Christine Schnittker
Als nächste Rednerin hat das Wort die Abgeordnete Dr. Franziska Tell. Abgeordnete Dr. Franziska Tell (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Ich freue mich, dass wir heute direkt erneut über das Thema KI debattieren, heute auch zu etwas früherer Stunde und damit vielleicht auch mit etwas mehr Aufmerksamkeit. Simon Zeimke hat ja schon die große Kontroverse des Themas in seinem Beitrag hervorgehoben. Ich versuche, das mal ein bisschen herauszukitzeln, auch, wenn es, glaube ich, ein bisschen schwerfällt. Als Erstes müssen wir feststellen: Der Antrag ist schon ein paar Tage älter, der wurde ja bereits im April eingereicht und wurde dadurch auch ein bisschen von der Realität eingeholt. Sie haben jetzt bei Herrn Gottschalk schon prophezeit, dass er auf die KI-Strategie eingehen wird. Auch ich möchte das tun. Seit dem 23. August gibt es ja zusammen zwischen dem Senator für Finanzen und der Universität Bremen das gemeinsame Projekt, eine KI-Strategie für die öffentliche Verwaltung aufzustellen. Ehrlicherweise sehe ich da nicht die Kritik, denn es ist doch gut, strukturiert daran zu arbeiten. Nachdem wir gestern so intensiv darüber gesprochen haben, wie stark der Forschungsstandort in Bremen auch an der Uni im Bereich KI ist, ist es doch gut, dass wir genau das jetzt nutzen, um diese Expertise in die Bremer Verwaltung einzubringen, gemeinsam eine Strategie zu erstellen und diese Strategie dann natürlich auch entsprechend in die Umsetzung zu bringen, damit KI in der Verwaltung unterstützen kann. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Ein großer Baustein des Antrags ist jetzt das „Large Language Model Roland“, das ist ein sehr schöner Name. Ich finde aber ehrlich gesagt das „LLMoin“ aus Hamburg vom Namen fast noch ein bisschen schöner, weil es das „M“ direkt so schön einbaut. Aber am Ende ist ja auch egal, wie der Name ist. Es geht am Ende darum, was es kann. Mein Vorredner Herr Gottschalk hat ja schon erklärt, dass es bei solchen Modellen durchaus Sinn ergibt, zusammenzuarbeiten, und ich sehe da verschiedene Synergieeffekte. Das eine ist der Bereich, dass ein Large Language Model besonders dann gut funktioniert, wenn es mit verschiedenen Dingen gespeist wird. Das andere ist auch die Frage der Ressourceneffizienz. Ehrlich gesagt halte ich es für nicht so effizient, wenn jetzt jede Verwaltung in jedem Land einzeln anfängt sich ein eigenes Large Language Model aufzubauen, wenn es doch andere Städte, andere Kommunen und andere Länder gibt, die sich hier schon auf den Weg machen und wo wir uns gut anschließend können – gerade in der Zusammenarbeit wie in dem Beispiel mit Hamburg. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Herr Zeimke, Sie haben in Ihrem Redebeitrag gesagt, dass Bremen doch hier Vorreiter sein soll und ein Large Language Model auf den Weg bringen kann. Da frage ich mich: Wie sollen wir denn Vorreiter werden, wenn es doch schon, wie Sie selber auch gesagt haben, mindestens zwei Länder gibt, die solche Large Language Models schon erarbeiten? Dann ist doch das mit dem Vorreiter – –, der Zug ist doch schon abgefahren. Lassen Sie uns doch besser mit denen in Hamburg so zusammenarbeiten, dass wir gemeinsam etwas entwickeln können und uns dem anschließen können, anstatt selber noch etwas herauszuholen, wo wir wieder unsere Verwaltung und die Strukturen zusätzlich belasten und dann am Ende alles noch länger dauert. Das kann ja auf jeden Fall nicht das Ziel sein. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE) Damit ist eigentlich ergänzend zu dem, was schon gesagt wurde, inhaltlich alles gesagt. Aber eine kleine Notiz am Rande – weil ich jetzt noch vier Minuten Zeit habe, die ich nicht brauchen werde für diese kleine Randnotiz – kann ich mir nicht sparen. Ich habe Ihren Antrag sehr aufmerksam bis zum Ende gelesen. Sie haben das offensichtlich nicht getan, denn Sie fordern am Ende des Antrags, dass der Antrag am Ende im „WMDI“ befasst werden soll. Der Ausschuss heißt aber seit Beginn der Legislaturperiode „WMDID“, weil wir ja auch gerade da über Digitalisierung sprechen wollen. Darauf sollten Sie vielleicht das nächste Mal achten, wenn Sie aus Ihren alten Anträgen kopieren, wenn wir schon über Digitalisierung sprechen, dass die dann auch im Antrag vorkommt. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE)
