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Dr. Andreas Bovenschulte

18.06.2025 Sitzungen 21/23

Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zu Frage 1: Nach den Daten des Beauftragten des Bundes für Kultur und Medien entfallen bis 31. Dezember 2024 insgesamt 4 038 KulturPassNutzende auf Bremen und Bremerhaven. Ab Sommer 2023 bis Ende 2024 stagnierte die Zahl der Nutzenden zwischen circa 4 000 und annährend 9 000 pro Quartal. Ab 2025 ging es auf etwas über 2 000 zurück, was insbesondere auf die Absenkung des Pro-Kopf-Budgets von 200 Euro auf 100 Euro beim Jahrgang 2006 zurückzuführen ist. Im Zeitraum vom Sommer 2023 bis 21. Mai 2025 haben die Jugendlichen in Bremen und Bremerhaven über 38 000 Reservierungen von kulturellen Angeboten mit einem Gesamtwert von rund 660 000 Euro getätigt. Zu Frage 2: Der KulturPass wird in Bremen gut nachgefragt. Das Interesse der Jugendlichen verteilt sich allerdings sehr ungleich auf die verschiedenen kulturellen Angebote. In besonderem Maße profitieren Kinos mit 46,5 Prozent der Reservierungen und der Buchhandel mit 44,6 Prozent der Reservierungen vom KulturPass. Lediglich 7 Prozent der Reservierungen entfielen auf den Bereich Bühne/Konzerte und weniger als 2 Prozent auf Museen und Parks. Eine flächendeckende Übersichtserfahrung aller Anbietenden und Nutzenden existiert nicht, weil die KulturPass-App bei Einrichtungen, die ihre Kartenkäufe überwiegend über externe Ticketanbieter abwickeln, nicht zur Anwendung kommt. Dazu kommt, dass Käufe über den KulturPass für diese Einrichtungen nicht als solche erkennbar sind. Grundlage der Beantwortung ist daher eine repräsentative Befragung eines Querschnitts von sechzehn Kultureinrichtungen verschiedener Sparten in den Städten Bremen und Bremerhaven. Der überwiegende Teil dieser Einrichtungen hat die KulturPass-App nicht eingeführt und in einem Fall wieder eingestellt. Als Grund gegen die Einführung wurde mehrfach genannt, dass die Bedienung der App einen im Vergleich zum Nutzen unverhältnismäßig großen bürokratischen, personellen und technischen Aufwand mit sich bringt. Zu Frage 3: Grundsätzlich hält es der Senat für wichtig, jungen Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Auf welche Weise sie ein entsprechendes Angebot wie den KulturPass nutzen, bleibt ihnen jedoch selbst überlassen. Für Kultureinrichtungen ist der KulturPass aus Sicht des Senats ein ergänzendes Angebot. Alternative Angebote für junge Menschen existieren sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven seit langer Zeit. Der jungen Zielgruppe werden zahlreiche kostenfreie Offerten gemacht und auch starke Vergünstigungen eingeräumt. Neben den regulären Angeboten der Einrichtungen seien die prominenten Beispiele der FreiKarte, des Kultursemestertickets sowie des Kulturtickets für Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten genannt. – So weit die Antworten des Senats!

Alle Reden von Dr. Andreas Bovenschulte Protokoll (PDF) ↗