Sascha Karolin Aulepp
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Abgeordneten! Ja, wir wollen so viele zukünftige Lehrkräfte wie möglich bei uns ausbilden. Ja, wir wollen diese jungen Menschen alle an unseren Schulen halten, den Klebeeffekt nutzen. Deswegen haben wir – das ist hier auch schon mehrfach und deutlich betont worden – die Kapazitäten für die Referendariatsausbildung für die zweite Phase der Lehrerausbildung massiv ausgeweitet unter Ächzen und Stöhnen der Kolleginnen und Kollegen am LiS (Landesinstitut für Schule). So gern wir die Referendarinnen und Referendare nehmen und ausbilden und natürlich auch gern an unsere Schule binden, aber es ist eben auch immer noch eine zusätzliche Ausbildungsaufgabe. Deswegen möchte ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank sowohl an die Kolleginnen und Kollegen vom LIS als auch an den Schulen, die diese Ausbildung machen, aussprechen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Wir wollen aber, dass alle diese Referendarinnen und Referendare richtig gut an unseren Schulen ausgebildet werden können. Natürlich am Landesinstitut, das stellen wir sicher, dass es da eine gute Ausbildung gibt, aber dazu gehört auch die schulische Ausbildung. Deswegen brauchen wir auch an den Schulen Kapazitäten für diese jungen Menschen, damit die das, was sie im Studium gelernt haben, zwei Fächer, auch in der zweiten Phase der Lehramtsausbildung tatsächlich vertiefen, da die Praxiserfahrungen machen können, um dann am Ende ein Staatsexamen in beiden Fächern absolvieren zu können. Das ist das, dass wir wollen, was wir mit pragmatischen Lösungen geschafft haben. Um es vielleicht mal auf den Punkt zu bringen: Unsere pragmatische Lösung hat dazu geführt, dass diese Referendarinnen und Referendare jetzt ausgebildet werden. Ich bin auch sehr froh, dass das mit Bremerhaven geklappt hat. Da auch meinen herzlichen Dank an Bremerhaven! Die werden da ausgebildet, werden ein zweites Staatsexamen ablegen und hoffentlich alle in beiden Fächern bestehen, sodass sie dann die volle Lehramtsbefähigung haben, mit der sie in beiden Fächern überall in Deutschland arbeiten können, was sie vermutlich auch wollen. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Dass es mir am liebsten wäre, die würden in Bremen und Bremerhaven bleiben, ist ja klar, aber ehrlich gesagt, wenn ich mir das dadurch erkaufen müsste, dass ich sie hier schlecht ausbilde, ich fürchte, das würde eher dazu führen, dass sie gar nicht erst hier anfangen, und nicht dazu, dass sie hier bleiben. Die Lösung, die die FDP gerade vorgeschlagen hat, ist: Die haben zwei Fächer studiert, machen ein Referendariat in einem Fach, machen ein zweites Staatsexamen in einem Fach, haben aber am Ende keine Lehramtsqualifikationen, die sie KMK-bundesweit befähigen würde, in Schulen zu arbeiten. Ich glaube nicht, dass das eher im Interesse der Kolleginnen und Kollegen wäre als das, was wir hier an dieser Stelle gemacht haben. Es ist auch in der Bildungsdeputation – Frau Averwerser hat mir an dieser Stelle auch noch mal aus dem Herzen gesprochen – sehr, sehr deutlich geworden: Wir wollen und wir müssen so viele Menschen wie möglich zu den bestausgebildetsten Lehrkräften hier in Bremen machen. All das, was wir an weiteren Möglichkeiten, an innovativen Ideen aufmachen, aufblättern, das macht dann Sinn, wenn wir die Leute schrittweise weiterqualifizieren. Das heißt, auch die Kolleginnen und Kollegen, die wir für „Back to school“ reinholen in unsere Schulen und die da mit einem Fach