Sahhanim Görgü-Philipp
Als nächster Redner erhält das Wort der Abgeordnete Holger Fricke. Abgeordneter Holger Fricke (Bündnis Deutschland): Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Seit Monaten drehen wir uns bildungspolitisch im Kreis. Immer wieder die gleichen Themen: Bildung und Pisa, Bildung und Migration, Bildung im Abwärtsstrudel. Passiert ist bisher viel zu wenig und Bremens Schülerinnen und Schüler werden immer weiter abgehängt. Jetzt hat die Fraktion der CDU einen durchaus vielversprechenden Antrag gestellt. Titel: „Modellprojekt ‚Frühes Lernen‘ jetzt auf den Weg bringen“. In dem Antrag sollen die rechtlichen, administrativen, räumlichen, personellen und pädagogischen Grundlagen geschaffen werden, sodass ein Projekt „Frühes Lernen“ mit Beginn des Schuljahres 2025/2026 zunächst an zwei ausgewählten Grundschulen im Land Bremen in Form eines Modellversuchs angesiedelt wird. Hamburg hat bei dem Antrag eine Vorbildfunktion. Dort hat sich das Lernniveau in den letzten Jahren deutlich verbessert, obwohl Hamburg einen ähnlich hohen Migrationsanteil hat wie Bremen. Der Modellversuch „Frühes Lernen“ ist ein verpflichtendes Vorschuljahr, das Kindern in dem Jahr vor Beginn ihrer eigentlichen Schulpflicht mindestens fünf Stunden täglich Sprachförderung beschert. Dazu sollen schulische Kulturtechniken, Grundlagen der Mathematik und Sozialverhalten gezielt gefördert werden. Wir von Bündnis Deutschland finden, dass dieser Antrag seine unbedingte Berechtigung hat. (Beifall Bündnis Deutschland) In Bremerhaven und Bremen verfehlen laut IQB-Bildungstrend 2022 mittlerweile rund 46 Prozent der Schüler der neunten Jahrgangsstufe im Kompetenzbereich Lesen den Mindeststandard zum Erreichen des mittleren Schulabschlusses. Im Bereich Zuhören trifft dies sogar auf 49 Prozent zu. Hier verfehlen zudem mehr als 29 Prozent der Schüler den Mindeststandard zum Erreichen des ersten Schulabschlusses, der dem des früheren Hauptschulabschlusses entspricht. Die unbegrenzte Armutseinwanderung ist eine wichtige Ursache des Problems und die abgeschlossenen Parallelgesellschaften, die daraus entstehen. (Beifall Bündnis Deutschland) Im Jahr 2021 hatten über 58 Prozent der Grundschüler im Land Bremen einen Zuwanderungshintergrund. Im gleichen Jahr benötigten in Bremen 46 Prozent der Kinder einen Sprachförderbedarf. In Bremerhaven waren es sogar 54 Prozent. In den neunten Klassen betrug der Schüleranteil mit einem Zuwanderungshintergrund 2022 bereits 57 Prozent. Diese drei Ursachen sind laut IQB-Studie schuld an der Bildungsmisere: Armut, Bildungsferne des Elternhauses, Migrationserfahrung. In Bremen treten diese Ursachen häufig in Kombination auf. Darum ist es uns von Bündnis Deutschland wichtig, den Antrag der CDU zu unterstützen. Hoffentlich ist es noch nicht zu spät für die betroffenen Kinder! – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall Bündnis Deutschland)
