Sascha Karolin Aulepp
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Abgeordneten, sehr geehrte Frau Abgeordnete Tell! Für den Senat beantworte ich die Anfrage wie folgt: Zur Frage 1: Im Sommer finden in der Stadt Bremen Primo-Nachtests statt. Diese richten sich nicht ausschließlich an Nichtkitakinder, sondern an alle Kinder, die bislang nicht getestet wurden. Die Eltern aller Kinder, inklusive der Nichtkitakinder, werden postalisch mehrfach angeschrieben. Die Briefe an die Eltern werden so konzipiert, dass mithilfe von Übersetzungen und QR-Codes eine niedrigschwellige und einfache Kontaktaufnahme zum Institut für Qualitätsentwicklung im Land Bremen (IQHB) möglich ist. Eine direkte Kontaktaufnahme per Telefon oder E-Mail erfolgt bislang nur dann, wenn die Eltern zum IQHB Kontakt aufgenommen und ihre Kontaktdaten mitgeteilt haben. In Bremerhaven wurden im Juni/Juli 2024 keine Nachtests durchgeführt, da diese bereits im Februar 2024 im Rahmen einer aufsuchenden Beratung stattgefunden hatten. Die betroffenen Familien wurden im Vorfeld rechtzeitig über den anstehenden Besuch informiert und hatten somit die Möglichkeit, Rücksprache mit dem Schulamt zu halten, den Termin zu verschieben oder einen alternativen Testort zu wählen. Insgesamt konnten 26 Familien erreicht werden. Zu Frage 2: Da die Sprachförderung im Jahr vor der Einschulung für Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf gesetzlich verpflichtend ist (§ 63 Bremisches Schulgesetz), werden die Kinder, die noch nicht in der Kita im Brückenjahr integriert werden können, in niedrigschwellige Maßnahmen an außerschulischen oder schulischen Orten vermittelt. Dort werden sie dann von qualifizierten Sprachförderkräften in ihren vorschulischen und sprachlichen Kompetenzen gefördert. Anfang 2024 wurde das gemeinsam mit den Trägern der Kindertagesbetreuung und der Landesarbeitsgemeinschaft Sprache entwickelte Konzept „Gezielte alltagsintegrierte Sprachförderung im Elementarbereich, Übergang von der Kita in die Grundschule“ veröffentlicht, das auf der Bildungskonzeption „Sprache“ des Bildungsplans 0 bis 10 Jahre, dem Sprachbildungskonzept des Elementarbereichs sowie den Trägerkonzeptionen zur Sprachbildung basiert, und Materialien sowie Handreichungen zur Förderung von Kindern mit festgestelltem Sprachförderbedarf im Jahr vor der Einschulung für Fachkräfte enthält. Zu Frage 3: In Bremen werden in diesem Jahr die vorgezogenen PrimoTests in der letzten Novemberwoche für die Nichtkitakinder durchgeführt. Das IQHB bereitet den Testablauf aktuell vor und wird die Kinder an zentrale Standorte einladen, wo die Tests durchgeführt werden. Alle Eltern von Nichtkitakindern werden postalisch kontaktiert, womit sie zunächst zum Test informiert werden und später einen Termin zum Test erhalten. Die Eltern haben die niedrigschwellige Möglichkeit, per Telefon oder Mail mit dem IQHB in Kontakt zu treten. Für die Primo-Testung der Nichtkitakinder im Vorfeld des Kindergartenjahres 2025/2026 sind in Bremerhaven die Testungen der Nichtkitakinder für Anfang November geplant. Die Testtermine wurden noch mal vorgezogen. Während der Testphase werden täglich Zwischenauswertungen durchgeführt, um alle Kinder, die den vorgesehenen Testtermin verpasst haben, frühzeitig zu identifizieren. Diese Kinder sollen nach Möglichkeit im weiteren Verlauf der Testphase aufgesucht werden. Kinder, die dennoch nicht erreicht werden, werden für Anfang Dezember zu einem Infotag eingeladen, der in Zusammenarbeit mit dem Amt 51 („Kinder und Jugend“) organisiert wird. Dieser Infotag richtet sich auch an Familien, die Unterstützung bei der Kitaanmeldung benötigen. Alle Kinder, die nach den Infotagen, zum Beispiel durch Zuzüge, ins System kommen, werden ebenfalls aufgesucht. – So weit die Antwort des Senats!
