Ute Reimers-Bruns
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen, sehr geehrte Gäste! Wir debattieren den koalitionären Antrag, der hier schon mehrfach genannt worden ist, aber ich möchte ihn gerne auch noch einmal kurz nennen: „Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche in psychischen Krisen ausbauen“. Anders als die Kolleg:innen, die sind jetzt ja nicht mehr da, sind alle hier, denke ich, der größte Teil hier bei uns im Plenarsaal, der Überzeugung, dass man Kindern und Jugendlichen nicht irgendwas vorgaukeln kann, sondern dass Kinder und Jugendliche Wesen sind, die alles genau mitbekommen, teilweise verantwortungsbewussten Medienkonsum haben und auch aus den Nachrichten und den damit verbundenen Nachrichten über Krisen in der Welt bestens informiert sind. Das macht die Kinder und Jugendlichen krank und behindert sie in ihrer psychischen Gesundheit; und nicht das, was andere ihnen vorgaukeln, wir ihnen angeblich vorgaukeln. Das ist ein ganz anderes Menschenbild, das hier gelebt wird. Das ist nicht nur das Familienbild, das ist ein Menschenbild, das wir haben. Wir sehen diese Kinder und Jugendlichen in der eigenen Verantwortlichkeit. Wenn diesen Kindern und Jugendlichen psychische Gewalt sozusagen angetan wird, also wenn sie durch die Nachrichten, die Krisen in dieser Welt krank werden, dann ist das etwas, was nicht andere für sie machen, sondern dass sie selber sehen: So kann ich eigentlich nicht mehr leben in dieser schrecklichen Welt mit all diesen Krisen. Wir sehen die Kinder und Jugendlichen als besonders schützenswert, aber sie sind durchaus in der Lage, sich selbst eine Meinung zu bilden. Und auch weil sie sich eigene Meinungen bilden können, können sie manchmal wirklich – und das geht auch vielen Erwachsenen und mir auch ganz oft so – an dieser Welt verzweifeln. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Es sind nicht nur die Folgen der Pandemie, es sind eben auch die Folgen des Ukraine-Krieges, der Klimakrise, und viele weitere globalen Krisen stecken in uns allen. Das, behaupte ich, macht uns wirklich auch krank und es ist dann natürlich logischerweise so, dass auch Kinder und Jugendliche davon betroffen sind. Deshalb ist dieser koalitionäre Antrag ein wichtiger Schritt, nicht nur irgendein Schritt, dass wir auf jeden Fall die schon erkrankten Kinder und Jugendlichen, die nicht mehr psychisch gesund sind, schnellstmöglich in eine Behandlung bringen wollen, dass es eben auch um den wichtigen Teil der Prävention geht. Wir machen schon viel, das wurde auch angesprochen. Es gibt die Gesundheitsfachkräfte an Schulen, es gibt diese Elterninitiativen und für die wird ganz viel getan, damit die Familien an sich einen besseren Start haben, mit der Erkrankung umgehen können und möglichst schnell dann diesen Kindern und Jugendlichen auch geholfen wird. Das ist ein Problem, die Schnelligkeit, das haben wir schon festgestellt: Die Schnelligkeit, mit der Kindern, die in dieser Krise stecken, und Jugendlichen geholfen wird. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Also: Behandlungen schneller möglich machen. Das ist ein großes Defizit, das wir immer noch haben, nicht nur hier in Bremen. Es ist ein bundesweites Problem, dass wir nicht den Menschen ermöglichen, schnellstmöglich einen freien Platz, der sich ja wirklich öfter mal ergeben kann, zu erlangen. Deshalb sind wir ganz auf der Seite derer, die fordern, dass für die „116117“ eben auch in diesem psychotherapeutischen Bereich besser Werbung gemacht wird, damit auch dort schnellstmöglich Kinder und Jugendliche einen Platz erlangen. Ganz wichtig ist, was ich noch mal hervorheben möchte, die Prävention: Prävention an Kitas, Prävention in den Familien, Prävention an den Schulen. Ich glaube, das ist wichtig und deswegen haben wir in diesem Antrag formuliert, dass auch der Bereich Kinder und Bildung ganz intensiv mit einbezogen werden muss. Es passiert schon mit dem Landesinstitut für Schule hier bei uns in Bremen, und deshalb wollen wir auch, dass es in diesen drei Deputationen eine Verankerung findet. Es geht nicht nur um Gesundheit, es geht nicht nur um Sozialpolitik, es geht auch um Kinderund Bildungspolitik. Deshalb möchte ich noch mal darum bitten, dass dieser Antrag unterstützt wird. Bis auf eine Fraktion in diesem Parlament sind wir uns alle einig und darüber bin ich sehr froh. – Vielen Dank für Ihre Unterstützung! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)
