Kirsten Kreuzer
Dazu kann ich Ihnen jetzt keinen Zeitplan geben, aber es sind eben verschiedene Aspekte dazu zu berücksichtigen. Man hat ja die Hoffnung mit der Kennzeichnung, dass die Auseinandersetzung mit den bearbeiteten Bildern und Videos dazu führt, dass Kinder und Jugendliche nicht so unter Druck geraten. Allerdings gibt es auch verschiedene Herausforderungen. Es gibt ja bereits Länder – das hatten Sie auch in Ihren Fragen erwähnt –, die die Kennzeichnung eingeführt haben. Dort sind die Erfolge leider nicht so, wie sie vermutet wurden, unter anderem, weil natürlich immer die Möglichkeit besteht, solche Regelungen zu umgehen, indem man sagt: Ich bin, zum Beispiel, nicht in Frankreich, sondern an einem anderen Standort, also muss ich diese Regelung nicht einhalten. Deswegen wären wahrscheinlich eher Regelungen auf EU-weiter Ebene zielführender. Dann ist das andere immer: Wenn gekennzeichnet wird, etwas ist bearbeitet, ist nicht unbedingt gekennzeichnet, was bearbeitet wurde. Je genauer man aber Regelungen dazu macht, desto mehr sind andere Dinge wieder ausgeschlossen, das zeigt auch die Erfahrung, die es bisher dazu gibt. Dann ist das andere auch die Frage nach Sanktionen und Bußgeldern und der Durchsetzungsfähigkeit. Dann gibt es natürlich auch die Anforderungen an die sozialen Medien selbst, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Das haben einige auch getan. Andererseits muss man das Ganze auch eigentlich in einem Kontext sehen, weil die Kennzeichnung nicht nur isoliert zu betrachten ist, sondern es müssen ja auch Medienbildung, ein gesellschaftlicher Diskurs dazu stattfinden. Es gibt ja auch noch mal alternative Ansätze wie Selbstregulierung oder AwarenessKampagnen. Es gibt auch die Idee, dass vielleicht auch eine Alternative sein könnte, zu kennzeichnen, was nicht bearbeitet ist, also sozusagen eine Positivkennzeichnung. Diese Abwägungen der ganzen Dinge sind tatsächlich auf verschiedenen Ebenen in den verschiedenen Ressorts im Gange, und deswegen kann ich Ihnen jetzt keinen Zeitplan sagen. Aber wir sind dabei, weil wir tatsächlich natürlich alle wissen, dass es ein wichtiges Thema ist, dem wir uns widmen müssen.
