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Miriam Strunge

Die Linke 25.02.2026 Sitzungen 21/31

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Das Land Bremen wird im kommenden Schuljahr den Rechtsanspruch auf den Ganztag im ersten Schuljahr erfüllen. In beiden Stadtgemeinden gibt es einen Ausbaupfad für alle Schulen, wie für die Kinder eine Betreuung und vor allem ein Bildungsangebot auch über den Mittag hinaus gesichert werden kann. Das ist die ganz klare Botschaft, die wir für alle Eltern haben, deren Kinder jetzt im Sommer mit der Schule beginnen. Das möchte ich auch deswegen noch einmal betonen, weil der Weser-Kurier heute Morgen auf der Titelseite eine Schlagzeile zu fehlenden Ganztagsplätzen hatte, bundesweit und auch in Bremen. Die vom WeserKurier zitierte Studie ist aber unvollständig, denn in dieser wird nur abgefragt, wie viele Ganztagsplätze es im Jahr 2024 gab. Alle laufenden Ausbaubemühungen werden aber noch nicht erwähnt, deswegen kommt diese Studie auch zu einem verzerrten Ergebnis. Zurzeit findet ein organisatorischer Kraftakt im Land Bremen statt, von der Behörde, von beiden Kommunen, von den Schulen, den freien Trägern und den Horten. Aufgrund dieser Kraftanstrengungen werden alle Bremer Erstklässler:innen einen Ganztagsplatz in Anspruch nehmen können, die einen haben wollen. Allerdings schaffen wir es leider nicht, für alle Erstklässler einen Platz im gebundenen Ganztag vorzuhalten. Dieses Ziel hatte die Politik vor zehn Jahren einmal für das Jahr 2025 ausgegeben, aber angesichts der massiven Steigerungen bei den Schüler:innenzahlen war dieses ambitionierte Ziel nicht zu halten. Für uns Linke ist klar, wir geben dieses Ziel nicht auf, wir streben weiterhin an, dass mittelfristig alle Kinder im Grundschulalter gemeinsam über den Tag zusammen lernen und spielen. Die aktuelle Situation ist also ein Zwischenschritt, wo wir aktuell ein Hortangebot oder einen offenen Ganztag haben, wollen wir mittelfristig in den gebundenen Ganztag wechseln. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass der gebundene Ganztag die beste Form des längeren gemeinsamen Lernens ist. Verbindliche Gruppen, in denen sich rhythmisiert über den ganzen Tag Lern- und Bewegungsangebote abwechseln, in denen gefördert, aber auch gespielt werden kann, das ist der pädagogisch wirksamste Ganztag. So kann der ganze Schultag neu strukturiert werden und muss nicht klassisch in vormittags lernen und nachmittags spielen unterteilt werden. Der gebundene Ganztag schafft mehr Bildungszeit und dient damit allen Kindern, aber auch Kindern aus benachteiligten Quartieren. Deshalb nehmen wir die Schulen in den benachteiligten Stadtteilen bei der Umwandlung in den gebundenen Ganztag als Erste in den Blick. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zum kommenden Jahr wird es aber, wie schon gesagt, das bewährte Nebeneinander von gebundenem und offenem Ganztag und Hortangeboten geben. Wichtig ist, dass es unabhängig von der Form ein pädagogisch hochwertiges Angebot sein wird. Nachdem wir im ersten Schritt die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen haben und es im Sommer genügend Plätze geben wird, muss unser Fokus nun auf die Frage gerichtet werden: Wie schaffen wir Qualitätsstandards, die für alle Einrichtungen gelten und auf die sich die Eltern verlassen können? Ich glaube, da können wir noch besser werden, denn es ist richtig, dass die Schulen Angebote in Eigenverantwortlichkeit entwickeln, ihre eigenen Schwerpunkte setzen und ein eigenes Profil im Ganztag haben, aber ich bin durchaus der Meinung, dass man hier auch noch mehr Steuerung durch die senatorische Behörde ermöglichen kann. In der Senatsantwort wird auch darauf eingegangen: Es gibt Rahmenverträge zwischen dem Senator und den Trägern der außerschulischen Bildungsarbeit. Mit dem Landessportbund gibt es so einen; andere Einrichtungen, wie die Musikschule zum Beispiel, sollten folgen. Ich denke dabei zum Beispiel auch an den Landesverband für freie darstellende Künste, um zum Beispiel Angebote der kulturellen Bildung an vielen Schulen etablieren zu können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wichtig ist, dass der Ganztag in Bremen kein einfaches Betreuungsangebot ist, sondern sich vor allem durch die Qualität auszeichnet. Zu einem qualitativ hochwertigen Ganztag gehört natürlich auch ein qualitativ hochwertiges Mittagessen. Auch hier müssen wir noch konsequenter die bereits bestehenden Standards durchsetzen. In der letzten Zeit haben wir in der Deputation mehrfach Beschwerden gehört, dass die Qualität des Essens nicht in Ordnung sei oder dass die Portionsgrößen nicht ausreichen. Es ist wichtig, dass die senatorische Behörde diesen Beschwerden genau nachgeht und für neue Standorte von Anfang an sichergestellt wird, dass die Qualitätsstandards erfüllt werden. Kinder brauchen ein gutes, gesundes Essen, um am Nachmittag auch gut weiter lernen zu können. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Abschließend möchte ich noch deutlich machen: Zum kommenden Schuljahr erfüllen wir den Rechtsanspruch, darauf können sich die Eltern verlassen. Uns ist es dabei aber wichtig, dass unabhängig von der Betreuungsform den Kindern ein pädagogisch hochwertiges Angebot gemacht wird, in dem sie nicht nur betreut, sondern auch gefördert werden. Deswegen werden wir jetzt nach den organisatorischen Fragen zunehmend die Fragen nach der Qualität in den Mittelpunkt stellen. – Herzlichen Dank! (Beifall Die Linke, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Alle Reden von Miriam Strunge Protokoll (PDF) ↗