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Gökhan Brandt

FDP 18.03.2026 Sitzungen 21/32

Okay. (Heiterkeit) Wenn wir uns mal das Gleichstellungsparadoxon angucken, dann ist es so – und das ist sehr faszinierend –, dass in allen Gesellschaften dieser Welt Frauen klassischerweise typische Frauenberufe ergreifen, solange es sich um freie Gesellschaften handelt. Je unfreier eine Gesellschaft und je totalitärer sie wird, desto eher sind Frauen öfter in – typischerweise, aus unserer westlichen Sicht – Männerberufen vertreten und dort sogar meistens besser und öfter vertreten als Männer selbst. Diesen Effekt sehen wir bei jeder Gesellschaft unserer Welt, von Nordkorea bis hin zur Bundesrepublik. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze, die alle am Ende des Tages darauf münden, dass es einfach eine gewisse Form von intrinsischem Selbstinteresse geben muss zur Selbstverwirklichung des eigenen Lebens, wo wir irgendwann an den Punkt kommen, zu sagen, wir müssen irgendwann anerkennen, dass es ungleiche Berufswahlen gibt und dass alle Berufe nicht miteinander vergleichbar sind, auch nicht gleich vergütet werden können, weil wir gesellschaftlich in der Volkswirtschaft, den marktwirtschaftlichen Ökonomien – –. (Abgeordnete Sofia Leonidakis [Die Linke]: Ist das nicht ein bisschen biologistisch?) Nein, überhaupt nicht. Ich versuche, Ihnen das eigentlich relativ simpel zu erklären, dass wir irgendwann damit – –. (Heiterkeit SPD) Doch, natürlich. (Unruhe – Abgeordnete Sofia Leonidakis [Die Linke]: Ausgerechnet aus einer reinen Männerfraktion bekommen wir jetzt erklärt, dass die Frauen selber schuld sind! – Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Rede mal weiter.) Frau Leonidakis, ich glaube – –. Sehen Sie, ich hatte gestern meine Tochter dabei. Ich glaube, jeder Mensch in Deutschland, egal, ob Mann, Frau oder divers, hat das Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben, auf gute Arbeit, auf gute Bezahlung und natürlich auf gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit. Punkt. Nichtsdestotrotz müssen wir anerkennen, dass, wenn ich eine Tätigkeit ausübe, die ökonomisch weniger vergütet wird als eine Tätigkeit, die Sie ausüben, dass das dann einfach so ist. Wenn wir dann natürlich nur unsere Geschlechter ins Verhältnis setzen, dann ist das ein unzureichender Vergleich. Punkt. (Abgeordneter Piet Leidreiter [BÜNDNIS DEUTSCHLAND]: Das ist ja ganz einfach. – Abgeordnete Sofia Leonidakis [Die Linke]: Und der Markt regelt, oder was?) Ja, der Markt regelt, und wir sind mittlerweile, Frau Leonidakis, an einem Punkt angekommen, (Heiterkeit SPD) wo wir sagen müssen, dass 3 Prozent durchaus ein Wert ist, mit dem man weiterarbeiten kann, wo vieles schon erreicht worden ist. (Abgeordnete Sofia Leonidakis [Die Linke]: Sie benutzen die bereinigte. Das habe ich doch gerade schon gesagt… – Abgeordneter Heiko Strohmann [CDU]: Lassen Sie es, die wollen das doch gar nicht wissen.) Ich glaube auch, Herr Strohmann, Sie haben recht, die Linken wollen es nicht verstehen. – Vielen Dank! (Beifall FDP)

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