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Dr. Claudia Schilling

13.11.2024 Sitzungen 21/17

Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten Damen und Herren Abgeordnete! Der Antrag mit dem Titel „Wir bitten zu Tisch! – Weniger Isolation durch mehr Angebote für ältere Menschen“ rückt die Lebensqualität unserer älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger in den Fokus, und auch ich möchte betonen, dass ich mich als Sozialsenatorin natürlich dafür einsetze, dass ältere Menschen möglichst lange zufrieden und selbstbestimmt in ihrem eigenen Zuhause leben können. Dabei unterstützt sie mein Ressort in vielfältiger Weise. Es gibt aber auch gute Gründe, dem Antrag der CDU nicht zuzustimmen. Ich informiere an dieser Stelle gern über die Aktivitäten meines Hauses. Ich darf gleichzeitig kurz an die Historie des Förderprogrammes erinnern und an die angespannte Haushaltslage. Da muss ich ganz klar sagen, was in dem Antrag steht, würde Geld kosten, viel Geld – Geld, das leider nicht zur Verfügung steht. Die Wirklichkeit erfordert also eine realistischere Herangehensweise, als die CDU es sich wünscht. Anders als es in dem Antrag dargestellt wird, haben wir zusätzlich zu den aktivierenden Essensangeboten eine Vielzahl von Teilhabemöglichkeiten für ältere Menschen. Mit mehr als 30 Begegnungszentren und Treffs sind wir in Bremen so gut aufgestellt wie kaum eine andere Stadt in unserer Größe. Die Begegnungszentren sind bei Weitem nicht die einzigen Angebote. Viele ältere Menschen nutzen selbstverständlich auch die vielen Möglichkeiten, die sich an alle Menschen in den Quartieren richten. Das reicht von den Sportvereinen über die Bürgerhäuser bis hin zu den Angeboten in den Quartierszentren, um an dieser Stelle nur einige zu nennen. Was ich ebenfalls noch einmal betonen möchte: Die Förderschiene, über die wir hier reden, ist neu und befindet sich noch in einem Entwicklungsstadium. Vor allem liegt ihr zugrunde, dass wir damit Unterstützung anbieten, wenn sie benötigt wird, dass wir kooperative Möglichkeiten zur Verfügung stellen. Das ist was ganz anderes als das Topdown-Konzept. Die Initiative der Träger, Mittagstische, Abendbrote und Fahrdienste anzubieten, ist freiwillig. Dadurch sind diese Angebote logischerweise nicht stadtweit flächendeckend. Für diese Mehrarbeit und den zusätzlichen Einsatz für die älteren Menschen gebührt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Träger zunächst einmal unser großer Dank. (Beifall SPD) Wir dürfen dabei auch nicht vergessen, dass Hauptamtliche oftmals schon mit ihren regulären Aufgaben mehr als ausgelastet sind und nicht noch zusätzliche Arbeit – und die bringen Angebote für Mahlzeiten mit sich – schultern können, denn die Mittagstische sind ja selten reine Verköstigungen, sondern werden durch Beratung, soziale Teilhabe oder Überleitung in andere soziale Angebote flankiert. Ohne ehrenamtliche Unterstützung ist all dies nicht möglich. Die Träger, insbesondere die Begegnungs- und Quartierszentren, leisten sehr wertvolle Arbeit. Klar ist jedoch auch, dass Angebote für Mittagstische, Abendbrote und Fahrdienste nur ein Teil der Lösung sein können. Unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu helfen, möglichst lange gesund zu bleiben und aktiv am Leben teilzuhaben, ist aus meiner Sicht eine Gemeinschaftsaufgabe, gesellschaftlich wie politisch. Deshalb halte ich es für sinnvoll, realistisch zu prüfen, ob und wie eine Unterstützung und eine Schließung von möglichen Lücken im Sinne einer Ausweitung der Angebote oder einer Unterstützung der Träger zum Beispiel bei der Beantragung von Fördermitteln und der strategischen Planung gelingen kann. Hierbei spielen die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal aber eben auch die Finanzierbarkeit eine entscheidende Rolle. Auch die Angebote selbst bedürfen einer sorgfältigen Bewertung sowohl im Hinblick auf ihre Effektivität als auch hinsichtlich ihrer verfügbaren Ressourcen. Diese und weitere Überlegungen fließen in die Überarbeitung der Richtlinie ein. Geplant ist, dass darin auch weitere Förderschwerpunkte für ältere Menschen strukturiert verortet werden. Jeder einzelne Mittagstisch ist ein tolles und sinnvolles Instrument, um die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern und ihre Isolation zu verringern. Das eingesetzte Geld wird hier sinnvoll verwendet. Angesichts der aktuellen Haushaltslage sollten wir allerdings ehrlich diskutieren, ob wir eine zusätzliche finanzielle Ausweitung stemmen können. – Ich danke Ihnen! (Beifall SPD, Bündnis 90/Die Grünen)

Alle Reden von Dr. Claudia Schilling Protokoll (PDF) ↗