Maja Tegeler
Sie haben aber schon verstanden, dass es einerseits vereinzelt Menschen ohne Gebärmutter betreffen kann und es andererseits richtig ist, von Menschen mit Uterus zu sprechen, weil es trotz alledem bei den allermeisten Fällen um die Gebärmutter geht? Abgeordneter Andre Folkert Minne (Bündnis Deutschland): Die sicherlich dann angeboren ist, ja. Okay. Ganz aktuell gibt es keinen Beleg, dass es nicht genug Aufklärung gibt, denn im Gegenteil: Selbst der RKIBericht zur Frauengesundheit führt einen verzeichneten Anstieg der Fallzahlen in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren vor allem auf verbesserte Diagnosemöglichkeiten zurück. Im Bundestag bringen die Linken dieselbe Hypothese damit in den Zusammenhang, dass in Frankreich und Australien kürzlich im Rahmen sogenannter Nationaler Endometriose-Strategien Etatmittel in Millionenhöhe bereitgestellt wurden. Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron hat es im Januar 2022 sogar zu einem seiner Wahlkampfthemen gemacht. Ob dies in Deutschland oder konkret im Bundesland Bremen notwendig ist und wie der Stand der bereits in der medizinischen Praxis unternommenen Anstrengungen und Therapieerfolge hierzulande bewertet wird, dazu gibt es keine Aussage in der Anfrage. Um es kurz zu sagen: Man kann sich bei der Großen Anfrage der FDP des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein Thema durch die Debatten der deutschen Parlamente galoppiert, welches keine herausragende Aktualität oder Dringlichkeit besitzt. Das soll nicht heißen, dass keine Daten erhoben werden. Es scheint aber die Auffassung der aktuellen Bundesregierung unter Mitwirkung der FDP zu sein. Der RKI-Bericht zur Frauengesundheit aus dem Jahr 2020 bestätigt, dass die Kliniken seit dem Jahr 2006, das sind nun bald achtzehn Jahre, hierzulande die Möglichkeit haben, sich als medizinisches Endometriose-Zentrum zertifizieren zu lassen. Natürlich stimmen die Medizin und Sonstiges wie Wissenschaft und Wirtschaft, dass wir stets nach der Verbesserung streben sollten – –. Doch stelle ich bei den Fragen meiner FDP-Kollegen fest: Sie fragen den Bremischen Senat zu einer Thematik, die sie sich mit einer nicht allzu zeitraubenden Internetrecherche selbst hätten beantworten können. Sie erfragen und befürworten damit weitere staatliche Maßnahmen, die es schon seit Langem mit etablierten Versorgungsstrukturen im Land Bremen und Deutschland gibt. Gleiches gilt auch für die Frage nach Aufklärungskampagnen. (Abgeordneter Prof. Dr. Hauke Hilz [FDP]: Wir debattieren aber den Antrag und nicht die Frage!) Ja, ich gehe jetzt gerade auf Ihren Antrag ein. (Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Wir haben zweimal fünf! – Abgeordnete Sofia Leonidakis [DIE LINKE]: Das würde es auch nicht besser machen!) Ich kann Ihnen sagen: Ich hatte damit tatsächlich schon selbst Erfahrungen im Bekanntenkreis. Natürlich unterstelle ich Ihnen menschlich und medizinisch nur die besten Absichten, liebe Kollegen. Ich gehe darauf noch mal im zweiten Beitrag ein. (Beifall Bündnis Deutschland)
