Sandra Ahrens
Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Ich bin ein bisschen begeistert über das, was ich mir hier gerade an ausgedachter Prosa anhören durfte. (Abgeordneter Nelson Janßen [Die Linke]: Schön! – Heiterkeit SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Frauen haben immer schlechtere Perspektiven. Ja, das ist richtig. Aber um das noch mal deutlich zu sagen: Bremen war bundesweit das Baby-BoomerLand, und die Fertilitätsquote war hier wesentlich höher als im Rest, obwohl Sie die beschissensten Rahmenbedingungen in ganz Deutschland anbieten, um das mal auf den Punkt zu bringen. Wenn ich dann an der Stelle feststelle, dass Sie hier in Bremen die löchrigste Infrastruktur – die öffentliche Infrastruktur – da haben, wo die größten Bedarfe sind, nämlich genau in den sogenannten sozialen Brennpunkten, dann weiß man, wie Ihre soziale Politik hier in Bremen aussieht. Jetzt auch noch mal zu den tatsächlichen Zahlen, liebe Frau Leonidakis, weil Sie sich hier ja alle für die Kindergartenplätze abfeiern. (Abgeordneter Heiko Strohmann [CDU]: Mitschreiben!) Die tatsächliche Belegung ist 32,8 Prozent in der Krippe und 88,2 Prozent bei den Dreijährigen bis zum Schuleintritt. Das heißt, auch da sind wir bundesweit mit Abstand am schlechtesten. Wir haben hier Tausende von unversorgten Kindern in Bremen, die keinen Kindergarten haben, und zwar auch bei den Drei- bis Siebenjährigen. Wenn man das dann hier hinstellt, die sich nämlich gar nicht mehr anmelden mögen, und das abfeiert, dann sage ich Ihnen: Die melden sich nicht mehr an, weil sie wissen, dass ihre Nachbarin, die einen Kindergartenplatz hat, ein so löchriges System, eine so dünne Decke vorfindet, dass das Papier theoretisch sagt, du hast 365 Tage (Glocke) einen Kindergartenplatz, dass praktisch aber 50 bis 70 Schließtage dahinter stehen. – Danke schön! (Beifall CDU, BÜNDNIS DEUTSCHLAND)
