Antje Grotheer
Als nächster Redner hat das Wort der Abgeordnete Holger Fricke. Abgeordneter Holger Fricke (Bündnis Deutschland): Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine Damen und Herren! „Duale Ausbildung: Zustand und Entwicklung der Berufsschulen/beruflichen Bildungszentren in der Stadt Bremen“ – die Große Anfrage der FDP brachte einmal mehr Erstaunliches in der Bremer Bildungslandschaft zum Vorschein. Die Antworten des Senats klangen sehr positiv. Ich zitiere: „Der Fachkräftemangel an den berufsbildenden Schulen in Bremen ist gering. Lediglich im Bereich Sonderpädagogik haben alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen nicht dazu führen können, dass der Fachkräftebedarf vollends gedeckt werden kann.“ Das Verhältnis von Lehrkräften zu Schülern an berufsbildenden Schulen beträgt 1:13. Das sind nahezu paradiesische Zustände für die rund 17 400 Schüler und für ihre Pädagogen. Die digitale Versorgung scheint ebenfalls gut zu funktionieren mit der digitalen Plattform „itslearning“ und dem länderübergreifenden Portal mit der Kurzbezeichnung „HubbS“. Das Fazit des Senats, ich zitiere: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Maßnahmen zur beruflichen Orientierung an den berufsbildenden Schulen in Bremen grundsätzlich gut aufgestellt sind und sehr praxisorientiert arbeiten, wenngleich sicherlich auch Optimierungsbedarf existiert, den es zu bewältigen gilt, um allen Jugendlichen die gleiche Chance auf eine erfolgreiche Berufswahl zu ermöglichen.“ (Vizepräsidentin Sahhanim Görgü-Philipp übernimmt den Vorsitz.) Wie kommt es zu diesem guten Ergebnis? Die Antwort gibt der Senat in der Frage 7. Die lautet wie folgt: „Wie wird der Praxisbezug in den Lehrplänen und Lehrmethoden sichergestellt? Welches Monitoring erfolgt hier?“ Die Antwort: „Ein Großteil der Lehrpläne der berufsbildenden Schulen bezieht sich auf die dualen Bildungsgänge in der Berufsschule und wird nicht in Bremen, sondern zentral von der Kultusministerkonferenz erstellt. Da die Kultusministerkonferenz-Rahmenlehrpläne für dualen Bildungsgänge unverändert für Bremen übernommen werden, ist der Einfluss Bremens auf den Praxisbezug in den Lehrplänen gering.“ Zitatende. Na, toll, Bremen kann also an den Berufsschulen nicht viel Schaden anrichten. (Beifall Bündnis Deutschland) Vielleicht sollten die Verantwortlichen nach diesem Ergebnis auch eine Eingabe zu einem länderübergreifenden, einheitlichen Lehrplan für Grund-, Oberschulen und Gymnasien machen. In dem Bereich, in dem Bremen den Hut aufhat, sieht es allerdings wieder traurig aus. Dabei handelt es sich um die Immobilien. Bremens Berufsschulen schieben einen Sanierungsstau von 128,5 Millionen Euro vor sich her, Tendenz steigend. – Meine Damen und Herren, ich danke für Ihre Aufmerksamkeit! (Beifall Bündnis Deutschland)
