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Carmen Emigholz

05.09.2023 Sitzungen 21/3

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Die Breminale ist seit über 30 Jahren ein groß angelegtes Kulturfestival und damit fester Bestandteil des Kulturlebens in der Stadt direkt am Weserufer. Unter dem Motto „umsonst und draußen“ lockt an fünf Tagen im Sommer Jahr für Jahr ein attraktives und vielfältiges und hochwertiges Kulturprogramm. Programmatisch hat sich die Veranstaltung in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich weiterentwickelt, so wurde etwa der Aspekt der künstlerischen Nachwuchsförderung deutlich gestärkt. Das Festival verbindet eine eigene künstlerisch-programmatische Handschrift mit einem niedrigschwelligen Zugang und großem Publikumserfolg. Es erreicht Menschen aus unterschiedlichsten Milieus und treibt die Vernetzung der bremischen Kulturakteurinnen und Kulturakteure voran. Die Breminale hat für den Senat einen sehr hohen Stellenwert als eines der wichtigsten kulturellen Festivals in Bremen – insbesondere auch, weil sie Menschen mit wenig Geld die unmittelbare Teilhabe an Kunst und Kultur ermöglicht und Zugangsbarrieren abbaut sowie positiv auf das Image der Stadt wirkt. Zu Frage 2: Die Besucher:innenzahlen der Breminale haben sich auch nach der Pandemie positiv entwickelt. Von circa 200 000 in 2018 und 2019 konnte im Jahr 2023 mit erneut 200 000 Besucher:innen an die Coronavorzeit angeknüpft werden. Während der Pandemie fiel das Festival 2020 aus, konnte 2021 mit einem pandemiekonformen dezentralen Ersatzkonzept circa 5 500 Besucher zuzüglich 19 000 per OnlineAudiostream erreichen und verzeichnete 2022 bereits wieder circa 190 000 Besucher:innen. Der Senat begrüßt diese Entwicklung und bewertet insbesondere auch die Bereitschaft der Breminale zu flexiblen Lösungen während der Pandemie sehr positiv. Zu Frage 3: Die durch Pandemie, Krieg und Inflation entstehenden Mehrkosten konnten in den Jahren 2021 bis 2023 durch pandemiebedingte Bundesmittel ausgeglichen werden. Da diese Mittel ab 2024 nicht mehr zur Verfügung stehen und gleichzeitig nicht ersichtlich ist, dass Produktionsund Materialkosten weiter sinken werden, wird der zusätzliche Bedarf bei Planung und Durchführung der Veranstaltung in gleichbleibender Dimension nach den zwischen der Breminale und dem Senator für Kultur kommunizierten Berechnungen voraussichtlich bei etwa 225 000 Euro liegen. Die Breminale wird bislang jährlich mit 125 000 Euro aus städtischen Mitteln unterstützt, davon 65 000 Euro vom Senator für Kultur und auf der Grundlage von Förderanträgen zuletzt 60 000 Euro aus den Mitteln der durch die WFB verwalteten Veranstaltungsförderung für den Bereich Kultur der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation. Darüber hinaus konnte die Breminale in den vergangenen Jahren durch Fördersummen und Anschubfinanzierungen aus dem Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung unterstützt werden. Der Senator für Kultur beabsichtigt, den kulturfachlichen Bedarf in die institutionelle Förderung zu überführen. Darüber hinaus ist die Veranstalterin aufgefordert, weitere Einnahmemöglichkeiten zu generieren. Zudem hat die Veranstalterin auch zukünftig die Möglichkeit, bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation eine Fehlbedarfsfinanzierung aus Kulturförderung für das Projekt zu beantragen. Hierbei wird der niedrigschwellige Charakter dieses Projekts berücksichtigt. – So weit die Antwort des Senats!

Alle Reden von Carmen Emigholz Protokoll (PDF) ↗