Sascha Karolin Aulepp
die an Diabetes erkrankt sind, eine Krankheit haben und dafür Unterstützung brauchen und insbesondere auch das Sozialgericht Bremen gesagt hat: Das ist keine Behinderung im Sinne des SGB IX, sondern eine Erkrankung. Deswegen sollen das bitte auch die Krankenkassen bezahlen. Da stellt sich eine ähnliche Situation dar – –, also die eine Frage ist die Finanzierungsfrage, und die zweite Frage ist: Gibt es eigentlich genug Fachkräfte, die diese Kinder begleiten, weil es Kinder gibt, die kommen gut mit ihrem Diabetes klar, die sind so eingestellt, dass sie den Alltag gut bestreiten und überstehen können, die wissen, was sie dürfen und was sie nicht dürfen und wo sich der Blutzucker vorhersehbar verhält. Und es gibt Kinder, bei denen das nicht so ist, ganz unabhängig davon, wie die Kinder sich verhalten. Manchmal verhalten sich Kinder mit Diabetes auch kindgerecht. Mit diesen Kindern umzugehen in Schule und Kita – wenn nicht die Pflegefachkraft, die die Krankenkasse eigentlich bezahlen müsste, dabei ist –, das ist natürlich für die Beschäftigten, die auch sagen: „Ich kann ja jetzt nicht Verantwortung für eine gesundheitliche Situation übernehmen, für die ich nicht die Verantwortung habe, weil die eigentlich eine durch die Krankenkasse finanzierte Pflegefachkraft übernehmen muss“, eine schwierige Situation, weil das zum Teil bedeuten kann – und das wissen wir ja auch alle –, dass Kinder dann die Kita nicht besuchen können, was eine ziemlich dramatische Situation ist. Aber das ist eine Problematik, die kennen wir auch aus dem Bereich der persönlichen Assistenzen. Deswegen finde ich es goldrichtig zu sagen, wir wollen das, was wir mal „systemische Lösung“ genannt haben bei Kindern mit sozial-emotionalen Förderbedarf – –, zu sagen, dafür gibt es Kräfte in den Schulklassen, die sich darum kümmern, dass diese Kinder am Unterricht teilnehmen können. Genauso wäre es ja klug, wie die das in Berlin machen, nämlich zu sagen, genau solche Kräfte gibt es in Kitas und Schulen, aber die Verantwortung dafür, die zu finden und auszusuchen, liegt primär bei den Krankenkassen.
