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Sahhanim Görgü-Philipp

13.11.2024 Sitzungen 21/17

Als nächste Rednerin hat das Wort die Abgeordnete Dr. Franziska Tell. Abgeordnete Dr. Franziska Tell (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Auch ich freue mich sehr, dass wir aufgrund der Großen Anfrage der FDP-Fraktion heute einmal ausführlich über das Thema berufliche Bildung und Ausbildung sprechen können. Denn wie auch in den vorigen Redebeiträgen schon deutlich wurde, passiert das leider viel zu selten. Ich kann mir den kleinen Seitenkommentar in Richtung Opposition aber leider auch nicht verkneifen, dass man sich das auch in dem Unterausschuss wünscht. Dass im Unterausschuss der beruflichen Bildung in der letzten Woche niemand aus der Opposition anwesend war, wo wir über Fachkräfte und über das Thema Sonderpädagogik und Inklusion intensiv beraten haben, dass da niemand war, finde ich schon sehr bedauerlich. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Ich werde auf die Punkte, die auch da Thema waren, gleich noch mal eingehen, komme jetzt aber erst mal auf das Thema Berufsorientierung, weil ich das gerne von vorne nach hinten durchgehen möchte. Ich finde, die Anfrage macht deutlich, dass es hier schon eine Vielfalt an Programmen, an Schwerpunkten gibt, dass die Berufsorientierungskräfte ja auch genau für diese Thematik angestellt sind und an den Schulen tätig sind. Gleichzeitig macht der Senat in der Antwort, aber auch in der Zusammenfassung zum Thema Berufsorientierung deutlich, dass es Optimierungsbedarf gibt. Ich glaube, das ist gut, dass das so deutlich gemacht wird. Das teilen wir, dass es natürlich Optimierungsbedarf gibt, denn Berufsorientierung funktioniert dann besonders gut, wenn die Schüler:innen wirklich gute Einblicke darin bekommen, was die verschiedenen Berufe eigentlich bedeuten, wenn sie wirklich praxisnahe Orientierung erhalten und nicht nur abstrakte Begriffe von Ausbildungsberufen, sondern wirklich einen Einblick. Beruf kommt ja am Ende von Berufung, und berufen fühlt man sich eben auch nur dann, wenn man wirklich versteht, was es eigentlich für Berufe gibt und welche Wirkung die auch haben, welche gesellschaftliche Bedeutung. Wie viele Ausbildungsberufe mit gesellschaftlicher Bedeutung es gibt, wissen wir. Wir diskutieren hier ja in diversen Themenfeldern von vorne bis hinten immer wieder, wie dringend wir die Fachkräfte brauchen. Darum, glaube ich, können wir in dem Bereich der Berufsorientierung in Sachen Optimierung noch einiges tun, um den Schüler:innen noch bessere Einblicke zu geben, welche Möglichkeiten und Chancen sie durch verschiedene Ausbildungen haben. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Dann möchte ich auf das Thema Fachkräfte eingehen, das wir, wie gesagt, im Unterausschuss letzte Woche auch sehr ausgiebig beraten haben. Es ist, finde ich, eine erfreuliche Nachricht, dass in den Berufsschulen, anders als es an den anderen Schulen in Bremen und auch an vielen anderen Standorten, kein großer Fachkräftemangel herrscht, dass die Fachschulen es in Bremen hinkriegen, dass entsprechende Fachpersonal zu finden. Den größten Mangel und das größte Problem gibt es im Bereich der Sonderpädagogik. Das liegt einerseits daran, dass es eben nicht ausreichend Fachkräfte gibt, andererseits aber eben auch an der Problematik, dass das Ganze momentan nicht umfassend beleuchtet wird. Das haben wir im besagten Ausschuss letzte Woche sehr ausgiebig besprochen, dass es hier Änderungsbedarf gibt. Wir haben ja auch schon den Anstoß gegeben, diese Verordnung anzupassen, um einen ersten Schritt in die bessere Unterstützung von Schüler:innen zu machen. Es wurde auch sehr deutlich, dass es hier weitere Schritte braucht. Das sagen auch die Schulleitungen der verschiedenen Berufsschulen immer wieder: Wir brauchen die Sonderpädagogik. Wir müssen Inklusion umfassend denken und wir müssen alle Schüler:innen mitnehmen, denn sonderpädagogische Förderbedarfe enden halt nicht nach dem Schulabschluss an der Regelschule, sondern bestehen auch an der Berufsschule weiter. Darum ist es wichtig, dass wir hier nachschärfen und auch die Möglichkeit schaffen, allen Schüler:innen die Unterstützung zu bieten, die sie brauchen. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Über die baulichen Maßnahmen haben wir jetzt auch schon viel gehört, darum will ich dazu gar nicht mehr viel sagen. Es ist völlig klar, dass wir hier weitere Stärkung brauchen, dass wir trotz der schwierigen Situation gerade sowohl haushalterisch als auch durch verschiedene Situationen in der Baubranche dringend weiter dran arbeiten müssen, die Schulen zu stärken, die Schulen auch baulich zu stärken und auch an der Vision der CampusLösung weiterzuarbeiten, um eben auch da die Lernbedingungen für Schüler:innen zu stärken. Stichwort Vision – es gibt ja die Vision: Berufsschulen, berufsbildende Schulen 2035. Ich finde, auch das ist immer noch extrem viel wert, denn in dieser Vision steht ja sehr viel drin, wie eine gute Berufsschule aussehen kann und Schüler:innen wirklich zur Eigenständigkeit vorantreiben kann. Auch da melden die Schulleitungen zurück, dass genau das der richtige Weg ist, um eben diese jungen Menschen auf den Weg in die Eigenständigkeit, in den Beruf zu bringen, und damit sie eben die Unterstützung an den Schulen erhalten, die sie brauchen. Ich finde es wichtig, dass wir an diesem Thema weiter gemeinsam arbeiten. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD)

Alle Reden von Sahhanim Görgü-Philipp Protokoll (PDF) ↗