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Gökhan Brandt

FDP 18.03.2026 Sitzungen 21/32

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste! Ja, gleiche Arbeit für gleichen Lohn, da machen wir als FDP mit, das ist keine Frage. Aber wo gibt es denn wirklich gleiche Arbeit? Wo sieht man sie im alltäglichen Leben? Ich muss sagen, in meiner beruflichen Laufbahn gab es immer wieder natürlich Menschen, die eine sehr vergleichbare Arbeit machen, in den allerwenigsten Fällen ist Arbeit immer gleich. Es ist sogar faktisch so, dass es ja diese Unterschiede, die den unbereinigten Gender-Pay-Gap ausmachen, ja nicht nur zwischen allen Männern und allen Frauen gibt, sondern auch innerhalb der jeweiligen Gruppen für sich. Das heißt, diese Instanzen des unbereinigten GenderPay-Gaps wie zum Beispiel der Erwerbsumfang, der Bildungshintergrund, die gewählte Betriebsgröße und die Branche, die dann jeweils ihre prozentualen Anteile haben, wirken sich ebenfalls unter der Gruppe der Männer oder der Gruppe der Frauen untereinander aus. Da muss man durchaus feststellen, dass die allermeisten Faktoren sehr gut erklärbar sind. Heruntergebrochen kommen wir irgendwann auf diesen bereinigten Gender-Pay-Gap von mittlerweile noch 3 Prozent, wo ich sagen muss: Natürlich, selbstverständlich sind auch 3 Prozent Unterschied bei erklärbar gleicher Arbeit zu viel. Nichtsdestotrotz sind 3 Prozent – das klingt jetzt ein bisschen komisch – aber nicht die große Welt, vor allem, wenn man diese Diskriminierungsdimension mit anderen Diskriminierungsdimensionen vergleicht. Ich mache Ihnen ein Beispiel: Migrationshintergrund liegt bei 4 Prozent, eine optisch erkennbare Behinderung liegt bei 24 Prozent. Das sind diese Faktoren, die man da an dieser Stelle zurate ziehen muss, wo man sagen kann, natürlich ist es nicht richtig, natürlich streben wir eine Gesellschaft an, in der möglichst gleiche Arbeit gleich bezahlt werden soll, aber wir haben viele verschiedene Einflussfaktoren, die für Diskriminierung sorgen. Das macht die einzelne Diskriminierung nicht besser, setzt sie aber in einen Kontext, und da gibt es andere Diskriminierungsdimensionen wie die der Behinderungen oder andere, die ebenfalls stark vernachlässigt werden. Hier kommt quasi das Problem des Gender-Pay-Gaps zum Tragen. Er zeigt uns einfach nur unsere Gesellschaft so, wie sie ist. So, Punkt. (Zuruf BÜNDNIS DEUTSCHLAND) Ja, Herr Leidreiter, vielleicht beschäftigen Sie sich damit, die Gesellschaft wahrzunehmen, so, wie sie ist. Das würde Ihnen vielleicht auch mal guttun. (Unruhe) Wenn man jetzt Gesellschaften miteinander vergleicht, zum Beispiel mit dem – –. Machen wir einen Kaffeeklatsch, hier?

Alle Reden von Gökhan Brandt Protokoll (PDF) ↗