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Janina Strelow

SPD 13.11.2024 Sitzungen 21/17

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! In der heutigen Zeit gibt es kaum ein Zukunftsthema, das Chancen und Sorgen so eng miteinander verknüpft, wie das Thema unserer Großen Anfrage – Künstliche Intelligenz. (Präsidentin Antje Grotheer übernimmt wieder den Vorsitz.) Wir haben diese Anfrage gestellt, weil gerade der Wissenschafts- und Forschungsbereich ein spannender ist. So werden zum Beispiel an unseren Hochschulen und Forschungsinstituten im Land Bremen die Experten von morgen ausgebildet, und unser Standort ist ein erfolgreicher Standort für Künstliche Intelligenz. (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen) Welche Stärken sehen wir also bei der KI im Wissenschaftsbereich? Die gute Nachricht vorweg: Das Land Bremen ist stark aufgestellt im Bereich KI. Wir haben eine Spezialisierung von KI, zum einen ist das der Bereich KI und Gesundheit und zum anderen die KI-basierte Robotik. Weiter haben wir starke Forschungsfelder, Forschungsinstitute und auch tragende Kooperationen. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch einen Bereich unterstreichen: die hohe Drittmitteleinwerbung bei Landesanschubfinanzierungen. Jeder investierte Euro ist ein guter Euro, der sich am hiesigen Standort vervielfacht. (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen) Welche Chancen sehen wir bei der KI im Wissenschaftsbereich? Hier sehen wir zwei große Bereiche. Zum einen ist das die Weiterentwicklung unserer Stärken mit der KI in Gesundheit und Robotik. Der Gesundheitsbereich bietet insbesondere durch eine enge Zusammenarbeit mit dem integrierten Gesundheitscampus die Möglichkeit, alle wichtigen Akteure miteinander zu vernetzen, Ideen und Projekte sowie Zukunftsinnovationen übergreifend weiterzuentwickeln. Das gilt es, weiterzuführen. Konkreter gesellschaftlicher Nutzen und Lösungsansätze für Herausforderungen in Gesundheit und Robotik können aus dem Land Bremen erwachsen, auch mithilfe von Startups und Gründungen. Zum anderen bietet KI in der Verwaltung, speziell beim Studierendenservice, Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Durch KI können hier perspektivisch wiederkehrende standardisierte Verfahren in der Vorarbeit und Sortierung übernommen werden und somit den Service im Sinne der Studierenden beschleunigen und verbessern. Doch bevor die Debatte den Eindruck erweckt, KI nur durch die rosarote Brille zu betrachten, haben wir uns natürlich auch kritisch damit auseinandergesetzt. Welche Risiken sehen wir bei der KI im Wissenschaftsbereich? Erstens, die Diskriminierung insbesondere von Frauen. Hier besteht großer Nachbesserungs- und Sensibilisierungsbedarf bei der Programmierung, Analyse und Nutzung. Zweitens, finden wir die Festlegung von ethischen Standards bei der Zusammenarbeit verschiedener Akteure mit KI und Datenschutz sowie die Etablierung von Leitlinien im Umgang mit KI sehr wichtig. Dies beziehen wir auch auf die Hochschulen, weil dort die Spielregeln, insbesondere auch zur Verwendung von KI, für alle klar sein müssen. Das kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn neue Prüfungsformen und Leistungen etabliert werden. Drittens, möchten wir davor warnen, KI als Allheilmittel zu betrachten. In vielen Fällen wird KI niemals die menschliche Beurteilung oder Bewertung übernehmen können. Das gilt insbesondere bei der Benotung Studierender oder der ethischen Abwägung von Interessen oder Forschungsfragen. Die Ergebnisse unserer Anfrage unterstreichen: Künstliche Intelligenz prägt die Wissenschaftswelt und die Bedeutung wird zunehmen. Nur mit klaren Regeln und einer Offenheit für neue Möglichkeiten und strategische Ziele für das Land Bremen können wir uns KI gesellschaftlich und in der Wissenschaft zu Nutze machen. So stärken wir die Wissenschaftsstandorte Bremen und Bremerhaven für die Zukunft. – Vielen Dank! (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Alle Reden von Janina Strelow Protokoll (PDF) ↗