Antje Grotheer
Als nächste Rednerin die Abgeordnete Dr. Henrike Müller. Abgeordnete Dr. Henrike Müller (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich nehme mir mal zwei Minuten, bevor ich zum eigentlich Thema Femizide komme, um jetzt doch sehr viele falsche Informationen richtigzustellen. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE – Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Oha!) Wenn wir hier im Haus über häusliche Gewalt sprechen oder auch in der Stadt bei diversen Fachtagen oder im Gleichstellungsausschuss, reden wir über Betroffene von häuslicher Gewalt, und wir reden ganz ausdrücklich von Betroffenen, weil es uns eben um alle Opfer von häuslicher Gewalt geht, nicht nur von Frauen und Kindern, auch wenn sie über die Maßen davon betroffen sind. In einer der letzten Sitzungen des Gleichstellungsausschusses, der eigentlich ja für Frauen zuständig ist, das ist allen bekannt, haben wir ausdrücklich über Opfer, über männliche Opfer von häuslicher Gewalt gesprochen, hatten Fachexpertise da. Die Fraktion von Bündnis Deutschland war leider nicht anwesend. So kommen dann eben auch Informationslücken zustande, lieber Kollege. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, DIE LINKE, FDP – Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Geht es jetzt um die Anfrage oder was?) Ein letztes Beispiel: Im Oktober findet ein großer Fachtag in Frankfurt statt zum Thema „Männliche Opfer häuslicher Gewalt“. Bremen ist auf dem Panel eingeladen, weil wir eine sehr ausgewiesene, eine der wenigen, eine sehr ausgewiesene Beratungsstelle haben, die sich eben auch um Opfer, um männliche Opfer häuslicher Gewalt kümmern. Die nennt sich „Neue Wege“, und die sitzt da auf dem Panel als Best-Practice-Beispiel, weil andere Bundesländer auch in diesem Fall von uns lernen, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE – Glocke)
