Dr. Ralph Baumheier
Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr Abgeordnete! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Sowohl das Mobilitätsressort als auch die BSAG verfolgen innovative Mobilitätskonzepte wie das der Gütertransporte per Straßenbahn aufmerksam und systematisch. So wird analysiert, ob und wie sich Erfahrungen aus anderen Städten auf Bremen übertragen lassen. Zu Frage 2: Seitens der BSAG wurde bereits vor einigen Jahren die Option für Gütertransporte per Straßenbahn untersucht. In einem frühen Stadium wurde diese Möglichkeit für Bremen jedoch verworfen. Grund war insbesondere eine prognostizierte schwache Dienstleistungsnachfrage, verbunden mit einem hohen internen Aufwand. Dieser Befund deckt sich auch mit den Erfahrungen aus den wenigen Pilotprojekten in anderen Städten. Zwar wurde eine technische und operative Nutzbarkeit der Straßenbahn zum Transport von Paketen darin nachgewiesen, nach Ende der jeweiligen Testphasen wurde der dortige Betrieb jedoch in allen Fällen eingestellt, weil Vorteile wie eine CO -Reduzierung und Nachteile wie die erhöhten Betriebskosten gegenüber anderen Varianten der Paketzustellung in keinem günstigen Verhältnis zueinander stehen. Die Erwartungen mit Blick auf eine nachhaltige, langfristige und wirtschaftliche Durchführbarkeit mit positiven verkehrlichen Wirkungen sind somit nicht erfüllt worden. Zudem musste in den Pilotprojekten mit Sondergenehmigungen gearbeitet werden, weil auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Gütertransport per Straßenbahn nicht geklärt sind. Schließlich hat das weiter steigende Fahrgastaufkommen dazu geführt, dass die Auslastung der Fahrzeuge bei der BSAG auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten derart hoch ist, dass es zu Platzkonflikten zwischen Personen- und Pakettransport kommen würde. Zu Frage 3: Eine weitere Betrachtung des Themas ist aus den genannten Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant. – So weit die Antwort des Senats!
