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Sascha Karolin Aulepp

13.11.2024 Sitzungen 21/17

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren Abgeordneten! Ich freue mich über diese Debatte über die Berufsschulen und die berufliche Bildung im Land Bremen und ich freue mich auch sehr, dass auch die Opposition hier das Positive in der beruflichen Bildung benannt hat – an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zögerlicher, als ich mir das gewünscht hätte. Dass auf der anderen Seite natürlich auch die Probleme in den Vordergrund gestellt wurden, das gehört sich auch so. An dieser Stelle ist aber auch deutlich geworden, dass es an manchen Stellen doch eher hieß: „Es ist gut, aber vielleicht wird es in der Zukunft schlecht.“ Es ist also auch nicht ganz leichtgefallen, den Pferdefuß bei der beruflichen Bildung zu finden, und das finde ich doch auch sehr erfreulich. Ich stelle jetzt auch die buchstäblichen Baustellen an den Anfang, weil das ja in der Debatte auch schon deutlich geworden ist, dass wir auch im Bereich der beruflichen Bildung – und vielleicht kann man auch sagen, gerade im Bereich der beruflichen Bildung, weil wir da eben auch viele schon sehr lange betriebene Schulen haben – mit dem Sanierungsbedarf zu kämpfen haben. Sanierungsstau am öffentlichen Gebäudebestand ist ja bekanntermaßen kein schulisches und auch kein bremisches Problem, das teilen wir mit nahezu allen Kommunen. Ich will jetzt aber auch die Frage nicht weiter ausführen, ob sich Investitionen in dem Gebäudebestand der Zukunft eigentlich lohnen und wie man das vielleicht auch klugerweise finanzieren sollte. Wir haben ja im Bereich der Schulneubauten und perspektivisch auch der Schulsanierung einen neuen Weg angefangen und da vorne sitzt auch der zuständige Senator für die Frage: Wie stellen wir eine Schulbaugesellschaft gemeinsam gut auf, um dieses Problem zu lösen? Wir haben mit der Umsetzung der Schulstandortplanung berufsbildende Schulen begonnen. Die Berufsschule für Großhandel, Außenhandel und Verkehr ist ja eines der Leuchtturmprojekte, übrigens ist es auch ein Beispiel dafür, wie man das innovativ hinkriegt, eine tolle Schule zu bauen und zu gründen. Die HelmutSchmidt-Schule in unmittelbarer Nachbarschaft ist auch ein guter Punkt in der Umsetzung. Aktuell arbeiten wir intensiv daran, zum Technischen Bildungszentrum Mitte, das auch zu den Schulen gehört, die ich eingangs erwähnt habe, zu sagen: Wie kriegen wir das hin, da einen modernen, tollen, neuen Standort hinzukriegen und da den nächsten Schritt zu gehen? Das TBZ ist im Gesamtzusammenhang Klima Campus. Das ist nicht nur, was mich freut, ein gemeinsames Ziel des Senats, dass wir an der Stelle auch gemeinsam vorangehen, sondern auch ein gemeinsames Ziel mit der Wirtschaft in Bremen. Wo auch noch mal deutlich geworden ist: Die Wirtschaft wird ihren Teil in Bezug auf dieses innovative Gesamtprojekt „Klimacampus“ umsetzen und natürlich werden wir dann als Freie Hansestadt Bremen entsprechend handeln. Vielleicht noch einen Satz zu der Ausstattung, zur Digitalisierung, das ist ja hier auch schon positiv von allen Fraktionen hervorgehoben worden. Zur Frage: Wie müssen eigentlich die Werkstätten an berufsbildenden Schulen ausgestattet sein? Ich gestehe, ich kann mich noch an Diskussionen erinnern, wo es darum ging: Na ja, die Berufsschulen sind für die theoretische Ausbildung zuständig und die Praxis, die findet in den Betrieben statt, und warum wir überhaupt Werkstätten an berufsbildenden Schulen brauchen. Davon sind wir erfreulicherweise in Bremen weit, weit weg, weil wir sagen, natürlich brauchen wir auch an unseren berufsbildenden Schulen eine gute Ausstattung. Ich glaube, an der Stelle können wir sagen, da haben wir tatsächlich auch ordentlich etwas geleistet. Zu später Stunde hier zu reden, ist manchmal anstrengend. Wenn man sagt, man hat ordentlich was geleistet – –. Aber vielleicht finden es alle falsch, was ich gerade gesagt habe. „Are you with me?