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Christine Schnittker

21.08.2024 Sitzungen 21/15

Als Nächstes erhält der Abgeordnete Dr. Emanuel Herold das Wort. Abgeordneter Dr. Emanuel Herold (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren! Ich muss zu Beginn sagen, mir ging es wie dem Kollegen Stahmann. Ich habe mich auch gefragt, was eigentlich die Motivation hinter der Großen Anfrage ist, allerdings weniger in Bezug auf die Frage, wann wurde sie eingebracht und wann wurde sie hier vorgestellt, eher schon mit Blick auf den Fragenkatalog. Ich finde es ein bisschen mutig, sich hier hinzustellen und in Richtung der Verwaltung zu sagen, die Antworten wären vage, wenn die Fragen schon vage sind. Sie fragen darin wirklich das Alleroberflächlichste ab, was man zur Innovationsstrategie fragen kann, und der Kollege Stahmann hat zu Recht gesagt, das ist alles öffentlich verfügbares Wissen. Das finde ich ehrlich gesagt ein bisschen schwierig. Dennoch Danke an die Verwaltung, dass sie das geduldig abgearbeitet hat, und vor allen Dingen auch sehr nachhaltig immer wieder darauf hingewiesen hat, in welchem Kapitel und auf welcher Seite und in welcher Deputationsvorlage man alle Informationen, die hier abgefragt werden, bereits finden kann. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD) Deswegen habe ich auch gedacht, mal sehen, was heute kommt. Sie haben keinen richtig präzisen Kritikpunkt hervorgebracht, finde ich. Als Sie gesagt haben: Wie ist das mit den alten Strategien, Cluster-Strategie, Strukturkonzept, und der neuen Strategie? Auch das ist alles dokumentiert. Sie haben ja nicht nach der Evaluationslogik gefragt, sondern Sie haben nachgefragt: Wie sind diese Strategien, die alte und die neue, miteinander abgestimmt? Das hat Ihnen die Verwaltung aufgeschrieben. Auch an der Stelle, finde ich, bleibt es sehr im Allgemeinen. Ich finde tatsächlich – der Kollege Stahmann hat es angedeutet –, die Koalition hat an der Stelle trotz schwieriger Haushaltslage eine sehr eindeutige Schwerpunktsetzung, was die Priorisierung von Gründungen und Start-ups im Lande Bremen – Bremen und Bremerhaven gemeinsam – betrifft. Das ist das DIGITAL HUB INDUSTRY Bremen e.V., das ist der Venture-Capital-Fonds, die wurden schon genannt, aber es betrifft auch die Fortführung der Finanzierung vom Creative Hub, von der Förderung des Social Entrepreneurships und auch den Plan zum ECOMAT 2. Da passiert eine ganze Menge. Was mich ehrlich gesagt wundert, ist, dass man auf einen Bereich bisher noch gar nicht zu sprechen gekommen ist, nämlich den Zusammenhang von unserem Wissenschaftsstandort mit diesem ganzen Thema. Da gibt es nämlich tatsächlich eine Reihe von guten Nachrichten, die hier ruhig mal Raum bekommen könnten. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen) Ich nenne zwei Beispiele: Die Uni Bremen hat sich erfolgreich bei einer Stiftung beworben um ein neues Innovationszentrum, das innovate! Zentrum MaTeNa. MaTeNa steht für Materialien, Technologien und Nachhaltigkeit. Die Uni hat sich gegen 17 Mitbewerber aus dem ganzen Bundesgebiet durchgesetzt und hat dafür eine Förderung von bis zu 30 Millionen Euro eingewoben, die nun über sieben Jahre läuft und nach Evaluation noch mal um drei Jahre verlängert wird. Das ist richtig klasse. Es geht darum, Forschung zur Marktreife zu bringen, und zwar in den Bereichen Batterieherstellung, Proteine für nachhaltige Futtermittel, um Fischmehl zu ersetzen, und die Entwicklung neuer Sensoren, die die Speicherung und den Transport von Wasserstoff ermöglichen. An der Stelle kann man sehen, dass die Transferpolitik der Universität dem neuen Leitbild folgt und erfolgreich ist. Es geht darum, auch als wissenschaftliche Institution gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, und zwar, indem man eine nachhaltige Zukunft mit besserer Transferpolitik und beschleunigtem Wissenstransfer mitgestaltet. Das finde ich sehr lobenswert. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen) Das zweite erfreuliche Beispiel an der Stelle ist: Die Universität ist auch in einer Ausschreibung oder in einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz in die nächste Runde gekommen, gemeinsam in einer Partnerschaft mit der Uni Oldenburg. Da hat es in der ersten Runde eine positive Rückmeldung gegeben. Es geht um das Thema Startup Factories, ein großer Wettbewerb, für den jetzt bundesweit eine Konzeptphase läuft, in der bis zu zehn Startup Factories im Bundesgebiet entstehen können. Das ist auch ein Thema, das über fünf Jahre mit 10 Millionen Euro gefördert wird. Das Interessante daran ist, dass man tatsächlich versucht, Innovation, Gründungen und Start-up-Geschehen regional zu verstehen, also nicht nur in den Grenzen unseres Bundeslandes, sondern das überregional und institutionenübergreifend zu gestalten. Die Handelskammern in Bremen und Oldenburg unterstützen das Thema. Beide Universitäten bemühen sich darum, privates Kapital von Unternehmen aus der Region zu akquirieren, und auch an dieser Stelle kann man nur die Daumen drücken, dass es am Ende mit dem Zuschlag klappt. Ich finde, was die Transferabteilung an der Stelle leistet, ist wirklich vorbildlich. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen) Zu guter Letzt noch der Hinweis: Ich habe mich daran erinnert, dass die FDP schon mal vor zwei Jahren, am Ende der letzten Legislaturperiode, eine Große Anfrage zum Thema Gründungen und Start-ups in Bremen und Bremerhaven gestellt hat. Das war damals vielleicht vom Volumen her ein bisschen übertrieben, das waren 62 Fragen, und die Verwaltung hat dann über 70 Seiten Antworten gegeben. Aber an der Stelle hatte ich das Gefühl, da saß zumindest jemand daran, der sich wirklich für das Thema interessiert und etwas wissen will. Dann sind die Antworten auch so ausgefallen, dass man dabei wirklich etwas lernen konnte. Ich finde, jetzt hier an der Stelle war es ein bisschen vergeudete Lebenszeit, ganz ehrlich. – Vielen Dank! (Beifall Bündnis 90/Die Grünen)

Alle Reden von Christine Schnittker Protokoll (PDF) ↗