unterrichten, denen wollen und müssen wir die Möglichkeit geben, auch tatsächlich zur Lehramtsbefähigung in zwei Fächern zu kommen, weil wir das den Kolleginnen und Kollegen schuldig sind. Aber auch, weil wir diese Menschen, die in zwei oder mehr Fächern qualifiziert sind, in unseren Schulen auch ganz, ganz dringend brauchen. Schon aus dem Grund wollen wir an dieser Stelle nicht an das Vorbereitungszulassungsgesetz und die Verordnung ran, sondern weiter auf die pragmatischen Lösungen setzen. Ich glaube, das ist auch im Interesse aller Schülerinnen und Schüler in Bremen und Bremerhaven. Wo Frau Averwerser mir nicht aus dem Herzen gesprochen hat: Es ist noch immer so, dass wir an der Universität und im Referendariat auch Kolleginnen und Kollegen für Niedersachsen mit ausbilden, manche gehen sogar auch in noch weiter entfernte Bundesländer, wenn sie aus anderen Bundesländern nach Bremen gekommen sind. Auch an dieser Stelle vielleicht: Ich habe heute Morgen schon oder war es gestern, einen kleinen Medien-Werbeblock für „buten un binnen“ gemacht, jetzt mache ich einen für unseren Instagram-Account. Mir geht das Herz auf, wenn ich die Kollegin, die aus Thüringen extra nach Blumenthal an die Schule Blomendal, ehemals „An der Wigmodistraße“ – die ist immer noch an der Wigmodistraße, heißt nur nicht mehr so – gekommen ist, weil sie gesagt hat: „Hier in Bremen wird Inklusion gelebt, dafür habe ich studiert, habe mein Referendariat deswegen hier nach Bremen orientiert.“ Ich glaube, das spricht dann auch wieder dafür, dass wir in Bremen gar nicht so falsch liegen mit all dem, was wir für die Kinder und Jugendlichen tun, und dass Inklusion hier in Bremen auch richtig gut gelebt wird. (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke) Zusammengefasst: Wir machen viele, viele Wege auf, die in den Lehrerinund Lehrerberuf an den Schulen führen, die eine Tätigkeit an unseren Schulen ermöglichen. Wir machen alles möglich, was im Referendariat geht, mit dem Landesinstitut für Schule und mit den Schulen in Bremen und Bremerhaven, und ermöglichen es dadurch den Kolleginnen und Kollegen einen guten Abschluss im zweiten Staatsexamen zu machen, ermöglichen es den Schulen, sich von ihrer besten Seite zu zeigen und die angehenden Lehrerinnen und Lehrer dann auch zu fertigen Lehrerinnen und Lehrern an unseren Schulen zu machen, und wir ermöglichen allen, die noch nicht mit der Lehramtsbefähigung mit zwei Fächern einsteigen, sich weiterzuqualifizieren. Das bedarf natürlich besonderer Ressourcenanstrengungen, aber da bin ich mir auch mit der Kollegin aus dem Wissenschaftsressort total einig, dass wir das ermöglichen wollen und müssen. Deswegen sind wir an dieser Stelle so erfolgreich, wie wir sind, und müssen keine Änderungen in Verordnungen und Ähnlichem vornehmen. Vielleicht noch einmal kurz zum Schluss: Das, worüber wir hier diskutieren und was wir hier geschaffen haben, das ist praktisch das Gegenteil von unnötigen bürokratischen Hürden. Wir haben gesagt, wir wollen den jungen Menschen eine richtig gute Ausbildung ermöglichen, dazu brauchen wir Plätze an Schulen. Das liegt nicht an bürokratischen Hürden, dass sie das nicht machen können, sondern an der Frage: Sind die Schulen bereit und in der Lage, diese Menschen auszubilden? Mit einer unheimlichen Kraftanstrengung auch in den Schulen ist es uns gelungen. Daher hat das mit Bürokratie nichts zu tun, sondern ist eine richtig gute Sache, die uns da gelungen ist. – Vielen Dank! (Beifall SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Die Linke)