“, sagt der Engländer an dieser Stelle. (Abgeordneter Elombo Bolayela [SPD]: Nein, wir hören schon zu!) Okay, dann sage ich einfach noch ein bisschen was zu den übrigen Vitalwerten der beruflichen Bildung, das ist das, was uneingeschränkt positiv hier hervorgehoben werden kann. Übrigens nicht nur, weil wir hier Bundesvorgaben haben erfüllen müssen und gar nicht anders können, sondern weil wir das hier in Bremen deutlich voranbringen. Unsere berufsbildenden Schulen sind total innovativ, Schulentwicklung steht bei denen ganz oben. Die sind agil, die überlegen sich: Wie wollen wir die Konzepte stricken. Das ist auch mit ein Grund dafür, dass wir mit dem Fachkräftemangel bei den Lehrkräften an den berufsbildenden Schulen eben nicht zu kämpfen haben. Nicht zuletzt zeigt das auch, dass berufsbildende Schulen im Land Bremen attraktive Arbeitsorte für Pädagoginnen und Pädagogen sind. Ich glaube, das ist auch was, worüber wir uns freuen können. (Beifall SPD) Im Bereich der Sonderpädagogik, auch das ist deutlich geworden, ist der Bedarf, wie übrigens an den allgemeinbildenden Schulen auch, groß. Natürlich ist das ein Punkt, an dem wir weiter arbeiten müssen und arbeiten wollen, aber auch an der Stelle ist es ein positives Signal, weil auch daran deutlich wird, dass sich die berufsbildenden Schulen auf den Weg zur inklusiven Schule gemacht haben. Auch da erinnere ich mich an Diskussionen zu den Themen „Inklusion funktioniert an der berufsbildenden Schule nicht, weil die müssen ja alle einen Ausbildungsplatz haben“ und „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer suchen sich die Leute danach aus, was die können, und deshalb brauchen wir Inklusion an den Berufsschulen nicht“. Auch diese Diskussion wird sehr erfreulicherweise im Land Bremen nicht geführt. Vielleicht sehe ich das dann an der Stelle auch ein bisschen positiver als das in der Debatte bei manchen Redebeiträgen deutlich geworden ist, weil auch die Werkstufe und auch die abschlussorientierten Klassen mit Sprachförderung, darauf abzielen. Wer mit den Kolleginnen und Kollegen an den Berufsschulen spricht, der hört das auch richtig – darin steckt Herzblut! Die zielen darauf ab, diese jungen Menschen tatsächlich auch in vernünftige Ausbildungs- und dann auch Arbeitsverhältnisse zu vermitteln. Daher: Ja, auch an unseren berufsbildenden Schulen wird Bremen der Vorreiterrolle bei der Inklusion gerecht. (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen) Zu den Schulpreisen und den Preisen für Lehrkräfte im bundesweiten Vergleich – das werde ich jetzt hier nicht im Einzelnen aufführen, auch wenn mir meine Verwaltung das mit Stolz aufgeschrieben hat – erwähne ich nur, dass wir da an der Stelle durchaus auch eine Vorreiterrolle im Bundesvergleich haben, und würde zum Schluss noch mal ganz kurz was zu den allgemeinbildenden Schulen sagen, die sind ja hier mit der Berufsorientierung auch Thema gewesen. Wir haben die verpflichtenden Praktika an den allgemeinbildenden Schulen und wir haben in den letzten Jahren auch mithilfe des Bundes die Berufsorientierung stark ausgebaut und auch stark auf die Ausbildungsberufe ausgerichtet, um deutlich zu machen: Es gibt kein „Studium und akademische Berufe sind toll, und wer das nicht schafft, der macht halt einen Ausbildungsberuf“. Im Gegenteil, die Ausbildungsberufe sind das Herz- und Kernstück sowohl unserer Wirtschaft als auch der Zukunft der jungen Menschen im Land Bremen. (Beifall CDU) Das wird in der Berufsorientierung deutlich. (Beifall SPD) Jetzt war ich zu schnell und habe den Applaus überholt und möchte an der Stelle aber auch noch mal sagen: Das, was die allgemeinbildenden Schulen auch mithilfe der Arbeitgeber, der Unternehmen und der Betriebe auf die Beine stellen an Berufsorientierungsmessen: (Glocke) Wer schon mal beim futureParcours dabei gewesen ist, der kennt das. Hut ab! Das ist große Klasse. Da freue ich mich auch darüber, dass unsere allgemeinbildenden Schulen da mitmachen. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Alle Reden von Sascha Karolin Aulepp Protokoll (PDF) ↗