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Rainer Bensch

CDU 22.04.2026 Sitzungen 21/33

Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Manchmal braucht es ungewöhnliche Bilder, ungewöhnliche Aktionen, um gesellschaftliche Tabuthemen nach vorne zu bringen. So erinnere ich mich an einen richtig schönen Tag, den ich letzten Monat in Bremerhaven verbringen durfte, den 9. März. (Abgeordneter Jan Timke [BÜNDNIS DEUTSCHLAND]: Da gibt es nur gute Tage!) Da traf ich mich mit etwa 200 Mitmenschen auf dem Bremerhavener Deich vor dem Hotel Sail City und auf dem Weg hin zum Zoo am Meer. Ich selbst bin da aber nicht stehen geblieben. Ich bin schon im Vorfeld mit meinem roten Bademantel mit zwei verschiedenfarbigen Schuhen und einem Reisekoffer sichtlich verwirrt durch die neuen Havenwelten gegangen. Ich habe genau fühlen und beobachten können, wie das ist. Wie sprechen die Menschen dich an, wenn sie dich ansprechen? Dann habe ich natürlich, nachdem ich mich zunächst verwirrt gezeigt habe, gesagt: Wir machen eine Bademäntel-Challenge, wir wollen auf dieses gesellschaftliche Tabuthema hinweisen. Aber Sichtbarkeit alleine machen, das reicht nicht, meine Damen und Herren. Diese Aktion, kann ich nur sagen, war wunderbar. Wenn ich Ihnen ein paar Namen nenne, vielleicht kennt der ein oder andere sie oder ihn auch, dann werden Sie sehen, dass es ein Thema ist, das uns alle angeht. Ich möchte mich vor allem bedanken bei Marita Fischer und Andrea von Harten, die kommt von der Demenz Selbsthilfe Bremerhaven und vom Pflegestützpunkt Bremerhaven; oder auch bei Torsten von Haaren, einem verdienten Sozialdemokraten, Stadtverordnetenvorsteher; oder bei unserer Gesundheitsstadträtin in Bremerhaven Frau Toense, Andrea Toense. Es war aber auch ein Sportler dabei, der das im Vorfeld über die sozialen Medien schon richtig vorangebracht hat, nämlich Adrian Breitlauch, dem Sie als addi7 auf Instagram gerne folgen können. Das zeigt: jung und alt, Mann und Frau, aus der Pflege kommend, aus der Politik, aus der Gesellschaft kommend – das sind Menschen, das sind Vorbilder. Das hat man auch heute hier gespürt: Wir alle brennen für dieses Thema Demenz, und ich glaube, sagen zu können, auch hier im Hause eint uns folgende Haltung: Demenz verändert zwar ein Leben, darf aber nicht die Menschlichkeit der Gesellschaft verändern, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, BÜNDNIS DEUTSCHLAND, FDP) Eine menschliche Gesellschaft zeigt sich vor allem daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Zu den Schwächsten gehören auch die Menschen mit Demenz. Ich habe bei allen Rednern, auch denen der Koalition, die bisher gesprochen haben, eine sehr große Ernsthaftigkeit vernommen. Es ist eben auch selbstkritisch gesagt worden: Wir könnten aus Berlin aus Bundestöpfen, aus der Pflegeversicherung Geld abschöpfen für Projekte, für innovative Projekte, aber wir haben nun mal leider aus eigenen haushalterischen Gründen nicht die Möglichkeit der Kofinanzierung. Das ist immer der erste Schritt zu einer Glaubhaftigkeit, zu einem glaubwürdigen Umgang damit, wenn es am Geld scheitert, dass man es auch einfach sagt und nicht darauf wartet, dass es andere sagen. Vielen Dank dafür an die Koalitionäre! So komme ich jetzt mit einer Unterstellung, einer positiven Unterstellung Richtung Koalition: Ich glaube schon, dass sowohl der Sachverstand aller Fachabgeordneten, auch der Behörde und vor allem auch der DIKS, die genannt wurde, dieser Demenz Informations- und Koordinierungsstelle, wo Tanja Meier jetzt schon über 20 Jahre positiv wirkt – –, dass wir da endlich Bremerhaven mit inkludieren und dass wir mit großer Ernsthaftigkeit in der Deputation weiter beraten. Mein Appell zum Schluss ist, dass wir nicht eine Beendigung zweiter Klasse erleben, sondern dass wir innerhalb der Gesundheitsdeputation die Grundsteine dafür bauen, dass wir sagen können, wir bauen gemeinsam daran, unsere Gesellschaft ein Stück menschlicher zu machen, auch und gerade für unsere Menschen mit Demenz. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall CDU, FDP)

Alle Reden von Rainer Bensch Protokoll (PDF) ↗