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Antje Grotheer

17.09.2024 Sitzungen 21/17

Damit ist das erste Thema der Aktuellen Stunde beendet. Ich gebe Ihnen jetzt noch einmal die restlichen Redezeiten bekannt: Für das zweite Thema hat die SPD-Fraktion noch 7 Minuten und 42 Sekunden, die CDU-Fraktion hat noch 8 Minuten und 24 Sekunden, Bündnis 90/Die Grünen hat noch 9 Minuten und 36 Sekunden, DIE LINKE hat noch 6 Minuten und 6 Sekunden, Bündnis Deutschland hat noch 11 Minuten und 24 Sekunden, die FDP hat noch 8 Minuten und 49 Sekunden, und die Abgeordnete Sağiroğlu hat noch 4 Minuten. Der Senat hätte noch 4 Minuten und 16 Sekunden, wenn der Senat an unsere Redezeit gebunden wäre. Das ist eine freundliche Bitte darum, jetzt nicht zu sehr zu überziehen. Ich rufe nun das zweite Thema der Aktuellen Stunde auf: Folgen von Starkregen in Bremen entgegenwirken! Dazu als Vertreterin des Senats Frau Senatorin Kathrin Moosdorf. Als erster Redner hat das Wort der Abgeordnete Ralph Saxe. Abgeordneter Ralph Saxe (Bündnis 90/Die Grünen): Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Der menschengemachte Klimawandel ist nicht mehr aufzuhalten, sondern er wird höchstens etwas abgemildert werden können. Gerade in Städten ist es deswegen geboten, dass wir uns auf die Folgen vorbereiten, die immer mehr auf uns einstürzen – Hochwasser, Starkregen, Hitzeereignisse und Stürme. Wir erleben gerade wieder einmal, wie gefährlich zu viel Wasser sein kann: Im Juni 2023 und jetzt Anfang September 2024 gab es einen sogenannten Jahrhundertstarkregen. Die Begrifflichkeit ist, glaube ich, inzwischen völlig falsch gewählt. – Die Ereignisse werden unser regelmäßiger Begleiter sein. Was kann uns helfen? Stichwort eins heißt Schwammstadt. Überall dort, wo wir in der Stadt bauen, wo wir die Stadt anfassen, müssen die Prinzipien der wassersensiblen Stadt und der blau-grünen Infrastruktur gelten. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Ausbau des städtischen Grüns. Mehr Bäume und vor allen Dingen Schutz des Altbaumbestands sind wichtige Elemente einer Schwammstadt. Tegelwippen, frei übersetzt als „Pflastersteine kippen“, ist ein überaus erfolgreiches Projekt der Entsiegelung in den Niederlanden. Das müssen auch wir machen. Das Verständnis für die Notwendigkeit des Wandels in der Stadtentwicklung funktioniert über Information, Betroffenheit, Einsicht und dann mitmachen. Stichwort zwei heißt, Schnittstellen vermeiden. Für unsere Kanäle ist der Wassermanager hanseWasser verantwortlich, für die Reinigung der Gullys die Bremer Straßenreinigung. Diese Schnittstelle ist unnötig: Der Wassermanager weiß am besten, wo es Probleme gibt, und da können wir tatsächlich einige Probleme lösen, wenn wir da diese Schnittstelle beseitigen. Stichwort drei: Wasser zwischenspeichern. Da haben wir heute ein schönes Beispiel erlebt, auch in dem Sinne, dass wir schon anfangen, Schwammstadt zu machen und nicht nur an dem Leitbild arbeiten, sondern wir versuchen, umzusetzen, und das ist der Bunker an der Parkallee, der jetzt als Zisterne genutzt wird. Da wird angefangen, was eine Schwammstadt am Ende braucht, nämlich auch Wasser zwischenzuspeichern. Die Kanäle in Bremen sind etwa 2 300 Kilometer lang, Rückhaltebecken haben wir für etwa 100 000 Kubikmeter. Das müssen wir ausbauen, und deswegen: Solche Zisternen brauchen wir nicht nur in der Parkallee, die brauchen wir überall in der Stadt, weil es eine Möglichkeit ist, mehr Wasser zwischenzuspeichern, und es ist eben auch eine Möglichkeit, auf die Hitzeereignisse, die auch da sind in der Stadt, dann tatsächlich vorbereitet zu sein, dass wir mehr Wasser haben. Deswegen heißt es ganz: Die Devise kann nur lauten, entsiegeln oder versickerungsfähige Materialien einbauen. Parkplätze sollten nach unserer Ansicht nur noch mit Rasengittersteinen gebaut und nicht komplett asphaltiert werden. Es gibt detaillierte Infos auf der Seite der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, und auch hanseWasser macht persönliche Beratung. Das ist jetzt sehr wichtig, denn der Beratungsbedarf wird steigen, weil die Zahl der Betroffenen immer größer werden wird, und es wird eben Alltäglichkeit werden, dass wir mit solchen Starkregenereignissen umgehen müssen. Es geht auch nicht, dass wir die Kanäle größer machen – das würde andere Probleme schaffen –, sondern wir müssen sehen, dass wir dafür sorgen, dass das Wasser nicht in einem Moment ganz schnell in unseren Abwassersystemen ist, sondern es zwischenspeichern und dann auch langsam versickern lassen. Das ist das Einzige, was man machen kann, um das Problem zu lindern. Lösen können wir es nicht. Stichwort fünf – das ist mir besonders wichtig, denn das dürfen wir nicht vergessen –: Klimaschutz verringert Klimaanpassung. Die letzten Sätze sollten eigentlich eine Binsenwahrheit sein: Wir dürfen in unseren Klimaschutzbemühungen nicht nachlassen. Das reduziert den Klimaanpassungsbedarf, das rettet Sachwerte und am Ende auch Menschenleben, ansonsten wird es verdammt teuer in dieser Stadt. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD)

Alle Reden von Antje Grotheer Protokoll (PDF) ↗