Muhlis Kocaağa
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Jetzt debattieren wir in der Aktuellen Stunde extreme Wetterlagen, auf die Bremen nicht vorbereitet ist. Dieses Jahr haben wir deutlich gespürt, dass der Klimawandel auch vor unserer Tür eine Realität ist, extreme Hitze, starker Regen keine Ausnahme mehr, sondern ein Teil unseres Lebens geworden sind. Hitze wirkt nicht individuell, sondern belastet die gesamte Gesellschaft. Besonders betroffen sind alte Leute, Kinder, chronisch kranke Menschen. Daher: Hitze darf nicht zur sozialen Frage werden. Bremen hat in Bezug auf die Klimaanpassungsstrategie 2024 einen Hitzeaktionsplan beschlossen, um dem entgegenzuwirken und die Zukunft sicher zu gestalten. Von daher sind bestimmte Maßnahmen vorgesehen, unter anderem Trinkwasserbrunnen, eine ressortübergreifende Koordinationsstelle, Vorbereitung der Grünflächen und Stadtbegrünung, Entsiegelung in den Stadtflächen. Die sind alle geplant und werden auch Schritt für Schritt umgesetzt. Ich möchte gern besonders zu der Wasserpest was sagen. Natürlich steigt bei steigender Temperatur im Wasser auf biologischer und chemischer Ebene auch die Wechselwirkung. Von daher vermehren sich bestimmte Organismen im Wasser. Das muss man besonders in Sommerzeiten beobachten, unter Kontrolle halten. Aber was den Werdersee betrifft: Das ist nicht temperaturabhängige Pflanzenvermehrung, sondern weil wir eine Hafenstadt sind, kommt durch den Transport, Schiffstransporte, sehr viele fremde Flora und Fauna in unser Land und finden auch manchmal Platz, dass sie weiterleben können. Das ist die südamerikanische Elodea nuttallii, so heißt das, wovon der Werdersee betroffen ist. Das ist ein Fremdkörper, der in Bremen einen Lebensort gefunden hat. Das ist gesundheitlich und auch für das Wasserverhältnis nicht gefährlich, das kann man im Badebereich teilweise auch mähen. Aber was ich in den Medien mitbekommen habe, ist, dass auch eine Baggerung angesprochen wird, das würde für den Werdersee eine fatale Entscheidung sein. Das würde den Werdersee in Zukunft in eine große Gefahr bringen. Es ist besonders wichtig, besonders in Sommerzeiten, dass im Werdersee bei dieser Pflanzenvermehrung regelmäßig der Stickstoff-, Phosphor- und Sauerstoffgehalt beobachtet wird, damit die nicht in gefährliche Bereiche kommen. Dafür brauchen wir in Bremen bei bestimmten Gewässern und besonders in Sommerzeiten regelmäßig eine besondere Kontrolle. Klimaschutz stoppt die Krise langfristig, aber Klimaanpassung schützt uns hier und heute. – Danke schön! (Beifall Die Linke, SPD)
