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Christine Schnittker

13.11.2024 Sitzungen 21/17

die Abgeordnete Dr. Franziska Tell. Abgeordnete Dr. Franziska Tell (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleg:innen! Eines ist doch völlig klar: Natürlich ist das Ziel, dass wir gute frühkindliche Bildung haben, und zwar für alle Kinder im Land Bremen, und zwar von Anfang an. Da sind wir uns völlig einig. Es ist aber auch völlig klar, dass wir gerade nicht in der Situation sind, dass wir das leisten können, weil das Fachpersonal in Bremen, wie übrigens auch in einigen anderen Bundesländern, gerade nicht in der Menge, in der wir es brauchen, zur Verfügung steht. (Zuruf Abgeordneter Ole Humpich [FDP]) Darum ist uns auch klar, dass wir jetzt kurzfristige Maßnahmen brauchen, um mittelfristig und vor allem auch langfristig zu genau dieser Qualität zu kommen, die wir uns alle wünschen. Es hilft niemandem, wenn wir zwar theoretisch einen Platz zur Verfügung haben, bei dem gut ausgebildetes, voll ausgebildetes Personal die Kinder nicht nur betreut, sondern frühkindlich bildet, praktisch dieser Platz aber wegen Krankheit ausfällt, die Eltern dann doch einspringen müssen, trotz Berufstätigkeit, oder nur wenige Stunden zur Verfügung steht. Das hat der zentrale Elternverband übrigens auch in seiner Stellungnahme klargemacht. So viel zu der Frage, dass es nur negative Stimmen gibt und gab. Das ist nicht ganz richtig. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Für uns ist es zentral, dass es kurzfristig eine Lösung braucht, die Flexibilisierung schafft und die dafür sorgt, dass wirklich mehr Kinder unterstützt, betreut und auch gebildet werden können. Klar ist für uns dabei, es darf auf keinen Fall ohne Befristung laufen. Es braucht eine Befristung auf wenige Jahre, dass das Gesetz kurzfristig zur Unterstützung in der Situation führt und wir mittelfristig schnell wieder die Qualität in allen Aspekten erreichen können. Klar ist dabei auch: Wir brauchen Qualifizierung, denn die Fachkräfte müssen natürlich ausgebildet werden, denn dieses Ziel erreichen wir nur dann, wenn all die Kräfte, die wir jetzt in die Kitas holen, auch qualifiziert werden. Dafür erwarten wir auch einen entsprechenden Plan, dass diese Qualifizierung kommt und es eine gute Unterstützung gibt für alle Kräfte, dass all diese Fachkräfte gut aus- und weitergebildet werden. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Ich habe in der Debatte hier bisher alternative Lösungsvorschläge, außer dass Sie sagen, Sie haben Positionspapiere verfasst – vielleicht nennen Sie doch mal die zentralen zwei Punkte, anstatt uns nur darauf hinzuweisen, Papiere zu lesen – vermisst. (Zuruf Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU] – Abgeordneter Fynn Voigt [FDP]: Lesen Sie es doch!) Ich möchte noch einen Hinweis darauf geben: In dieser Debatte wird immer über dieses geeignete Personal debattiert. Ich finde es schon ein bisschen schräg, was für ein Menschenbild manche scheinbar haben, denn natürlich werden nicht irgendwelche zufälligen Personen auf der Straße eingesammelt und dann in die Kita gesetzt. (Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Da wäre ich mir bei Ihnen nicht so sicher!) Die Kitas stellen diese Leute ja ein. Natürlich, die Grundbedingung in dem jetzigen Vorschlag ist, zu sagen, es braucht ein Führungszeugnis, aber die Kita entscheidet am Ende, wer eingestellt wird, und die stellen ja nicht irgendwen ein. Die schauen sich diese Menschen schon ganz genau an, nehmen sie natürlich auch unterstützend an die Hand. Darum sieht der Vorschlag auch vor, dass immer mindestens ein:e Erzieher:in in Hörreichweite sein muss, um genau das zu unterstützen. Darum sagen wir, wir teilen die klare Maßnahme. Es braucht jetzt kurzfristige Lösungen, um mittelfristig ganz schnell wieder zu guter Qualität in den Kitas, zu besserer Qualität zu kommen, und zwar für alle Kinder im Land Bremen, auch die, die jetzt noch auf einen Kitaplatz warten. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD – Abgeordnete Sandra Ahrens [CDU]: Politik hat das Problem verursacht und jetzt wird es abgewälzt auf die Träger und Kitas! Das ist so fies!)

Alle Reden von Christine Schnittker Protokoll (PDF) ↗