Silke Stroth
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Die Pflegestützpunkte sind als neutrale, unabhängige und gesetzesübergreifende Beratungsstruktur zum Thema Pflege im Land Bremen besonders wichtig. Die Zahlen für 2024 und 2025 sind nicht vollständig miteinander vergleichbar. Grund hierfür ist ein Beschluss des Grundsatzausschusses der Pflegestützpunkte, der ab 2025 auf die aufwendige statistische Erfassung von sehr kurzen, meist telefonischen Kontakten verzichtet. Bei diesen Kontaktformen dauerte die Dokumentation teils länger als der Kontakt. Diese Entbürokratisierungsmaßnahme ist ein einmaliger Effekt für den Vergleich der Kontaktzahlen für die beiden Zeiträume bis Ende 2024 beziehungsweise ab Anfang 2025 und fällt daher direkt in den hier angefragten Zeitraum. Die Inanspruchnahme lag im Jahr 2025 rechnerisch insgesamt niedriger als in 2024. Dieses ist neben der dargestellten Veränderung in der Erhebung vor allem auf drei Personalabgänge beim Amt für Soziale Dienste Bremen im 1. Halbjahr 2025 zurückzuführen. Eine Wiederbesetzung erfolgte zwar schnellstmöglich, jedoch ergaben sich hieraus zwischenzeitliche Vakanzen. Die zwei Hauptstandorte der Pflegestützpunkte in der Kommune Bremen haben aus den genannten Gründen statistisch einen Rückgang der Kontakte zu verzeichnen: In der Vahr wurden 2025 insgesamt 4 437 Kontakte erfasst. In 2024 waren es 5 415 Kontakte. In Vegesack waren es im Jahr 2025 insgesamt 3 148 Kontakte und in 2024 4 270 Kontakte. Auch für die Außenstellen der Pflegestützpunkte in der Kommune Bremen gelten die Vorbemerkungen zur eingeschränkten Vergleichbarkeit. In Gröpelingen sank die erfasste Anzahl an Kontakten von 815 in 2024 auf 584 in 2025. In Huckelriede sanken die Kontakte von 941 in 2024 auf 704 in 2025. In Huchting stiegen die Kontaktzahlen dagegen von 652 in 2024 auf 720 in 2025. Der Standort in Bremerhaven hat etwa gleichbleibend viele Kontakte im Jahr 2025 mit 2 189 Kontakten und 2 219 in 2024. Zu Frage 2: Die Wartezeit auf einen persönlichen Termin beträgt aktuell etwa drei Wochen in den Standorten der Stadt Bremen. Persönliche Termine in Bremerhaven können in der Regel innerhalb von einer Woche vergeben werden. Die Pflegestützpunkte bemühen sich, durch einen kontinuierlichen Optimierungsprozess die Wartezeiten für persönliche Termine zu verkürzen. Mit dem derzeit eingesetzten Personal kommen die Pflegestützpunkte im Land Bremen ihren gesetzlichen Aufträgen nach. Zu Frage 3: Neben der Anzahl der in Anspruch genommenen Beratungen werden auch Beratungsumfang und -themen, Art des Kontaktes – also telefonisch, persönlich oder Hausbesuch – sowie der Kontaktzeitpunkt dokumentiert. Zudem wird erfasst, ob sich Ratsuchende für sich oder für andere an den Pflegestützpunkt wenden, ob es ein Erst- oder Folgekontakt war und ob es im Beratungsverlauf zur Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen kam. Darüber hinaus werden einige relevante persönliche Angaben, Wohnform sowie Wohnort dokumentiert. Die erhobenen Daten werden quartalsweise für die Weiterentwicklung der Pflegestützpunkte intern evaluiert und an die Träger kommuniziert. Hierbei wird insbesondere die Entwicklung der neuen Standorte in den Blick genommen. Außerdem gibt die Statistik Aufschluss über die Verteilung von Beratungsthemen und Netzwerkarbeit der Mitarbeitenden. Bei Auffälligkeiten zur Anzahl der Kontakte kann somit zeitnah reagiert und nachgesteuert werden. – So weit die Antwort des Senats! Herr Kollege Humpich, gibt es Zusatzfragen? –
