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Dr. Claudia Schilling

26.08.2026 Sitzungen 21/36

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Ich kann Ihnen versichern, der Bremer Senat verfolgt das Ziel, die Verwirklichung von Gendergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen mit Entschlossenheit, mit Nachdruck und aus voller Überzeugung. Wir wollen und wir werden auch weiterhin die bestehenden Ungleichheiten und strukturellen Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt nicht hinnehmen, sondern sie weiter abbauen und ihnen entschieden entgegentreten. Ich möchte zunächst noch einmal kurz die aus unserer Sicht wichtigsten Ansatzpunkte für Gendergerechtigkeit betonen: Das ist zum einen die gerechte Verteilung der Geschlechter auf alle Berufe und auf alle Branchen. Das ist zum anderen ein fairer, ein gerechter Frauenanteil in Führungspositionen, und das sind schließlich moderne Arbeitszeitmodelle sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Genau diese Themen nimmt auch die Landesstrategie des Senats für Gendergerechtigkeit im Erwerbsleben und Entgeltgleichheit in den Fokus. Ich gebe zu, der Titel ist etwas sperrig, aber es kommt bekanntlich auf die Inhalte an, und die sind überzeugend. Dafür ist es wichtig, dass die Senatskommission Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt in ihrer Sitzung am 17. März dieses Jahres die Fortschreibung der Landesstrategie beschlossen und neben der Weiterführung und Umsetzung achtzehn neue Maßnahmen aufgenommen hat. Dazu gehören unter anderem Initiativen zur besseren Vereinbarkeit von Erwerbs- und Sorgearbeit, zur Stärkung von Frauen in Weiterbildung und Qualifizierung sowie zur Förderung moderner Arbeitszeitmodelle in Unternehmen. Wir sind, meine sehr verehrten Damen und Herren, auf einem guten Weg, aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Die Gleichstellung von Frauen auf dem bremischen Arbeitsmarkt ist noch lange nicht erreicht. Trotz langjähriger Bemühungen bestehen strukturelle Ungleichheiten zulasten von Frauen, wir haben das in den verschiedenen Reden gehört. Auch dies verdeutlicht, dass Geschlechtergerechtigkeit im Erwerbsleben kein Randthema ist, sondern eine zentrale Arbeits-, Wirtschafts- und sozialpolitische Herausforderung darstellt. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Es gibt also nach wie vor viel zu tun und das stelle ich auch nicht in Abrede, aber wir haben uns, und das zählt am Ende des Tages, auf den Weg gemacht. Wir haben innovative Maßnahmen ergriffen, wir sind erfolgreiche Kooperationen eingegangen zwischen Verwaltung, Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und weiteren Akteurinnen und Akteuren und wir haben erste Erfolge, wichtige Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt erzielt. Der Gender-Pay-Gap in Bremen ist in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen und liegt inzwischen unter dem Bundesschnitt. „Unter“ heißt in diesem Zusammenhang, wir sind besser als der Schnitt. Auch bei der Differenz der durchschnittlich geleisteten bezahlten Arbeitszeiten von Frauen und Männern steht Bremen inzwischen besser da als der Bundesdurchschnitt. Diese Entwicklungen zeigen, dass die von uns ergriffenen politischen Maßnahmen, die gesellschaftliche Debatte und das Engagement vieler Akteurinnen und Akteure Wirkung entfalten und dass sich die kontinuierlichen Anstrengungen für mehr Geschlechtergerechtigkeit tatsächlich lohnen. Unser Wunsch ist es, die Ungleichheiten zu beseitigen und die Geschlechtergerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt weiter zu fördern. Dafür stehen wir ein, dies ist das erklärte Ziel unserer Politik. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Für die ressortübergreifende und umfangreiche Arbeit an der Landesstrategie und die enge Kooperation mit Wirtschafts- und Sozialpartner:innen erhält das Land Bremen bundesweit große Anerkennung. Damit aus dieser Anerkennung aber auch die erforderlichen nachhaltigen Veränderungen erwachsen können, brauchen wir auch weiterhin einen breiten gesellschaftlichen Diskurs. Umso schöner finde ich es, dass wir dieses so wichtige Thema heute in diesem Hohen Haus debattieren. Unser aller Ziel muss es sein, dass Mädchen und Frauen alle Möglichkeiten offenstehen – in der Ausbildung, im Studium, im Berufsleben, ganz gleich ob in technischen Berufen, in Führungspositionen oder in der Selbstständigkeit. Unser Ziel muss es sein, dass Männer ganz selbstverständlich Sorgearbeit übernehmen können, ohne berufliche Nachteile befürchten zu müssen. Dies werden wir aber nur erreichen, wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen, mit dem erforderlichen Mut, auch mal Dinge auszuprobieren, mit Ausdauer, mit dem festen Willen, die Chancengleichheit und Gleichberechtigung in Bremen weiter voranzubringen. – Ich danke Ihnen! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)

Alle Reden von Dr. Claudia Schilling Protokoll (PDF) ↗