Antje Grotheer
Als nächste Rednerin die Abgeordnete Dr. Franziska Tell. Abgeordnete Dr. Franziska Tell (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Ich freue mich sehr, dass wir zu dieser sehr, sehr späten Stunde noch über das Thema KI in der Wissenschaft sprechen, auch wenn es sicher nicht dankbar ist, über dieses wenig kontroverse Thema hier im Parlament zu dieser Uhrzeit und mit diesem Aufmerksamkeitsfaktor zu sprechen. Ich will es trotzdem versuchen, dem Thema die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihm zusteht. Ich finde, die Antworten des Senats machen sehr deutlich, welche Rolle KI in der Bremer Wissenschaftslandschaft spielt und diese Rolle ist sehr umfassend. Es gibt viele Beispiele. Ich kann jetzt Stichworte nennen – Deutsches Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Digital Hub Industry, Biosignals-Hub, Robotik und so weiter und so fort. In der Großen Anfrage stehen sehr viele Stichworte. Das kann man alles nachlesen, aber ich finde, es zeigt, dass unser Wissenschaftsstandort in diesem Feld sehr, sehr gut aufgestellt ist und es viele innovative Projekte gibt, gute Projekte gibt und wichtige Projekte gibt, die unseren Wissenschaftsstandort auch sehr besonders ausmachen. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Was mich neben der Darstellung über all die Projekte, die es im Land Bremen in der KI-Forschung gibt, besonders gefreut hat, in der Antwort des Senats, ist die Darstellung, wie sehr Ausbildung, Forschung und Transfer in diesem Bereich miteinander vernetzt werden. Auch hier gibt es große Herausforderungen. Es gibt die Herausforderungen: Wie geht man eigentlich mit KI bei Prüfungen an Hochschulen um? Wie nutzt man auch aber die Chancen, die KI mit sich bringt, um die Lehre besser zu gestalten, anders zu gestalten und Studierende zu unterstützen? Wie bringt man die Vielfalt in der Forschung voran? Welche Chancen gibt es im Transfer von der Forschung zu den Industrien, zu den Unternehmen in Bremen, die auch von der KI profitieren können? Auch hier macht die Antwort sehr deutlich, dass es vielfältige Kooperationen gibt. Von der Universität und den Hochschulen im Land Bremen, von den Forschungseinrichtungen, die das Thema immer wieder nach vorn spielen und immer wieder neue Projekte voranbringen, um den Standort zu stärken und um die Unternehmen zu bestärken, die für diesen Bereich Unterstützung aus der Forschung gebrauchen können, und hier mehr voranbringen können. Darum freue ich mich sehr, dass die Anfrage das deutlich macht, wie viel es hier in diesem Bereich schon gibt. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Wichtig zu betonen ist in diesem Feld, finde ich, dass wir ein Bewusstsein brauchen. Ein Bewusstsein für die Chancen, die KI mit sich bringt und die wir weiter vorantreiben müssen, aber auch für die Bedeutung der Komplexität und der Herausforderung, die KI bedeutet. Denn KI ist ja in der heutigen Zeit ein Begriff, der überall verwendet wird. Alle meinen, zu wissen, was KI ist. Ich wage mal zu behaupten, dass die meisten hier im Raum eigentlich nicht wirklich verstehen, was KI ist. Wenn man wissenschaftlich fundiert verstehen möchte, was eine KI macht, was für Prozesse dahinterstehen und wo die KI auch die I, also die Intelligenz, eigentlich hernimmt. Ich glaube, damit muss man sich sehr intensiv auseinandersetzen. Das passiert im Land Bremen gerade in den Forschungseinrichtungen, die das auch immer wieder nach vorne bringen, die das auch in den Transfer bringen, welche Risiken wir haben, aber auch, welche Chancen. Ein, wie ich finde, positives Beispiel ist die Verknüpfung im Bereich Transfer mit der Verwaltung bei uns im Land Bremen. Auch da gibt es ja seit Neuestem eine Kooperation zwischen der Uni Bremen und dem Verwaltungsbereich im Land Bremen. Ich will jetzt nicht zu viel spoilern, weil wir ja morgen wahrscheinlich auch noch mal über das Thema Large Language Models debattieren werden. Die Verwaltung ist in diesem Bereich aber auch sicher gut bedient, sich mit dem Thema KI auseinanderzusetzen, sowohl in der Verwaltung, an den Hochschulen als auch darüber hinaus im Land Bremen. Zusammenfassend, finde ich, zeigt die Anfrage sehr deutlich, dass wir in diesem Bereich sehr viele Chancen haben und das weiter nutzen müssen. Darauf freue ich mich. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen)
