Dr. Franziska Tell
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Da ist es wieder, das große Stichwort KI, von dem viele von uns vielleicht eine Idee haben, was es sein könnte, aber hinter dem sich eben doch einiges verbirgt. Künstliche Intelligenz, ein Stichwort, hinter dem sich riesiges Potenzial verbirgt, es aber oft so abstrakt ist, dass den Menschen gar nicht so klar ist, was das eigentlich in der Realität für sie bedeutet und welches Potenzial sie daraus schöpfen können. Darum haben wir auch mit unserer Großen Anfrage einmal den Fokus darauf gelegt: Welche Rolle spielt KI eigentlich in der Bildung im Land Bremen, welche Rolle spielt es schon und wo ist auch Nachschärfungsbedarf? Da bedanke ich mich ganz herzlich bei dem Senat und der Verwaltung für die Beantwortung der Fragen, damit wir hier heute einmal in den Blick nehmen können, was in diesem Bereich schon passiert und wo wir auch noch nachsteuern müssen. Denn am Ende ist KI ein Tool, was im ganzen Bereich der Schule Unterstützung bieten kann für die Lehrkräfte, die KI nutzen können bei der Erstellung von Aufgaben, auch bei der Vervielfältigung von Aufgaben, angepasst an verschiedene Bedürfnisse von Schüler:innen. Aber es ist eben auch ein Tool, was für Schüler:innen selbst Unterstützung bieten kann, was ihnen helfen kann beim Lernen und was eben auch Projekte noch in eine ganz andere Richtung nach vorne bringen kann. Von daher gibt es ein riesiges Potenzial für KI in der Bildung und das wird auch in den Antworten des Senats deutlich. Deutlich wird aber auch, dass zentral natürlich der Umgang mit KI ist und eben die Möglichkeit, die Potenziale, die es gibt, auch zu erkennen. In der Antwort wird dargestellt, wie eigentlich Lehrkräfte in Bremen darauf vorbereitet werden, mit KI in der Bildung umzugehen. Ich freue mich sehr zu sehen, dass es einige Fortbildungsangebote gibt und dass diese Fortbildungsangebote auch sehr gut angenommen werden. Das zeigt, dass das Interesse von Lehrkräften groß ist, sich eben auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen und es nach vorne zu bringen. Ich finde, das ist schon mal eine sehr gute Nachricht. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke) Zentral ist es, dass Lehrkräfte von Anfang an auf den Umgang mit KI vorbereitet werden, dass es auch schon in die Ausbildung implementiert wird. Hier finde ich, ist sehr deutlich zu erkennen, dass auch die Universität sich damit intensiv beschäftigt. Sie versucht dafür zu sorgen, es wirklich grundständig in die Lehrkräfteausbildung einzubinden und dafür zu sorgen, dass Lehrkräfte an dem Punkt, wenn sie in Schule kommen, schon darauf vorbereitet sind und wissen, wie sie die Potenziale von KI nutzen und in Schule tragen können. Ich glaube, wir sollten uns noch mal die Frage stellen, ob wir die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und unseren Hochschulen in Bremen, die ja im Bereich KI wirklich sehr forschungsstark sind, noch weiter stärken können, um Lehrkräfte eben noch besser zu unterstützen – sowohl diejenigen, die noch in der Uni sind und lernen, aber eben auch diejenigen, die schon an Schule arbeiten –, um die Potenziale weiter voranzubringen, die sich ja immer weiter entwickeln, weil KI ja nicht etwas ist, was einen gewissen Stand hat, sondern was sich eben immer weiter fortentwickelt. Ich glaube, hier gibt es durchaus noch Potenzial in Bremen, was wir weiter stärken können. Neben der Ausbildung von Lehrkräften ist natürlich zentral, wie Schüler:innen KI eigentlich nutzen können, welche Angebote ihnen zur Verfügung stehen. Ich muss sagen, da habe ich noch gewisse Redebedarfe bei den Antworten des Senates, vor allem was die Bereitstellung von Tools für KI betrifft. Hier wird deutlich, es gibt noch keine klare Linie, es gibt nicht ein klares Tool, was allen Schüler:innen und Lehrkräften zur Verfügung steht, sondern es ist momentan eine Mischung von Ausprobieren und Nutzung von eigenen Programmen. Ehrlich gesagt, wenn ich lese, dass Lehrkräfte Programme nutzen mit eigenen privaten Accounts, dann macht mir das aus Datenschutzgründen durchaus Bauchschmerzen. Da müssen wir dringend ran, dass es gute KI-Tools gibt, die allen Schüler:innen und den Lehrkräften zur Verfügung stehen, damit sie dann die Potenziale auch heben können. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke) Hier gibt es also noch Nachsteuerungsbedarf und ich hoffe sehr, dass wir da weiter vorankommen. Ein gewisser Nachsteuerungsbedarf – da kann ich jetzt gleich Rückbezug nehmen auf meine Rede, die ich eben gehalten habe –, ist der Bereich der Evaluation und der datengestützten Grundlagen. Auch hier wird in den Antworten des Senats dargestellt, dass bisher das Institut für Qualität leider nicht eingebunden wird und es auch sonst keine richtige Evaluation gibt, wie KI eigentlich an Schule genutzt wird. Ich glaube, wenn etwas neu ist, was sich auch verändert und was sicher auch die Art des Lehrens und Lernens an unseren Schulen weiter verändern wird, ist es wichtig, dass wir genau in den Blick nehmen: Was passiert da eigentlich und was sind eigentlich Möglichkeiten, die Schüler:innen wirklich gut zu unterstützen? Was funktioniert vielleicht auch nicht? Da müssen wir dringend besser werden. Ich glaube, auch hier kann man sich die Frage stellen: Welche Rolle können hier vielleicht auch die Forschungsinstitute im Land Bremen spielen? Denn die sind eben gerade im Bereich KI sehr stark. Ich kann mir vorstellen, dass es hier durchaus auch Interesse gibt, auch weiter daran zu forschen, wie man eigentlich Lehren und Lernen an Schule durch KI verbessern kann. Da sollten wir noch mal genauer hinschauen, das vorantreiben und so eben auch die Angebote von KI in Schule weiter stärken. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke) Zum Abschluss noch ein kurzer Satz über einen Punkt, der mich sehr gefreut hat in der Antwort des Senats bei der Frage: Was bedeutet eigentlich Inklusion und KI? Da sehen wir, dass es hier viele Möglichkeiten gibt. Wir sehen auch, dass Bremen seine Expertise – die ja im Bereich Inklusion in Schule deutlich höher ist als in einigen anderen Ländern, wo man manchmal das Gefühl hat, dass das Wort Inklusion immer noch ein Fremdwort ist –, dass sie das einbringen und sich auch vernetzen, um eben den Bereich Inklusion durch die Potenziale, die wir durch KI haben, weiter voranzubringen. Von daher, glaube ich, zeigen die Antworten des Senats sehr deutlich: Die KI in der Bildung ist durchaus schon da, sie kommt in den Schulen immer weiter an und es gibt noch einige Stellschrauben, wo wir dafür sorgen müssen, dass die Potenziale wirklich gehoben werden können, dass Lehrkräfte unterstützt werden, dass Schüler:innen die besten Bedingungen zur Verfügung haben, dass sie KI auch nutzen können, wo es sinnvoll ist und es ihnen wirklich hilft. – Vielen Dank! (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, SPD, Die Linke)
