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Simon Zeimke

CDU 13.11.2024 Sitzungen 21/17

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Dann kommen wir mal zu den richtig kontroversen Themen hier. Die Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung sind Themen, die uns hier in der Bürgerschaft seit Jahren beschäftigen. Heute stehe ich hier, um für unseren Antrag zur Einführung eines Pilotprojektes „LLM Roland“ zu sprechen, eine Initiative, die den Einsatz eines Large Language Models in der bremischen Verwaltung prüft und erprobt. Warum ist das wichtig? Der Fortschritt macht auch vor der Verwaltung nicht Halt. Innovative Anwendungen wie ChatGPT haben gezeigt, dass Künstliche Intelligenz bereits heute in der Lage ist, Prozesse zu unterstützen, Informationen zusammenzufassen und Inhalte zu generieren. Doch unsere Ambitionen sollten nicht darin enden, bestehende Systeme zu nutzen. Wir müssen für Bremen ein eigenes Modell schaffen, das auf die speziellen Bedürfnisse unserer Verwaltung zugeschnitten ist und auch datenschutzkonform eingesetzt werden kann. Worum geht es uns konkret? Unser Vorschlag umfasst die Einführung eines Pilotprojektes unter dem Namen „LLM Roland“. Ziel ist es, ein Sprachmodell zu trainieren, das unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung unterstützend zur Seite steht. Ein solches Modell kann repetitive Aufgaben übernehmen, als Recherchehilfe dienen, administrative Prozesse effizienter gestalten. So schaffen wir Freiräume für die individuelle Betreuung der Bürgerinnen und Bürger und ermöglichen einen bürgernahen und zukunftsfähigen Service. (Beifall CDU) Was können wir gewinnen? Wir dürfen nicht nur an einer verbesserten Effizienz und verkürzten Wartezeit ansetzen, sondern müssen auch weiterdenken: Wie schaffen wir es, trotz zunehmendem Fachkräftemangel unseren Service im BürgerServiceCenter aufrechtzuerhalten und auszubauen? Ein speziell trainiertes KI-Modell bietet hier enorme Potenziale. So können mehrsprachige Angebote unterstützt und Barrieren für Bürgerinnen und Bürger abgebaut werden. Lassen Sie uns dabei mutig vorangehen. Andere Bundesländer wie Hamburg mit „LLMoin“ oder Baden-Württemberg mit „F13“ machen es vor. Dort laufen bereits Pilotprojekte, die erste positive Ergebnisse liefern. Warum sollte Bremen also hinterherhinken? Unser Modell kann und soll als Vorreiter eines nachhaltigen und integrativen digitalen Wandels fungieren. Dies muss allerdings in einem geeigneten rechtlichen Rahmen geschehen, begleitet von Schulungen und Aufklärungskampagnen für alle Beteiligten. Ich wage jetzt eine kleine Vorhersage: Gleich wird der Kollege der SPD, Herr Gottschalk, hier stehen und etwas in der Art sagen: „Lieber Herr Zeimke, das ist ja alles schön und gut und wichtig, aber der Senat erarbeitet gerade eine KI-Strategie, da können wir das nicht mitmachen. Da wollen wir nicht vorgreifen.“ Ich sage: Doch, können wir! Nur, weil man bei Mercedes in Stuttgart an der Unternehmensstrategie arbeitet, stoppt man doch nicht die Produktion von Autos in Bremen. (Beifall CDU) Andersherum wird ein Schuh draus. Mit unserem Vorschlag schaffen wir wichtige Erkenntnisse für Verwaltung, Senat und Bürgerschaft, die auf die KI-Strategie einzahlen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie ist der Schlüssel, um unsere Verwaltung zukunftssicher aufzustellen und den Bürgerinnen und Bürgern den Service zu bieten, den sie verdienen. Deshalb bitte ich Sie, unserem Antrag zuzustimmen, damit wir gemeinsam diesen Schritt in Richtung einer modernen, bürgerorientierten Verwaltung gehen können. – Vielen Dank! (Beifall CDU)

Alle Reden von Simon Zeimke Protokoll (PDF) ↗