Prof. Dr. Hauke Hilz
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Abgeordnete, sehr geehrte Gäste! Ich habe mich jetzt doch noch mal zu Wort gemeldet, weil mir insbesondere in Ihrem Redebeitrag, Frau Senatorin, etwas gefehlt hat, und es war nicht das Sprachförderkonzept, das Sie mit keinem Wort erwähnt haben – auch das hat mir gefehlt –, sondern im Wesentlichen fehlten mir das Feuer und die Begeisterung und der unbedingte Anspruch, mehr zu erreichen für unsere Kinder, als wir es bisher haben. (Beifall FDP, CDU) Wir haben doch in der letzten Bildungsdeputation in der Sondersitzung ausführlich über den Haushalt gesprochen, und ich glaube, so habe ich es jedenfalls vernommen, da waren wir uns alle einig, dass das noch nicht das Ende des Haushalts für die Bildung, für unsere Kinder in den Schulen und in den Kitas sein kann. Da brauchen wir auch mal von Ihrer Seite ein Plädoyer, dass hier was passieren muss. Ihre Aussage in der Fragestunde vom letzten Mal, Sie könnten uns nicht versprechen, dass das Sprachförderkonzept in den nächsten beiden Haushalten finanziert ist, ist mit dem Entwurf sogar zementiert. Mehr habe ich von Ihnen dazu nicht gehört. Das muss man doch ansprechen! Meine Damen und Herren, da sind Sie gefragt hier, Sie sind die Parlamentarier am Ende, die mit Mehrheit den Haushalt beschließen. (Abgeordneter Mustafa Güngör [SPD]: Ist das jetzt eine Abschiedsrede von Ihnen?) Da muss noch etwas zugelegt werden. Sie haben Pech, Herr Güngör, ich bleibe Ihnen noch einen Augenblick erhalten. (Beifall FDP) Das heißt, Sie werden mich noch ein paarmal erleben müssen. Aber ich glaube, Sie merken, es brennt bei mir, und ich würde mir wünschen, dass es bei anderen auch so ist. (Beifall FDP) Insofern: Wir brauchen natürlich Kitaplätze. Das Kitabrückenjahr ist ja auch nur das Mittel, weil wir nicht die ausreichenden Kitaplätze haben, weil wir vorrangig diejenigen mit Sprachförderbedarf in unsere Kitas reinoperieren müssen, wo gar nicht genug Plätze da sind eigentlich. Insofern müssen wir doch, das hatte ich vorhin schon gesagt, dort ansetzen. Die Kitaplätze müssen ausreichend für alle sein, damit der Bedarf gedeckt wird, den wir haben an Kindern, die im entsprechenden Alter sind, die Sprachförderbedarf brauchen, und wir brauchen bald gar keine Testung mehr, wenn wir 50 Prozent der Kinder haben mit Sprachförderbedarf. Dann müssen einfach alle gefördert werden. So sieht es doch aus mittlerweile in unserem Bundesland. (Beifall FDP) Wir müssen mit der Testung früher anfangen, das habe ich in der letzten Debatte gesagt, als es schon um Sprachförderung ging. Deswegen haben wir heute noch eine Große Anfrage eingereicht, um die U-Untersuchung noch besser zu verzahnen, damit wir früher Sprachförderdefizite erkennen, damit U-Untersuchungen stattfinden, damit wir daraus dann entsprechend – –, anscheinend hören Sie das nicht, Sie hören das zum ersten Mal, Sie waren bei der letzten Debatte – –. (Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Das war so unruhig!) Ach so, es war so unruhig. (Glocke) Das macht mir nichts. Ich rede einfach drüber, das bin ich gewohnt aus dem Hörsaal.
