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Holger Fricke

BA-Gruppe 27.01.2026 Sitzungen 21/32

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Bremens Bildungspolitik erinnert mich an ein zu kleines Federbett: Es ist immer zu kurz, zu schmal, trotz Ziehen und Zippeln. Immer wieder bleiben Schulter oder Füße unbedeckt, und man friert. In den Schulen frieren wir zwar noch nicht, doch unsere Bildungseinrichtungen sind immer zu knapp, immer zu wenig – zu wenig Lehrer, zu wenig Räume, marode Schulgebäude, und das bereits seit Jahrzehnten! Mit dem Einsetzen der Flüchtlingskrise ist Bremen jünger geworden, aber die Neubremer bringen auch ihre Probleme mit sich: Inzwischen haben über 50 Prozent der Erstklässler ein Sprachdefizit, in einigen Brennpunktstadtteilen sind es sogar 70 Prozent. Dazu kommt die gestiegene Anzahl der Kinder mit den sonderpädagogischen Förderbedarfen Lernen, Sprache und emotional-soziale Entwicklung sowie geistige Entwicklung. Gröpelingen ist davon besonders betroffen. Trotzdem müssen aufgrund der fehlenden Schulplätze circa 40 bis 50 Kinder einen weiteren Weg in Kauf nehmen. Das ist mehr als dramatisch, meine Damen und Herren. Gerade in Gröpelingen leben viele Kinder aus entwurzelten Flüchtlingsfamilien. Gerade diese Kinder sind darum auf Bindung und soziale Vernetzung in ihrem neuen Heimatstadtteil angewiesen. Dort läuft die Elternarbeit am schlechtesten. Eltern kümmern sich häufig nicht um die Kleinen, weil sie zu viel mit sich selbst zu tun haben. Trotzdem müssen Erstklässler längere Schulwege auf sich nehmen, aber unser Bildungssenator versichert, (Abgeordnete Miriam Strunge [Die Linke]: Es geht da um eine Oberschule! Können Sie mal einen Unterschied zwischen Grundschule und Oberschule machen?) dass wir im grünen Bereich sind. Problematisch sei wohl nur die Versorgungslage in Sekundarstufe I. Meine Damen und Herren, ich habe dazu als Abgeordneter bereits im letzten Jahr Fragen in der Fragestunde gestellt. Die damalige Bildungssenatorin versicherte, dass man die Situation im Griff habe, obwohl Schulleiter und Schulleiterinnen vor der drohenden Zukunft und der Raumknappheit warnten. Sehr geehrte Damen und Herren, wir sehen hier wieder eine unerträgliche Flickschusterei in der Bremer Bildung durch das sklavische Festhalten an der lange gescheiterten Inklusion. In dem Zusammenhang möchte ich sagen, möchte ich fordern: Lassen Sie uns zurückkehren zu den Förderschulen! Lassen Sie uns die Arbeitsbedingungen für Pädagogen radikal verbessern! Lassen Sie uns die Kinder dort abholen, wo sie stehen, aber wirklich, und nicht nur als politische Worthülse. Wie es besser laufen könnte, sehen wir an der GeorgDroste-Schule für blinde und sehbehinderte Schüler: Klassen mit sechs Schülern, eine enge pädagogische Betreuung, und auch dort ist es immer noch schwer genug, denn auch dort ist das Schulgebäude in einem erbärmlichen Zustand. – Meine Damen und Herren, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall BA-Gruppe)

Alle Reden von Holger Fricke Protokoll (PDF) ↗