Silke Stroth
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Das Thema Gesundheit und Hitze ist für alle Altersgruppen relevant. In den vergangenen Sommermonaten wurden zur Sensibilisierung der gesamten Bevölkerung für das Thema Gesundheit und Hitze durch die Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz Informationen sowohl über Social Media als auch über die Onlineauftritte der Gesundheitsämter vermittelt. Bei Hitzewarnungen wurden allgemeingültige Verhaltenshinweise herausgegeben. Grundschulkinder wurden spezifisch über die Arbeit der Gesundheitsfachkräfte an Schulen in Bremen und Bremerhaven erreicht. Sie haben zum Thema Hitze und Sonnenschutz ab dem Frühjahr regelmäßige Lerneinheiten erhalten, die beispielsweise ein UV-Experiment und das Zubereiten von gesunden Durstlöschern umfasste. Die richtigen Verhaltensweisen bei Hitze und Sonnenschutz werden an heißen Tagen verstärkt wiederholt. In den Bremerhavener Grundschulen wurde neben diesen Maßnahmen an einem Aktionstag auch eine Sonnenschutzrallye mit den Kindern durchgeführt. Im Rahmen der Potenzialstudie Kattenturm wurden durch die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft und die Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung verschiedene Beteiligungsformate zum Thema Klimagefahren mit Jugendlichen und Eltern von Kitakindern durchgeführt. Daraus sind Maßnahmen entwickelt worden, um die Hitzebelastung auf den Außengeländen von ausgewählten Schulen, einer Kita, eines Spielplatzes und des Funparks der AWO zu reduzieren. Auch solche Formate sensibilisieren für das Thema. Zu Frage 2: Der DAK-Kinder- und Jugendreport hat gezeigt, dass die gesundheitlichen Risiken durch Hitze für Kinder und Jugendliche immer noch unterschätzt werden. Auch, um dem entgegenzuwirken, wurde der „Hitzeaktionsplan Bremen – Bremerhaven“ auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und Empfehlungen hinsichtlich der jüngeren Bevölkerungsgruppe erstellt. So beinhaltet der Hitzeaktionsplan eine Fülle von Maßnahmen, die auch die Bedarfe aus dem DAK-Kinder- und Jugendreport aufgreifen. Dazu gehört die Sensibilisierung vulnerabler Gruppen, die Aktivierung und Unterstützung von kinder- und frauenärztlichen Praxen sowie Hebammen und schließlich Hitzeschutzmaßnahmen auf Schulhöfen und Kitaspielplätzen. Diese und weitere Maßnahmen werden nun sukzessive umgesetzt. Inwiefern diese Maßnahmen ausreichend wirkungsvoll sind, lässt sich erst zu einem späteren Zeitpunkt objektiver bewerten. Zu Frage 3: Ob zusätzliche Maßnahmen zum aktuellen Hitzeaktionsplan notwendig sein werden, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Die Veränderung hin zu einem höheren und fest verankerten Risikobewusstsein gegenüber Hitze bedarf eines langen Atems und vieler Akteur:innen. Im Hinblick auf Kinder und Jugendliche ist zudem Kreativität bei der Kommunikation ein wichtiger Faktor. Der Hitzeaktionsplan sieht Maßnahmen zum Monitoring und zur Evaluation vor. Diese Maßnahmen sollen zum einen eine effektive und möglichst effiziente Umsetzung des Hitzeaktionsplans sicherstellen, zum anderen bedarfsgerechte Anpassungen ermöglichen. Die identifizierten Lücken oder Hemmnisse zu identifizieren und zu schließen, wird ein Teil der Umsetzung in den nächsten Jahren sein. – So weit die Antwort des Senats!
