Sascha Schuster
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich muss ganz ehrlich sagen, ich wundere mich hier, dass wir zu diesem Thema überhaupt eine Aktuelle Stunde haben. Ich frage mich immer, ob wir in dieser Stadt oder in unseren beiden Städten Bremen und Bremerhaven keine anderen Sorgen haben. Wir reden hier über die Vorfälle, die es gegeben hat in der Stadt Bremerhaven, und vielleicht gehe ich einmal auf Sie ein, Herr Bothen, Sie haben ja zuletzt hier gesprochen. Ich kann das ja sagen, auch als Hafenfacharbeiter, ich muss ja auch jeden Morgen in den Hafen und habe auch den Verkehr oder auch, wenn wir nicht reinkommen, nicht den Verkehr – –. Aber es ist natürlich ärgerlich, wenn man davorsteht, und man kommt nicht zur Arbeit. Aber ich glaube, die Sorgen, die Sie angesprochen haben, der Kolleginnen und Kollegen, die dort tatsächlich in den Hafeneinzelbetrieben arbeiten müssen, das waren ganz andere Sorgen, nämlich: Was machen die Arbeitgeber? Wie gehen die Arbeitgeber damit um? Der eine Arbeitgeber bezahlt es, der andere Arbeitgeber sagt: „Du musst einen Tag Urlaub nehmen.“ Dann habe ich von einem Arbeitgeber gehört, wenn du morgens um sechs zur Frühschicht kommen sollst: „Ja, fahr doch am besten um 3 Uhr nachts los.“ Ich sage mal, aua, aua. Ganz ehrlich: Die Bauern können ja auch nachts um 3 da stehen. Wie soll man das machen? Das ist dann halt so. Wenn Sie sagen, das möge alles im Rahmen sein, und die sollen gucken, wo sie sich hinstellen: Ja, wo sollen sie sich denn hinstellen? Sie haben sich jetzt den Hafen ausgeguckt, aber, wenn man das zum Beispiel woanders macht, ich sage mal, im Fischereihafen, dann ist da das gleiche Problem. Von daher muss ich sagen, ist es ärgerlich, aber es ist nun mal so. Schuld, ganz ehrlich, muss man ja sagen, da müssen wir ja eigentlich nach Berlin gucken, denn da wird die Politik gemacht, und ich kann die Bauern und die Landwirte verstehen, und ich stehe auch hinter ihnen. Ich finde, wenn man sich hier hinstellt und war eigentlich bei gar keiner Demo dabei – viele reden hier, und die waren bei gar keiner – –. Ich glaube, Herr Schröder war dabei, der hat sich das da mal angeguckt, hat er ja gesagt, und Herr Imhoff war vielleicht dabei. Da will ich ganz ehrlich sagen, ich war auch bei einer dabei, und zwar war das auch in Bremerhaven, ich komme ja nun aus Bremerhaven, und zwar im Stadtteil Wulsdorf an einer Kreuzung, und was habe ich vorgefunden? Sehr nette, sehr freundliche Bauern, sehr kooperativ auch mit der Polizei, und alle Seiten waren witziger Weise zufrieden. Ich habe mit der Polizei gesprochen, die haben zu mir gesagt, es gab keine besonderen Vorkommnisse, ich habe mit den Bauern gesprochen, es gab keine besonderen Vorkommnisse. Viele waren da, zum Beispiel ein Catering Service, die die Bauern auch unterstützt haben und es stecken ja auch noch mehr dahinter. Das sind ja nicht nur die Bauern, das hat man ja in Berlin gesehen. Es sind ja auch Speditionen oder Selbstständige, die dahinterstehen. Da muss man doch tatsächlich mal die Regierungsparteien fragen in Berlin, was da eigentlich los ist, denn da muss was geändert werden. Wie oft waren die Bauern schon Opfer, das muss man auch ganz offen sagen, von dieser Politik? Von daher sollten wir das Ganze nicht zu hoch bewerten, und wenn hier jetzt der Vorfall angesprochen wird, das ist absolut nicht hinnehmbar, und das wird sicherlich auch bestraft werden. Ich finde das auch nicht gut, und das ist einfach nicht hinnehmbar, ist nicht akzeptabel. Dennoch muss man auch sagen, dass das meiste friedlich war, und wenn man auch weiter über den Tellerrand hinausschaut, wenn man nach Berlin guckt, dann war das ein wunderbares Bild, dass überhaupt so viele Traktoren da waren und so viele Menschen dahinterstanden. Ich finde, wenn man diesen Vorfall anspricht, dann muss man auch tatsächlich mal einen anderen Vorfall sehen, und damit komme ich auch gleich zum Schluss, Frau Präsidentin. Es gab nämlich einen anderen Vorfall, und zwar in dem Stadtteil, wo ich war, nur an einer anderen Kreuzung. Da war es so, dass ein Autofahrer, die natürlich auch verärgert waren, kann man ja auch verstehen, die Bauern angegangen ist. Das ist auch nicht hinnehmbar. Aber darüber spricht natürlich keiner. Es ist jetzt nur die Sprache davon, oder es wird nur angesprochen, wie die Bauern jetzt eine Sperre durchbrechen wollten. Wie gesagt, das, denke ich, wird bestraft werden, das ist nicht akzeptabel. Aber ansonsten hoffe ich und das sage ich hier auch ganz deutlich, ich stehe als Einzelabgeordneter weiter hinter den Bauern, hinter den Landwirten, und ich wünsche mir, dass es auch weitere Demos dagegen gibt, dass das alles friedlich bleibt und dass in Berlin endlich mal mancher aufwacht, die dort sitzen und regieren, und vielleicht diese Politik ändert. Danke schön!
