Susanne Grobien
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ja, wir legen Ihnen jetzt zum Schluss noch einen Antrag vor, in dem geht es tatsächlich um ein Bremer Thema, um ein Wissenschaftsthema, aber auch ein altbekanntes Thema. Gestern haben wir mit der Bibliothek, allerdings mit der Stadtbibliothek, aufgehört. Jetzt geht es um die Hochschulbibliotheken, insbesondere um die Unibibliotheken und damit auch um das Interesse der Studierenden und Forschenden. Bereits 2014 – und deswegen wird das heute wahrscheinlich auch alles gar nicht mehr so lange dauern – haben wir dazu einen ersten Anlauf unternommen und damals erweiterte Öffnungszeiten der Unibibliothek gefordert, für mehr Flexibilität für die Studierenden. Klar haben Sie, die Regierungsfraktionen, das abgelehnt. Dann haben Sie 2018 selbst einen fast wortgleichen Antrag gestellt – so ähnlich formuliert, würde ich mal sagen – und mit unseren Stimmen haben wir den auch beschlossen, weil wir ja nicht so sind, dass wir reflexartig immer gleich einfach zu allem Nein sagen. Jetzt, fast sechs Jahre nach dem Antrag, ist aber immer noch nichts passiert. (Abgeordneter Rainer Bensch [CDU]: Was?) Der im Koalitionsantrag geforderte Bericht an die Bürgerschaft über die Ergebnisse der Prüfung innerhalb von drei Monaten nach Beschlussfassung ist irgendwo im Sande verlaufen, es gibt nach wie vor keine Rund-um-dieUhr-Bibliothek. Vielleicht können Sie mir ja heute im Laufe der Debatte erklären, warum auch teilweise so einfache und gar nicht so weltbewegende Dinge hier an der Umsetzung scheitern. Darum und auch im Interesse der Studierendenschaft stellen wir heute erneut den Antrag, sich endlich mit der Universitätsleitung zusammenzusetzen und dem Thema „24-Stunden-Öffnung von Unibibliotheken“ zu widmen, dies kurzfristig einzuführen und natürlich auch nach zwei Jahren eine Evaluation durchzuführen. Sie werden mir auch da sicherlich gleich wieder erklären, warum das alles schon ganz toll ist und warum Sie unseren Antrag ablehnen, weil ja alles gar nicht erforderlich ist. Obwohl, wenn man sich bei den Kollegen in anderen Bundesländern umguckt: Berlin und Karlsruhe haben es geschafft, ohne Einsatz zusätzlichen Personals die 24 Stunden umzusetzen. Ich erinnere mich noch an die Debatte im Ausschuss, dass es dann immer am Personalrat lag, dass das nicht funktionierte. Heute geht es aber, und dafür braucht man tatsächlich die Digitalisierung – –. Wenn es nämlich Zugänge zu Lesesälen durch den Chip, eine Selbstverbuchung von Ausleihen auch mit einem Bibliotheksausweis oder auch Rückgabeautomaten gibt, – –. Warum geht das anderswo, aber bei uns in Bremen mal wieder nicht? (Beifall CDU) Wir reden hier immer über Attraktivitätssteigerung für unseren Studienort, und dazu gehören eben auch – und wir haben das bei der ersten Wissenschaftsdebatte ja auch schon gehabt – flexible Lernmöglichkeiten für Studierende, die neben ihrem Studium auch noch arbeiten müssen oder auch Kinder zu versorgen haben. Man muss heute den individuellen Bedürfnissen und Verpflichtungen der Menschen, gerade auch im Universitätsbereich, gerecht werden. Das erfordert eben auch eine Anpassung der Servicequalitäten, und damit wäre eine 24-Stunden-Öffnung der Unibibliothek ein wesentlicher Baustein. Wir bitten deshalb erneut, vielleicht stimmen Sie ja diesmal zu, um Zustimmung zu unserem Antrag. Sie selbst haben es ja auch schon gefordert, insofern bin ich gespannt, was Sie uns jetzt erklären. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! (Beifall CDU)
