Sascha Karolin Aulepp
Herr Fricke, Sie sind ja auch Mitglied der Kinder- und Bildungsdeputation und da haben wir dieses Thema schon fundiert und umfangreich betrachtet. Im Land Bremen ist eine der sehr großen Gruppen der Schüler:innen, die die allgemeinbildende Schule ohne Schulabschluss verlässt, eine Gruppe von Schüler:innen, die die Schule in Deutschland noch nicht sehr lange besucht. Dann ist es oft so, dass die Zeit, die sie im Schulsystem verbringen – das sind zum Teil zwei Jahre bis zu fünf Jahre – zu kurz, um all das zu ermöglichen und nachzuholen. Das liegt nicht daran, dass die allgemeinbildenden Schulen was schlechter machen als die berufsbildenden Schulen, sondern dass da schlicht noch nicht die Zeit war und ist, die ausreichenden Kenntnisse und Kompetenzen zu vermitteln, die zur Erlangung des Schulabschlusses erforderlich sind. Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt ist, dass natürlich in den berufsbildenden Schulen auch noch mal stärker geguckt wird: Wo liegen Kompetenzen und Fähigkeiten? Wie kann man Unterricht noch stärker praxisorientiert und auf die entsprechende Zielgruppe zugeschnitten gestalten, um die jungen Menschen zum Abschluss zu führen? Da machen unsere allgemeinbildenden Schulen schon ganz viel, aber da ist einfach die Bandbreite noch mal größer. In diesem Übergangssystem im berufsbildenden Berufsschulsystem kann man da noch mal, ich sage mal, schärfer draufgucken.
