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Dr. Franziska Tell

GRÜNE 25.02.2026 Sitzungen 21/31

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Der Ganztagsausbau unserer Grundschulen ist zentral für die Bildungsgerechtigkeit, für die Chancengerechtigkeit für die Kinder im Land Bremen. Darum ist es gut, dass wir heute darüber sprechen. Die Anfrage und die Antworten des Senats machen deutlich, in welchen Schulen wir wie weit sind, wo es schon Ganztagsschulen gibt. Es ist nicht so, dass in Bremen erst mit dem geltenden Rechtsanspruch diese Ganztagsschulen eingeführt werden, sondern es gibt sie an einigen Stellen schon. Es wird natürlich auch deutlich, dass es auch immer noch Ausbaumaßnahmen gibt, weil wir noch lange nicht am Ziel sind. Darum ist es gut, darüber zu sprechen, was hier noch passieren muss. Viele Punkte wurden in der Debatte jetzt schon aufgegriffen. Ich möchte noch einmal auf ein paar Aspekte ein Schlaglicht werfen, und zwar einerseits auf das Thema der Rhythmisierung. Denn Ganztag ist nicht einfach nur, wir machen längeren Unterricht und machen dann noch mal ein paar Stunden mehr Deutsch und Mathematik und dann lernen die Kinder schon die Basiskompetenzen, sondern Ganztag bedeutet, die bestehenden Fächer gut zu durchmischen mit verschiedenen Angeboten aus Sport, Kultur, Umweltbildung, Draußensein, Bewegung und vielem mehr aus Kooperationen mit Verbänden und Vereinen, um dafür zu sorgen, dass Kinder gut lernen können und zwischen dem Faktenlernen und Arbeiten auch Pausen haben, um die Entwicklung des Gehirns und des Lernens voranzutreiben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke) Das erfordert natürlich gute Schulentwicklung, gute Zusammenarbeit, um diese Rhythmisierung gut aufzustellen, und ich finde, es ist gut, dass auch in der Antwort des Senats noch mal deutlich wird, dass das Ziel ist, dass wirklich an allen Schulen ein entsprechender rhythmisierter Ganztag angeboten wird. Und nein, wir sind natürlich noch nicht am Ziel, aber es ist gut, dass weiter daran gearbeitet wird. Was auch wichtig ist, in den Blick zu nehmen, mit der Situation, die wir aktuell haben, dass wir noch nicht an allen Grundschulen einen Ganztag haben, ist, dass wir auch gucken müssen, wie eigentlich eine Gleichbehandlung der unterschiedlichen Rechtsansprüche stattfinden kann. Denn momentan ist die Situation so, dass im kommenden Schuljahr die Erstklässler:innen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben, die in den höheren Jahrgängen aber nicht. Da wird durch den teilweise noch fehlenden Ausbau auch auf die Horte zurückgegriffen. Es muss funktionieren, dass sowohl die Kinder, die in die Schule kommen, Anspruch haben auf die Plätze, aber auch diejenigen, die bereits zur Schule gehen und die Hortplätze brauchen, diese Hortplätze nicht verlieren, weil sie offiziell noch keinen Ganztagsanspruch haben. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke) Herr Voigt, Sie haben mich in Ihrer Rede, die nun schon eine Weile her ist, direkt angesprochen. Darum möchte ich kurz darauf reagieren. Ich denke, wir haben große Einigkeit in den Punkten, die Sie aufgemacht haben, was es braucht. Es braucht zur Umsetzung des Ganztags klare Planung, klare Strukturen und auch klare Zielsetzungen, wie wir dahin kommen, dass alle Schulen einen guten Ganztag umsetzen können. Ich denke, viele Aspekte wurden in der Debatte jetzt schon genannt. Darum will ich sie jetzt nicht noch mal wiederholen, sondern belasse es dabei. – Vielen Dank! (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke)

Alle Reden von Dr. Franziska Tell Protokoll (PDF) ↗