, und an der Stelle möchte ich natürlich auch noch einmal meinen Dank an all die Personen vor Ort aussprechen, die das ermöglichen. Doch lassen Sie uns genauer auf die Kinder- und Jugendfarmen blicken, um die es hier heute geht! Wer schon einmal eine solche besucht hat, weiß, welche beeindruckende Arbeit vor Ort geleistet wird: Kinder- und Jugendarbeit, Umweltbildungsarbeit, Ausflüge von Kitas und Schulklassen, Arbeiten mit Tieren, Kooperationen mit Trägern, die keine originäre OKJAArbeit leisten oder Familien, die gemeinsam mit ihren Kindern die Farm besuchen. Das sehen wir auch in der Beantwortung der Großen Anfrage: Wahrlich einzigartige Einrichtungen, die wir haben in den Stadtteilen mit einem erstaunlich breiten Angebot! Jetzt ging es hier in den Beiträgen der beiden Personen der Opposition, die gesprochen haben, selbstverständlich wieder um die herkömmliche Finanzierung der Kinder- und Jugendfarmen. Das ist ein valider Punkt, den kann man gern machen, gerade wenn wir darauf blicken, dass wir es nach Angaben der Träger, aber auch den Antworten in der Großen Anfrage, die sich ergeben, mit Schließungen zu tun haben beziehungsweise mit Schließzeiten – das mache ich ja auch –, schließlich ist das auch der Auftrag an uns jugendpolitische Sprecher:innen. Man kann auch, wie es – heute ausnahmsweise zwar nicht, aber an anderen Stellen – schon sehr oft vorgekommen ist, immer wieder betonen, dass man doch ganz einfach den Kindern in unserer Stadt die FreiKarte wegnehmen und alles andere damit finanzieren könnte. Das wird irgendwann aber langweilig und unglaubwürdig, wenn man damit wirklich auch alles beziehungsweise weitere Dinge finanzieren möchte. Meine Kollegin Frau Görgü-Philipp hat bereits auf die finanzielle Unterstützung der Farmen im vergangenen und im zukünftigen Haushalt hingewiesen. Da werden wir morgen, wie schon gesagt, auch noch einmal mehr darüber sprechen, aber ich möchte gern noch einmal das Augenmerk auf eine grundlegende Herausforderung legen, die heute auch schon angesprochen wurde und die wir uns noch einmal genauer anschauen müssen, denn ich bin genauso wie einige andere Abgeordnete hier eine große Freundin davon, erst einmal auf Strukturelles zu schauen, bevor man mehr Geld fordert. Wenn wir das tun, dann wird vor allem so, wie wir anhand der letzten drei Antworten in der Anfrage sehen, aber wie es auch schon oft im Austausch gemeinsam mit den Trägern der Jugendfarmen identifiziert wurde, klar, dass wir einen Blick auf die Heterogenität der Angebote werfen müssen und diese Heterogenität der Angebote auch bei ihrer langfristigen Finanzierung der Farm berücksichtigt werden muss. Lassen Sie es mich simpler verdeutlichen: Ich finde, wenn am Nachmittag auf den Farmen originäre offene Kinder- und Jugendarbeit stattfindet, dann müssen dafür Mittel, so, wie es jetzt schon ist, aus dem Topf der OKJA genutzt werden, wenn am Vormittag mit Kita und Schulen Bildungsarbeit stattfindet, dann Mittel aus dem Bildungshaushalt verwendet werden, und wenn Umweltarbeit stattfindet, Mittel von der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft. Hier macht eine finanzielle Teilung, finde ich, sehr großen Sinn. (Glocke) Hier sage ich allerdings nichts anderes als das, was wir im Koalitionsvertrag fokussieren, und ich bin froh, dass in der Anfrage deutlich wird, dass die verschiedenen Ressorts bereits schon jetzt im Austausch sind und gemeinsam an einer Lösung arbeiten, und ich freue mich auf die Ergebnisse. – Vielen Dank! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Selin Arpaz Protokoll (PDF) ↗