Nils Bothen
Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauer:innen! Vielen Dank, Herr Imhoff, für Ihre Exkursion zum Thema Bauernproteste. Das ist aber heute nicht unser Thema. Wenn Sie schon über Bauernproteste erzählen und warum die Bauernproteste da sind, müssen Sie auch die Wahrheit erzählen, also alles erzählen, was es so gibt, was Bauern angeht. Wenn man sich die einzelnen Handelsblätter anguckt und wir dann nachlesen können, dass die Haupterwerbsbetriebe in der Agrarwirtschaft in den letzten zwei Jahren ihre Gewinne verdoppelt haben, dann müssen Sie das auch erwähnen. Es ist nicht nur so, dass es denen ganz schlecht geht, den Bauern. Von daher sollten Sie das auch erwähnen, das finde ich schon wichtig dabei. (Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Find‘ ich schon mal gut, diesen Tipp!) Sehr gut. Haben Sie ja was gelernt, heute. (Abgeordneter Frank Imhoff [CDU]: Nee, aber ich habe Ihre Einstellung kennengelernt.) Ja, okay. Jetzt kommen wir aber zu dem eigentlichen Thema. Das Thema heute ist Bauernproteste und wie die Bauern sich benommen haben. Darum geht es mir als Arbeitnehmer. Ich war in den Tagen auch davon betroffen, weil ich genau am Zolltor gestanden habe, als das Zolltor zugemacht wurde. Habe davorgestanden und war schon sehr verwundert. Meine Vorredner haben das schon alle erwähnt, Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Demonstrationen, ein hohes Gut der Demokratie. Ich als Gewerkschafter weiß das natürlich. Wir müssen Demonstrationen anmelden, wenn wir so was machen, wir leben davon, wir müssen die anmelden. Es gibt da Vorschriften, wie man sich zu benehmen hat. Wir als Gewerkschafter machen das so, dass wir dann nicht blockieren, sondern wir machen meistens Demonstrationen, indem wir irgendwo Wege laufen, uns irgendwo versammeln und dann friedlich wieder auseinandergehen. Das ist genau das, was Sie gesagt haben, Herr Timke, dass die meisten da auch so mitgehen. Nein, meine Kollegen sind da nicht mitgegangen, an dem Morgen, das kann ich Ihnen ganz ehrlich sagen, und ich sage Ihnen auch, warum: Die Bauern haben sich da vorm Roten Sand hingestellt – –. (Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Ich war da.) Ja, ich war auch da, weil ich zur Arbeit wollte. Die haben sich da vor dem Roten Sand hingestellt, und die Kolleginnen und Kollegen waren total verunsichert, weil sie nicht wussten: Was machen wir jetzt? Das ist zeitlich ein Problem gewesen, aber auch ein Parkplatzproblem, weil man vor dem Roten Sand, wer das kennt, überhaupt nicht parken konnte und man überhaupt keinen Parkplatz finden konnte. Viele Kollegen waren total verunsichert und haben – –. (Zurufe CDU: Oooh!) Ja, da muss man nicht „Oh“ sagen, es war so. Viele Kolleginnen und Kollegen waren total verunsichert (Abgeordneter Piet Leidreiter [Bündnis Deutschland]: War man bei den Klimaklebern auch!) und haben dann angerufen, haben gesagt: „Komm her, ich nehme Urlaub oder bummle ab“ oder „Ich schaffe das zeitlich nicht“. Das ist natürlich – –. Da muss man die Kolleginnen und Kollegen verstehen: Die mussten diese Straßensperren und die Proteste der Bauern mit ihrer Freizeit bezahlen. (Abgeordneter Piet Leidreiter [Bündnis Deutschland]: Bei den Klimaklebern auch. Jeder leidet darunter, nicht nur Ihre Kollegen!) Genau, die haben aber nicht vorm Roten Sand gestanden. Wir sprechen jetzt gerade von den Bauernprotesten vorm Roten Sand und nicht von den Klimaklebern. (Zurufe) Nein, das hat nicht mit rausmischen zu tun. Die Kolleginnen und Kollegen mussten das mit ihrer Freizeit bezahlen, und das finde ich total verwerflich, und da haben die Kolleginnen (Zurufe: Oooh!) und Kollegen von Anfang an gesagt – –. Sie können ja mal auf die Werften gehen und die Kolleg:innen im Hafen fragen. Die sind da alle nicht mit zufrieden, was da passiert ist. (Abgeordneter Dr. Wiebke Winter [CDU]: Wir sind auch nicht zufrieden mit den Klimaklebern!) Ja, alles gut. (Zuruf) Ja, genau. Aber das ist hier heute Thema. Jetzt noch mal zu dem Verhalten der Bauern am Roten Sand. Das kam mir vor, als ich da rein wollte oder dadurch wollte – –. Das kam mir vor, als ob sie wie Sheriffs fungiert haben. Sie haben da willkürlich mal Fahrzeuge reingelassen, mal nicht. Das geht einfach nicht. (Abgeordneter Jan Timke [Bündnis Deutschland]: Die Klimakleber lassen niemanden durch!) Herr Timke, das Thema sind heute nicht Klimakleber. (Zuruf [SPD]: Immer schön das raussuchen, was gerade passt! - Glocke) Wir sprechen hier über die Proteste von den Bauern und was da vorgefallen ist.
