Sahhanim Görgü-Philipp
Als nächster Redner erhält das Wort der Abgeordnete Philipp Bruck. Abgeordneter Philipp Bruck (Bündnis 90/Die Grünen): Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleg:innen! Herr Schäck, am Anfang war ich mir nicht so sicher, was Sie mit Ihrer Rede eigentlich sagen wollen. (Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Erst mal die Fakten darstellen!) Genau, die Fakten darstellen, wie wir das aus anderen Ecken des Internets kennen, Ihre Theorie mit einer Rechnung 0,000, irgendwann kommt dann ein X Prozent der CO -Emission. (Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Sie kennen die Zahl gar nicht!) Nein, ich kenne diese Zahl nicht, es ist mir auch egal, denn diese Argumentation aus dem – –. (Unruhe – Abgeordneter Thore Schäck [FDP]: Sie kennen nicht einmal die Zahlen und wollen eine Milliarde Euro investieren, das ist das Problem!) Herr Schäck, natürlich kann ich jede einzelne Klimaschutzmaßnahme irgendwie in einen Anteil an den globalen CO -Emissionen umrechnen, und es kommt in jedem Fall irgendeine niedrige, sehr, sehr niedrige Prozentzahl raus, aber genau diese Denke führt doch uns und den gesamten Planeten und unsere Lebensgrundlagen in den Abgrund. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE) Wenn wir alle so denken, dass wir nur in Prozentzahlen umrechnen und sagen: „Ja, wir sind es ja nicht, es sind ja die anderen“, (Zuruf Abgeordneter Thore Schäck [FDP]) dann haben wir verloren. Jetzt weiß ich, was Sie mit Emotionen in dieser Debatte meinten. Da haben Sie allerdings die Falschen adressiert. Darüber sollten Sie besser selbst nachdenken. Das war der traurige Beginn Ihrer Rede. Am Ende war ich, ehrlich gesagt, nur noch schockiert. Sie wollen ernsthaft nicht, dass wir das Stahlwerk fördern? Sie wollen ernsthaft, dass wir dieses Unternehmen hier faktisch dichtmachen werden und 10 000 Menschen in Bremen ihre Jobs verlieren? Das macht mich wirklich einfach nur sprachlos. Dieses FDP-Mantra „Der Markt regelt“, habe ich eigentlich immer für ein schlechtes Klischee, für eine Karikatur von liberaler Politik gehalten, weil ja eigentlich längst klar ist, dass sich „der Markt“ im Kontext von einer Klimakrise, von einem globalen Subventionswettbewerb nicht einfach so „regelt“. Aber offenbar will die FDP genau diese Politik machen, genau diese Karikatur sein. Anders als Ihre eigene Bundesregierung wollen Sie das Stahlwerk nicht fördern, der Markt soll das regeln, und das heißt, das Stahlwerk hier macht dicht. Sie sagen „Wir stehen zum Stahlwerk“, aber Sie machen das Gegenteil. Das ist ein Schlag ins Gesicht der 10 000 Menschen, die hier im und ums Bremer Stahlwerk arbeiten, und das ist wirklich gruselig. (Beifall Bündnis 90/Die Grünen, SPD, DIE LINKE)
