Dr. Martin Hagen
Sehr geehrte Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete! Ich möchte heute die Position des Senats zu den Vorschlägen der CDU-Fraktion bezüglich der Implementierung eines Large Language Modells (LLM) in der bremischen Verwaltung darlegen. Der Senat erkennt die Potenziale und Chancen, die der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung bietet, vollumfänglich an. Es ist unbestritten, dass KI-Anwendungen wie Chatbots und andere sprachbasierte Modelle die Effizienz und Servicequalität in der Verwaltung erheblich verbessern können. Sie können Beschäftigte von wiederkehrenden Aufgaben entlasten, Prozesse beschleunigen und die Fehlerquote durch die Vermeidung von Medienbrüchen reduzieren. (Vizepräsidentin Sahhanim Görgü-Philipp übernimmt den Vorsitz.) Zudem bieten sie die Möglichkeit, mehrsprachige Angebote zu realisieren und Menschen mit Behinderungen besser zu unterstützen. Der Senat hat bereits Schritte unternommen, um diese Technologien in die bremische Verwaltung zu integrieren. In Zusammenarbeit mit der Universität Bremen und anderen externen Experten wird eine umfassende KI-Strategie entwickelt, die auf einer fundierten Analyse der aktuellen Situation und der Bedürfnisse der Verwaltung basiert. Diese Strategie sieht ein schrittweises Vorgehen vor, das auf den Erfahrungen und Ergebnissen anderer Bundesländer wie Hamburg und Baden-Württemberg aufbaut. Der regelmäßige Austausch mit diesen Ländern, wie zuletzt am 18. April 2024, stellt sicher, dass Bremen von deren Erkenntnissen und Best Practices profitiert. Die Vorschläge der CDU-Fraktion, ein eigenes Pilotprojekt unter dem Namen „LLM Roland“ zu initiieren, sind in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung nicht zu beanstanden. Allerdings entsprechen sie nicht der vom Senat beabsichtigten und bereits begonnenen Vorgehensweise. Der Senat verfolgt einen strukturierten und nachhaltigen Ansatz, der eine enge Verzahnung mit bestehenden Projekten und eine schrittweise Implementierung vorsieht. Eine parallele Pilotphase, wie von der CDU vorgeschlagen, würde zu einer unnötigen Doppelung von Ressourcen und Anstrengungen führen, und ist daher aus wirtschaftlichen Gründen abzulehnen. Die künftigen KIOffensiven müssen in die bereits in Umsetzung befindliche Digitalisierungs- und KI-Strategie des Landes Bremen eingebettet werden. Diese Strategie wird in Zusammenarbeit mit allen Ressorts erarbeitet, um eine gesamtstädtische Betrachtungsweise zu gewährleisten und Silodenken zu überwinden. Die dezentrale Fachexpertise in den Ressorts ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für jedwedes künftige Digitalisierungsvorhaben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Senat die Potenziale von KI in der öffentlichen Verwaltung erkennt und bereits konkrete Schritte unternommen hat, um diese Technologien sinnvoll und nachhaltig zu integrieren. Die Vorschläge der CDU-Fraktion sind in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung unterstützenswert, jedoch nicht in der vorgeschlagenen Form und Reihenfolge umsetzbar. Der Senat wird weiterhin an einer umfassenden und koordinierten KI-Strategie arbeiten, die auf den Erfahrungen und Erkenntnissen anderer Bundesländer aufbaut und die spezifischen Bedürfnisse der bremischen Verwaltung berücksichtigt. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und bedanke mich bei der KI „LLMoin“ für die Erstellung dieser Rede. (Heiterkeit – Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen, DIE LINKE)
